Wie wird das Wetter an Weihnachten 2018 - kalt und schneereich, nasskalt bis mild mit Tauwetter, oder gar trocken mit frostigen Temperaturen? Mit entscheidend wird sein, wie sich die Großwetterlage Anfang Dezember entwickeln kann - und da kann es noch zu Überraschungen kommen.

Es ist schon manchmal ein Kreuz mit dem Wetter - es macht einfach was es will und das stellt die Meteorologen jeden Tag aufs Neue auf die Probe. Bis zum Weihnachtsfest ist es noch eine ganze Zeit lang hin und zum aktuellen Stand sind Wettervorhersagen zum Wetter Weihnachten 2018 definitiv nicht möglich. Das ist frühestens 10 bis 14 Tage vorher machbar - wenn überhaupt - denn nicht selten sorgt das sog. Weihnachtstauwetter für spannende Wetterlagen, welche noch nicht einmal eine exakte Wettervorhersage ein oder zwei Tage vorher ermöglichen. Wir bleiben daher unseren Gedankenspielen treu - was also wäre wenn?

Viele Menschen träumen von schneebedeckten Landschaften in der Weihnachtszeit
Viele Menschen träumen von schneebedeckten Landschaften in der Weihnachtszeit

Was sich über das Wetter Weihnachten 2018 sagen lässt

  • Klimatologisch wird das Wetter zunehmend wärmer, was Schnee an Weihnachten wenig wahrscheinlich macht
  • Im rechnerischen Schnitt gibt es alle 8,5 Jahre flächendeckend weiße Weihnachten - 2018/19 wäre es an der Zeit
  • Das Wetter hält sich aber nicht an Statistiken
  • Der Dezember ist in den letzten 20 Jahren im Schnitt um +1,3 Grad wärmer geworden
  • Die Schneefallgrenze hat sich dadurch um 100 bis 150 Meter nach Oben verschoben
  • Schnee bis ins Flachland ist nur mit außergewöhnlichen Großwetterlagen zu machen
  • Wettersingularität spricht zusätzlich noch gegen weiße Weihnachten

Vieles spricht dagegen

Wie das Wetter an Weihnachten 2018 ausfallen mag, lässt sich zum heutigen Stand noch nicht sagen, aber die Wahrscheinlichkeiten sprechen einfach dagegen. Da muss viel passieren, damit im Zeitraum von 24. bis 26. Dezember der Schnee vom Himmel fällt und für ein Winter Wonderland sorgt.

Parallelen 2010?

In unserer letzten Wetterprognose hatten wir die Parallelen der Wetterentwicklung November der von 2010 gegenübergestellt, welche über einen Zeitraum hinweg sehr identisch war. 2010? Das war das Jahr, in dem das Wetter über Deutschland ein weißes Weihnachtsfest bescherte. Bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag waren verbreitet 20 bis 30 cm anzutreffen und das selbst in Niederungen, wo nur selten eine Schneedecke vorzufinden ist - es geht als doch (noch).

Diese Entwicklung der Großwetterlage Anfang Dezember 2018 brachte an Weihnachten den Schneefall
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell aus dem Archiv: Diese Entwicklung der Großwetterlage Anfang Dezember 2018 brachte an Weihnachten den Schneefall © www.meteociel.fr

Um es aber abzukürzen - die Großwetterlage entwickelt sich im Dezember 2018 anders als damals. Parallelen lassen sich somit nicht mehr herstellen.

Westwetterlage Anfang Dezember spricht gegen Schnee an Weihnachten

Die Prognosen haben sich derart verändert, dass in der ersten Dezember-Dekade eine Westwindzirkulation in Betracht gezogen werden kann. Spielt man dieses mögliche Entwicklungsszenario einmal durch, so passt das in das Schema eines normalen Dezembers:

Der normale Dezember

  • Erste Dezember-Dekade häufig geprägt von milden bis nasskalten West- bis Nordwestwetterlagen. Schneefall ist seltener als windige und regnerische Wetterereignisse
  • Im zweiten Dezember-Drittel häufig ein erster - und auch nachhaltiger - Wintereinbruch mit Schneefall bis ins Flachland und Dauerfrost am Tage
  • Ab dem 20. Dezember setzt sehr häufig Tauwetter ein und sorgt kurz vor Weihnachten für ein abtauen der Schneedecke

Egal also wie kalt es in der Vorweihnachtszeit war und wie viel Schnee gelegen hat. Die atlantische Frontalzone hat mit kräftigen Windereignissen und einer entsprechenden Dynamik das Zeug dazu, die Winterlandschaft bis in die höheren mittleren Lagen auszuräumen.

