Die Wetterentwicklung in der Vorweihnachtszeit kann man durchaus als weder Fisch noch Fleisch bezeichnen. Ja, winterliche Verhältnisse sind bis auf mittlere Lagen herab möglich und nein, eine Ausbreitung einer dicken Schneedecke bis auf tiefere Lagen ist nicht zu erwarten. Vielmehr ein Jahreszeit typisch nasskalter Wettercharakter mit einem Auf und Ab der Temperaturen.

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Vorweihnachtszeit etwas zu kalt

Und doch verläuft der Winter 2017 in diesem Jahr anders und schaut man sich die durchschnittlichen Temperaturen der Vorweihnachtszeit ab dem 15. Dezember an, so liegen diese mit +0 bis +2 Grad knapp unter dem Jahreszeit typischen Wert. Alles normal also?

Das amerikanische Wettermodell berechnet heute Nachmittag im Zeitraum vom 15. bis 20. Dezember die Ausbreitung eines neuerlichen Troges über Mitteleuropa. Da aber weiterhin die Kaltluftmassen über dem europäischen Norden fehlen, bleibt der Wettercharakter eher nasskalt, wobei die Optionen auf Winterwetter ab ca. 500 Meter ansteigen können.


Die Kaltfront erreichte heute mit kräftigen Schneeschauern Süddeutschland

Wetter Weihnachten 2017: erste Wetterprognosen sind da

Die ersten Simulationen reichen nun bis zum 24. Dezember an Heilig Abend heran. Und die Wetterentwicklung ist als interessant und spannend zu bewerten. Das Azorenhochs verlagert sich in Richtung Mitteleuropa. Statt sich aber weiter südlich über die Mittelmeerregion zu legen, verlagert es sich als autarkes Hochdrucksystem zunächst über das europäische Nordmeer und zum Weihnachtsfest nach Skandinavien. Da nun aber über dem russischen Festland die Kälte fehlt, ist auch hier nicht mit einem Winterhammer zum Weihnachtsfest zu rechnen. Vielmehr können die Tageswerte bei einem zu gelegentlichen Schneeschauern neigenden Wettercharakter zwischen -2 bis +2 Grad liegen.

Weiße Weihnachten 2017 - Chancen bleiben erhalten

Das zeigt, dass die Wahrscheinlichkeiten für Schnee zum Weihnachtsfest gewahrt bleiben. Das sah im letzten Jahr ganz anders aus - da war schon jetzt klar, dass das mit Schnee zu Weihnachten nichts werden wird.

Die Kontrollläufe sind - was das Weihnachtswetter angeht - noch uneinheitlich. So liegt das Temperaturspektrum vom 20. bis 24. Dezember über dem Süden und Osten zwischen -8 bis +7 Grad (Mittelwert: +0 Grad), über dem Westen und Norden zwischen -4 bis +10 Grad (Mittelwert: +2 Grad). Das unterstreicht auch heute wieder, dass es nachhaltige Milderung bis Weihnachten zum derzeitigen Stand wenig wahrscheinlich ist. Aber "normale" Temperaturen hätten in tieferen Lagen eben auch nur nasskaltes Wetter zur Folge.

Diagramm Temperaturen im Weihnachten 2017 vom 08.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Weihnachten 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Dezember 2017 etwas kälter

Für die bereits vergangenen Dezembertage liegt der Temperaturüberschuss gegenüber dem langjährigen Mittelwert aktuell bei warmen +1 Grad. Das wird sich in den kommenden Tagen etwas normalisieren können. Das der Dezember durchaus winterliches Potential hat, zeigt auch das Langfristmodell. So liegt in der aktuellen Wetterprognose die Abweichung zwischen -0,5 bis +0,5 Grad im überwiegend normalen Bereich und hat mit einer Differenz von +1 Grad über dem Norden einen leicht zu warmen Trend. Was bedeutet das? Interpretiert man das, so ist ein nachhaltiges Weihnachtstauwetter kurz vor, bzw. über die Weihnachtsfeiertage wenig wahrscheinlich. Ob es aber stattdessen weiße Weihnachten geben wird, kann daraus nicht interpretiert werden.

Der reine Modelloutput berechnet das Weihnachtswetter 2017 folgendermaßen:

  • Heilig Abend: +0 bis +4 Grad
  • Erster Weihnachtsfeiertag: +1 bis +5 Grad
  • zweiter Weihnachtsfeiertag: +0 bis +3 Grad

Dieser direkte Modelloutput ist aber mit besonderer Vorsicht zu genießen und wird sich in den kommenden Tagen noch mehrfach verändern können. Er zeigt aber ganz gut, wie sich der Wettertrend über Weihnachten entwickeln kann. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter 2017/18.

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