Die kommende Wetterentwicklung bleibt bis zum 16. Dezember richtungsweisend für die Vor-, bzw. Weihnachtszeit. Tiefdrucksysteme entlang des südlichen Rand des Troges können entweder für einen tief-winterlichen oder einen nasskalten Wettercharakter sorgen. Entscheidend ist nach der aktuellen Wettervorhersage die Zugbahn der Tiefdrucksysteme. Je nachdem schwankt auch die Schneefallgrenze und die entsprechende Neuschneemenge - mehr dazu in der Winterprognose.

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Das Wetter in der Vorweihnachtszeit

So gut wie in 2017 standen die Chancen auf weiße Weihnachten schon lange nicht mehr. Das Zirkulationsmuster ist Dank des instabilen Polarwirbels weitgehend meridional ausgerichtet und neigt über Deutschland, Österreich und der Schweiz immer wieder zu Trogwetterlagen. Das ist im Grunde auch der wesentliche Unterschied zu den letzten 6 Jahren.

Mit Hilfe der Erhaltungsneigung und dem Ausgleichsverhalten ergeben sich zwei grundsätzlich verschiedene Wetterlagen für die Weihnachtszeit. Die erste Wetterentwicklung ist durch das Ausgleichsverhalten begründet. Einer länger andauernden Kaltphase folgt eine mildere Wetterlage nach. Der Trog würde nach Osten weg kippen und kurz vor Weihnachten für das Weihnachtstauwetter sorgen können.

Schnee an Weihnachten 2017?
Schnee an Weihnachten 2017?

Bei der Erhaltungsneigung bleibt der Trog über Mitteleuropa erhalten, was die Chancen auf weiße Weihnachten grundsätzlich erhöhen kann. Je länger eine Erhaltungsneigung andauert, desto wahrscheinlicher wird ein Ausgleichsverhalten.

Nun hält sich der Trog seit Ende November und wird voraussichtlich mit kurzen Unterbrechungen noch bis zum 15. Dezember anhalten können. Die Frage also ist - wann kommt das Ausgleichsverhalten? Prädestiniert hierfür wäre ja der Zeitraum kurz vor Weihnachten - was berechnen die Wettermodelle?

Wetterprognose Weihnachten 2017: milde Varianten nehmen zu

Im Wettertrend rund um die Weihnachtsfeiertage berechnet das amerikanische Wettermodell die Auflösung des Troges über Mitteleuropa ab dem 17. Dezember. Nachfolgend strömt über dem östlichen Kanada bis nach Neufundland kalte Luft auf den Atlantik und lässt dort die Tiefdruckaktivität weiter aufleben. Das Azorenhoch, welches bis dahin als Blockadehoch auf dem Atlantik funktioniert hat, flacht ab und verlagert sich bis zum 20. Dezember über die Mittelmeerregion. So könnten die Tiefdrucksysteme auf das Hochdrucksystem auflaufen und mit entsprechender Vorderseite für eine nachhaltige Milderung sorgen. Das Zirkulationsmuster wäre kurz vor Weihnachten überwiegend südwestlich ausgeprägt. Das entspräche auch der Wettersingularität des Weihnachtstaubwetters.

Diagramm Temperaturen Vorweihnachtszeit 2017 vom 06.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Kontrollläufe: amerikanisches Wettermodell ist zu mild

Die Kontrollläufe bestätigen für das Wetter an Weihnachten noch ein breites Entwicklungsspektrum. So liegt das mögliche Temperaturspektrum am 22. Dezember zwischen -10 bis +9 Grad bei einem Mittelwert von 0 Grad über Norddeutschland und -1 Grad über dem Süden. Der Mittelwert liegt dabei knapp unter dem langjährigen Mittelwert im leicht zu kalten Bereich. Das zeigt zugleich, dass die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells von heute Morgen und heute Nachmittag jeweils zu den wärmsten Simulationen der Kontrollläufe gehört - Veränderungen sind zu erwarten.

Wie die Wetterprognose des Langfristmodells ausfällt und wie der Polarwirbel berechnet wird, darauf gehen wir heute Abend in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter 2017/18 etwas näher ein.

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