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Die gestörte Zirkulation

Im Jahre 2018 ist aber bekanntlich alles ganz anders. Das Major-Warming in Stratosphärenhöhe aus dem Februar hat dazu geführt, dass es in diesem Jahr häufiger Hochdrucksysteme über dem skandinavischen Raum gab. In Folge daraus war das Wetter im Februar und März noch durch kalte Wetterlagen bestimmt, doch mit ansteigenden Sonnenstand konnten im April und Mai 2018 Rekordtemperaturen vermeldet werden. Aber auch der Sommer und der Herbst waren außergewöhnlich warm.

Viel Eindrucksvoller - und für viele auch besorgniserregend - aber ist die bis heute anhaltende Trockenheit, welche man in einigen Regionen schon als Dürreperiode bezeichnen kann. Geprägt war das Wetter 2018 durch eine lang anhaltende Erhaltungsneigung. Egal wie nahe die Tiefdrucksysteme Deutschland gekommen sind und egal wie positiv die Niederschlagssignale berechnet wurden - am Ende kam hoher Luftdruck und nur wenige Niederschläge dabei heraus.

Die gestörte Zirkulation spricht für kalte Weihnachten

Im Gegensatz zum Frühling, Sommer und Herbst haben Hochdruckwetterlagen über dem nördlichen Europa aber eine Besonderheit. Durch die kurzen Tage und die langen Nächte - welche zudem noch häufig sternenklar ausfallen - können die Luftmassen in einem gradientenschwachen Umfeld mehr und mehr auskühlen. Eine Erhaltungsneigung spricht also für eine höhere Wahrscheinlichkeit von normalen bis zu kalten Temperaturen.

Ausgleichsverhalten: Mild und Niederschlagsreich

Kommt mit der Stabilisierung des Polarwirbels aber die von West nach Ost gerichtete Zirkulation in Gang, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die atlantische Frontalzone auch über Mitteleuropa wieder durchsetzen kann. Schaut man sich die Prognosen der Langfristmodelle an, so wird der Dezember in seiner Niederschlagsbilanz normal und im Trend etwas zu trocken simuliert - aber weit entfernt von den deutlich zu trockenen Vormonaten. Blickt man noch in den Januar hinein, so wird dieser mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu nass bewertet - zumindest zum aktuellen Stand. Anders formuliert gehen die Langfristprognosen davon aus, dass im Verlauf des Dezember 2018 sich die Großwetterlage nachhaltiger wird verändern können. Das alleine sagt noch nichts über das Wetter an Weihnachten aus, spricht aber eher für milde, windige und nasse Feiertage.

Schneebringer

Welche Wetterlage muss eintreten, damit es an Weihnachten weiß werden kann?

