Der anfänglich - sehr heftige - Schneefall des aktuellen Tiefdrucksystems verwandelte die Landschaft teils in eine tief winterliche Landschaft. Der Niederschlag wird aber in den kommenden Stunden unterhalb etwa 1.000 Meter größtenteils in Regen übergehen und bis morgen früh sollte die Schneedecke über Süddeutschland unterhalb etwa 500 Meter schon größtenteils abgetaut sein. Der böige Wind bleibt aber ein Problem.

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Winterliche Vorweihnachtszeit

Nach den aktuellen Simulationen von heute Morgen und auch heute Mittag bestätigt sich die neuerliche Trogausbildung über Mitteleuropa zum 3. Advent am 17. Dezember. Teils ist mit Schneefall bis in tiefere Lagen und mit der Ausbreitung einer Schneedecke oberhalb etwa 200 bis 600 Meter zu rechnen. Lang lang ist es her, als dass das in der Vorweihnachtszeit die Ausbreitung einer Schneedecke möglich war. Umso berechtigter die Frage: "Wie stehen die Chancen auf weiße Weihnachten 2017?".

Schnee am Weihnachtsmorgen
Schnee am Weihnachtsmorgen?

Bis Weihnachten: Keine nachhaltige Milderung

Zwar ist die aktuelle Milderung durchgreifend und wird für ordentlich Tauwetter sorgen können, aber nachhaltig ist diese nicht und das amerikanische Wettermodell berechnet eine Aufrechterhaltung der Zufuhr kühler Luftmassen bis zum 21. Dezember, was die Tageshöchstwerte im Bereich von -2 bis +2 Grad schwanken lässt.

Schneeprognose: Schnee vor Weihnachten möglich

Schneeprognose bis 20. Dezember
Unter­teilung 0 - 400 m 400 - 800 m > 800 m
Norden 0 bis 3 cm 0 bis 4 cm 0 bis 4 cm
Westen 0 bis 2 cm 0 bis 7 cm 2 bis 8 cm
Osten 0 bis 1 cm 0 bis 2 cm 4 bis 12 cm
Süden 0 bis 3 cm 0 bis 6 cm 20 bis 90 cm

Schneefallgrenze selbst berechnen.

Wetterprognose Weihnachten 2017

Die Schneeprognose verändert sich in den letzten Tagen nur geringfügig und zeigt, wie hoch das Potential zur Ausbreitung einer Schneedecke kurz vor den Weihnachtsfeiertagen ist. Ist also mit weißen Weihnachten 2017 zu rechnen?

Polarwirbel kommt in Schwung

Zum aktuellen Stand berechnet das amerikanische Wettermodell eine imposante Kaltluftansammlung über Kanada und Grönland, welche sukzessive nach Süden in Richtung Neufundland auf den warmen Atlantik geführt wird. Das bedeutet, dass die die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik vor Weihnachten an Dynamik gewinnen kann.

Weiße Weihnachten: Position des Hochdrucksystems ist entscheidend

Lässt sich das Azorenhoch nach Osten in Richtung Mitteleuropa von der Tiefdruckaktivität wegdrücken, so ist der Weg der atlantischen Frontalzone frei, um mit der gestörten Zirkulation kurzen Prozess zu machen. In rascher Abfolge würde die Tiefdrucksysteme in Richtung Mitteleuropa gelangen und auf das Hochdrucksystem auflaufen können. Eine kräftige Milderung vor Weihnachten - das klassische Weihnachtstauwetter - wäre die Folge aus solch einer Wetterentwicklung.

Da aber in diesem Winter grundsätzlich einmal alles anders läuft, bleibt eine zweite Option bestehen. Diese zeigt sich mit der Verlagerung des Hochdrucksystems in Richtung Skandinavien und könnte dort - im optimalen Fall für alle Winterliebhaber - sich zu einem autarken Skandinavienhoch über Weihnachten etablieren. Die atlantische Frontalzone hätte dann nur noch mit einer südlicheren Zugbahn die Chance eine Milderung herbeizuführen, wobei dieses Szenario oftmals in Grenzwetterlagen enden mag.

So stehen die Chancen auf grüne oder weiße Weihnachten

Die Kontrollläufe berechnen im Zeitraum vom 22. bis 24. Dezember ein breites Entwicklungsspektrum der Höhentemperaturen. Das Spektrum erstreckt sich in 1.300 Meter Höhe von -10 bis +6 Grad. Winterlich wird es ab mittleren Lagen ab Höhentemperaturen von -4 bis -6 Grad und in tieferen Lagen etwa ab -7 Grad. Der Mittelwert bewegt sich zwischen -1 bis +1 Grad. Geht es also nur nach den Kontrollläufen, so sind weiße Weihnachten den höheren Lagen vorbehalten. Darunter eher nasskaltes Dezemberwetter.

Nimmt man den reinen Modelloutput, so wären folgende Temperaturen zu erwarten - diese Werte sind aber zum heutigen Stand noch mit einer hohen Skepsis zu bewerten:

  • Heiligabend, 24. Dezember: -1 bis +4 Grad
  • Erster Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember: -2 bis +3 Grad über dem Süden und +1 bis +5 Grad über dem Norden
  • Zweiter Weihnachtsfeiertag: 26. Dezember: +1 bis +6 Grad, Potential für Starkwindereignisse

Diagramm Temperaturen im Weihnachten 2017 vom 10.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Weihnachten 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Da die Differenz aber noch 16 Grad beträgt, ist noch einiges an Wetterentwicklungen möglich, wenngleich sich in den letzten Tagen so langsam ein Trend hin zum Weihnachtstauwetter zeigt. Und ein maßgeblicher Faktor wird der Polarwirbel sein. Stabilisiert er sich, oder kippt dieser wieder in den instabilen Zustand zurück. Mehr dazu heute Abend gegen 20:00 Uhr in unserer aktualisierten Winterprognose.

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