Nach dem teils stürmischen Wetter in dieser Dezemberwoche beruhigt sich zum dritten Adventswochenende das Wetter, so dass auf der Rückseite der Tiefdrucksysteme wieder kühlere Luftmassen nach Deutschlands einfließen können. Daran hat sich in den Berechnungen von heute Nachmittag nichts geändert. So sinkt die Schneefallgrenze bis zum 3. Advent auf 200 bis 500 Meter ab und mit etwas Glück ist auch die Ausbreitung einer dünnen Schneedecke ab den mittleren Lagen möglich. Weitere Informationen in der Wettervorhersage Dezember und Wetterprognose Winter 2017/18.

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1. Advent: Schnee, 2. Advent: Schnee, 3. Advent wahrscheinlich Schnee. Ergibt sich daraus Schnee an Heiligabend und Weihnachten?

Die Erhaltungs-, bzw. Wiederholungsneigung ist schon beeindruckend. An den Adventswochenenden gab es Schneefall und in der darauffolgenden Woche eine deutliche Milderung. Man kann es auch als winterliches Vorgeplänkel bezeichnen. Das dürfte aber so ziemlich egal sein für alle, die sich weiße Weihnachten 2017 wünschen - Hauptsache der 4. Advent wird Weiß. Nur, hält sich auch das Wetter daran?

Wetter Weihnachten - eine weiße Weihnachtszeit bleibt nicht auszuschließen
Wetter Weihnachten - eine weiße Weihnachtszeit bleibt nicht auszuschließen, wenngleich die Wahrscheinlichkeit sinkt © Martin Bloch

Was spricht für das Weihnachtstauwetter

Die Erhaltungsneigung mit dem relativ normalen Dezemberwetter hält sich jetzt seit Ende November. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich - in der Theorie - ein anderes Strömungsmuster einstellt. Der ideale Zeitpunkt wäre hier vor Weihnachten, was zur sog. Wettersingularität des Weihnachtstauwetter passen würde, welches im Übrigen eine statistische Eintreffwahrscheinlichkeit von 70 bis 80 Prozent hat und damit die auffälligste Wettersingularität im ganzen Jahr darstellt.

Die Kaltluftansammlung über dem östlichen Kanada mit Kaltluftzufuhr in Richtung Neufundland ist äußerst auffällig und sorgt für eine hohe Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik. Lässt sich das Azorenhoch davon beeindrucken, so kippt dies nach Osten weg und der Weg für die atlantische Frontalzone bis nach Mitteleuropa wäre frei, was an Weihnachten mit einer milden West- bis warmen Südwestwetterlage einhergehen könnte.

Und als dritter im Bunde kurz und knapp: der Klimawandel.

Was spricht für weiße Weihnachten?

Auffällig ist und bleibt in diesem Jahr die Häufung, bzw. Zunahme von meridionalen Großwetterlagen. Das muss nun nicht zwingend bis Weihnachten so fortgeführt werden, es zeigt aber, dass eine Trogwetterlage zu den Weihnachtsfeiertagen nicht auszuschließen ist.

Dann wäre da noch der instabile Polarwirbel. Dieser kommt in der Vorweihnachtszeit nicht so wirklich in Schwung und sollte dieser Zustand noch bis zur Weihnachtszeit anhalten, so stützt das über Deutschland, Österreich und der Schweiz Trogwetterlagen.

Schwache Sonne. Die Sonne befindet sich in einem abnehmenden Aktivitätszyklus, welcher 2020 erreicht sein sollte. Bei einer schwachen Sonnenaktivität zeigten sich vermehrt meridionale Strömungsmuster und die Winter waren rund um den Zyklusminimum tendenziell kälter. Kurz zuvor aber noch deutlich zu warm.

Schneeprognose: Schnee vor Weihnachten möglich

Schneeprognose bis 21. Dezember
Unter­teilung 0 - 400 m 400 - 800 m > 800 m
Norden 0 bis 1 cm 0 bis 2 cm 0 bis 2 cm
Westen 0 bis 1 cm 0 bis 7 cm 2 bis 15 cm
Osten 0 bis 4 cm 0 bis 7 cm 4 bis 18 cm
Süden 0 bis 3 cm 0 bis 10 cm 20 bis 90 cm

Schneefallgrenze selbst berechnen.

Wetter Weihnachten 2017: Wetterprognose der Wettermodelle

Das amerikanische Wettermodell stützt seit heute Nacht Wetterentwicklungen, welche dem leichten Weihnachtstauwetter zuzuschreiben sind. Die volle Westdröhnung kommt nicht zustande. Stattdessen verlagert sich das Azorenhoch mit seinem am 24. Dezember direkt über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Hoch füllt sich in der Höhe mit warmen Luftmassen und könnte über die Weihnachtsfeiertage bis zum 26. Dezember für eine ruhige Inversionswetterlage sorgen. Das hätte in höheren Lagen mildes und in tieferen Lagen teils neblig-trübes, teils sonniges Wetter bei Temperaturen von +1 bis +5 Grad zur Folge. Das ist aber noch nicht das Ende vom Lied, denn sollte sich das Hoch nur etwas weiter nördlich positionieren können, so würden Deutschland, die Schweiz und auch Österreich in einen östlichen Strömungsbereich gelangen können. Auch hier wäre ein neblig-trüber Wettercharakter über Weihnachten zu erwarten, jedoch bei deutlich kühleren Temperaturen. Alles in allem aber eher grüne Weihnachten.

Diagramm Temperaturen im Weihnachten 2017 vom 11.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Weihnachten 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettervorhersage Weihnachten 2017

Geht es rein nach dem Modelloutput, so wäre folgendes Weihnachtswetter zu erwarten.

  • Heiligabend, 24. Dezember: +1 bis +5 Grad; neblig-trüb, Sonnenschein, kein Niederschlag
  • Erster Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember: +1 bis +5 Grad; neblig-trüb, Sonnenschein, kein Niederschlag
  • Zweiter Weihnachtsfeiertag: 26. Dezember: +1 bis +6 Grad, ; neblig-trüb, Sonnenschein, kein Niederschlag, dafür aufkommender Wind

Was der Polarwirbel macht und was die Wettermodelle heute Abend berechnen, klären wir gegen 20:00 Uhr in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter.

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