  • Ein Blockadehoch auf dem Atlantik zwischen den Azoren und Island. Ein Tiefdrucksystem über der Barentssee nach Süden abtropfend ist ein Garant für weiße Weihnachten
  • Ein Hochdrucksystem über Skandinavien bringt Kälte aus dem Osten, seltener aber Schnee
  • Schnee gibt es in einer Konstellation, wenn das Skandinavienhoch an seinem südlichen Gradienten unterwandert wird und die Tiefdrucksysteme über die Mittelmeerregion nach Osten ziehen.
  • Nicht selten ergeben sich daraus knifflige Grenzwetterlagen
  • Ein Hoch über Island wäre auch noch ein Kältebringer. Schneeschauer sind über das Weihnachtsfest in Deutschland dann bis in tiefere Lagen möglich
  • Nicht ganz so brachial sind Nordwestwetterlagen, wenn das Azorenhoch sich etwas nach Norden aufwölbt und die Tiefdrucksysteme am östlichen Hochdruckgradienten nach Süden - über Deutschland - abtropfen
  • In tieferen Lagen ist dann häufiger mit nasskalten Weihnachtswetter zu rechnen. Ab den mittleren Lagen aber steigen die Chancen auf ein weißes Weihnachtsfest an
  • Der Kaltlufttropfen: Bestehend aus eine Höhentief macht er sich entlang des Kontinentalhochs auf den Weg nach Mitteleuropa. Schafft er den Durchbruch, so ist mit Schneefall und eisigen Temperaturen zu rechnen

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Die aktuellen Wetterprognosen

Aktuell ist nach den Vorhersage-Modellen noch nicht ganz klar, ob sich die Großwetterlage Anfang Dezember in eine westlich orientierte Verändern kann. Einiges spricht dafür, dass die Erhaltungsneigung noch das erste Dezember-Drittel dominieren könnte. Das steht aber beides derzeit auf sehr wackeligen Beinen, so dass abwarten angesagt ist. Das amerikanische Prognose-Modell simuliert in seiner aktuellen Vorhersage ein sich auf dem Atlantik aufwölbendes Hochdrucksystem zum Beginn der zweiten Dezember-Dekade. Ein Blockadehoch mit einem winterlichen Wetterabschnitt ist zum zweiten Dezember-Drittel nach dieser Prognose nicht auszuschließen.

Imposante Hochdruckzone mit Lücke über Mitteleuropa - eine Westwindzirkulation ist nicht zum Beginn der zweiten Dezember-Dekade nicht zu erkennen
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell von heute Nachmittag: Imposante Hochdruckzone mit Lücke über Mitteleuropa - eine Westwindzirkulation ist nicht zum Beginn der zweiten Dezember-Dekade nicht zu erkennen © www.meteociel.fr

Langfristmodell: Dezember wird kälter berechnet

Lange Zeit wurde der Dezember in der Wettertrend zu warm berechnet. Die Abweichungen betrugen gegenüber dem langjährigen Mittelwert teils +1 bis +3 Grad. Das hat sich in den letzten Wochen verändert. Die Abweichung liegt aktuell zwischen -0,5 bis +0,5 Grad und im Trend bei +1 Grad im normalen bis leicht zu milden Bereich. Die Niederschlagsneigung wird - zum aktuellen Stand - gegenüber dem Sollwert normal und im Trend etwas zu trocken berechnet. Das spricht für eine dominierende Hochdruckwetterlage mit Kältephasen, aber auch die Tiefdrucksysteme haben ihre Chancen. Im Gegensatz zu den Dezembermonaten der letzten sieben Jahre ist das ein signifikanter Unterschied. Warum? Im Schnitt waren die Dezembermonate um +2,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm. Darunter der Rekord aus dem Dezember 2015 mit einer Abweichung von +5,7 Grad! Eine normaler Entwicklungstrend ermöglicht also völlig neue Optionen.

Blickt man auf Europa, so zeichnet sich nach der Wetterprognose des Langfristmodells ein klareres Bild ab. Skandinavien zu trocken, Portugal, Spanien, England und Island tendenziell zu nass, Mittel- und Südeuropa weitgehend normal. Interpretiert man nur diese Prognose, so wäre ein Hochdrucksystem über Skandinavien ein dominantes Wettersystem. Tiefdrucksysteme bleiben weitgehend auf dem Atlantik und unterwandern zeitweilig das Hoch am südlichen Gradienten. Grundsätzlich können daraus spannende Großwetterlagen - auch über Weihnachten 2018 - entstehen.

In den kommenden Tagen aktualisieren wir unseren Wettertrend in zunächst unregelmäßigen Abständen. Ende November und Anfang Dezember erfolgen in regelmäßigen Abständen aktuelle Wettervorhersagen zum Wetter Weihnachten 2018.

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