Wetter Weihnachten 2017 aktuelle Wetterprognose vom 05.12.2017 - Winterliche Wetterentwicklungen sind in der Vorweihnachtszeit nicht unmöglich

Was macht der Winter im zweiten Dezemberdrittel und damit zur Vorweihnachtszeit? Intensiviert er sich oder kippt die Großwetterlage in Richtung mild. Aktuell ist weder ein deutlich zu warmer, noch zu kalter Wettertrend in den Wettermodellen zu erkennen.

Adventszeit winterlich

Zunächst aber einmal zum naheliegenden. Der 2. Advent 2017 wird zum aktuellen Stand weiterhin winterlich berechnet. So sinkt die Schneefallgrenze bei Temperaturen von -2 bis +2 Grad bis zum Sonntag auf tiefere Lagen ab und ab ca. 200 bis 400 Meter können winterliche Straßenverhältnisse erwartet werden. Somit ist nach dem ersten auch der zweite Advent - zumindest für deutsche Verhältnisse - als winterlich zu bewerten.

Winterliche Vorweihnachtszeit?

Bis Heilig Abend sind es jetzt noch 19 Tage, in denen beim Wetter viel passieren kann. Interessant bleiben aber die Simulationen der Wettermodelle allemal und vieles deutet auf eine knappe Kiste hin. Der Trog soll sich über Deutschland in der zweiten Dezemberdekade weitgehend erhalten. Darin stimmen die Simulationen der Wettermodelle überein. Im Detail kommt es aber auf die Zugbahn der Tiefdrucksysteme am südlichen Trogrand an. Daraus ergeben sich drei mögliche Wetterentwicklungen.

  1. Die Tiefdrucksysteme ziehen weit südlich über Mitteleuropa hinweg. Geschieht das bspw. über der Mittelmeerregion, so ist mit einer Verstärkung der Trogwetterlage zu rechnen. Schneefall und eine langsame Einwinterung kurz vor Weihnachten bis in tiefere Lagen herab wären die Folgen einer solchen Entwicklung.
  2. In der zweiten Variante ziehen die Tiefdrucksysteme etwas weiter nördlich über Mitteleuropa hinweg. Eine Zugbahn zwischen den Alpen von Deutschland, Österreich und der Schweiz könnte milde bis nasskalte Luftmassen aus südlichen Richtungen in der Höhe nach Deutschland leiten. Das Ergebnis wäre eine nasskalte und ab den mittleren Lagen durchaus auch winterliche Wetterlage.
  3. In der dritten Variante kippt das Azorenhoch auf dem Atlantik weg und verlagert sich in Richtung Mittelmeerregion. Die atlantische Frontalzone würde sich nach dieser Variante bis nach Mitteleuropa durchschlagen können. Eine deutliche und nachhaltige Milderung wäre demnach zu erwarten, welche auch als Weihnachtstauwetter daherkommen kann.

Kontrollläufe mittelmäßig - Optionen für weiße Weihnachten bleiben erhalten

War das amerikanische Wettermodell mit seinen Simulationen in den letzten Tagen stets die kältere Variante, so änderte sich das heute Nachmittag und es passt sich den Kontrollläufen ganz gut an, bleibt aber bis kurz vor Weihnachten ein kalter Ausreißer. Interessant ist aber die Grundsätzliche Entwicklung des Mittelwertes. Zunächst bis zum 8. Dezember sehr mild, dann vom 8. bis 12. Dezember kalt, anschließend für die Jahreszeit normal und ab dem 16. Dezember wieder leicht zu kalt. Das spricht für die These eines langsam immer kühler werdenden Zeitraums. Richtige Sprünge in die deutlich zu milde Richtung sind aktuell nicht zu erkennen.

Was bedeutet das für das Wetter Weihnachten 2017? Es bleibt schlichtweg offen und können sowohl grün, als auch weiß ausfallen - oder beides, denn der Zeitraum von Weihnachten erstreckt sich ja von Heilig Abend bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag. Und nicht selten war es an Heilig Abend mild und anschließend folgte ein Wetterumschwung nach.

Dezemberprognose des Langfristmodells

Das Langfristmodell berechnet den Dezember 2017 über dem Süden mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad normal und die Gebiete nördlich der Linie von Köln und Dresden werden mit einer Differenz von +0,5 bis +1 Grad leicht zu warm simuliert. Gleichzeitig zeigt sich eine deutlich erhöhte Niederschlagswahrscheinlichkeit, was den Dezember letzten Endes gegenüber seinem Sollwert zu nass ausfallen lassen könnte. Interpretiert man diese Wetterprognose, so ist von einer nasskalten Vorweihnachts- und Weihnachtszeit auszugehen, bei der weiße Weihnachten - zum heutigen Stand - ab den mittleren Lagen nicht unmöglich erscheinen und ab den höheren Lagen für eine gute Schneegrundlage sorgen können.

Polarwirbel für Überraschungen gut

Ob es eine grüne oder weiße Weihnacht 2017 geben wird, hängt auch davon ab, ob der Polarwirbel in Gang kommt, oder zu stärkeren Wellenbewegungen entlang seiner Polarfront neigt. Auf der nachfolgenden Simulation des Polarwirbels erkennt man sehr schön die Kaltluftansammlung über Kanada und Grönland. Der tiefe Luftdruck sorgt dafür, dass stets kalte Luftmassen nach Neufundland auf den Atlantik geführt werden. Anders aber als im letzten Jahr stellt sich in der Vorweihnachtszeit 2017 auf dem Atlantik eine Hochdruckblockade ein, was den sog. Westdrift verhindern kann. Sollte aber dieses Hochdrucksystem auf dem Atlantik seine Blockadehaltung aufgeben, ist der atlantischen Frontalzone Tür und Tor geöffnet.

Simulation des Polarwirbels vom 05.12.2017 in der Vorweihnachtszeit 2017Azorenhoch neigt auf dem Atlantik in der Vorweihnachtszeit zur Blockadehaltung © www.meteociel.fr

Der sog. AO-Index bleibt bis auf weiteres negativ und beschreibt - stark vereinfacht ausgedrückt - den Zustand des Polarwirbels. Der NAO-Index (Verhältnis zwischen Azorenhoch und Islandtief) bleibt neutral mit Tendenz negativ auszufallen. Das spricht mit höherer Wahrscheinlichkeit für nasskalte West- bis Nordwestwetterlagen.

Eines ist sicher: Die Wetterentwicklung Weihnachten 2017 ist und bleibt eine spannende Angelegenheit. Und der sog. QBO hat auch noch ein Wörtchen mitzureden. Normalerweise haben die zonalen Winde um die Jahreszeit mittlere Windgeschwindigkeiten von 110 km/h. Aktuell liegt die Windgeschwindigkeit bei 55 km/h und wird kurz vor Weihnachten mit 36 km/h deutlich schwächer berechnet. Entwickelt sich die Windgeschwindigkeit deutlich und für längere Zeit in die negative Richtung, spricht man von einer QBO-Ost Umkehr, welche eigentlich schon seit letztem Winter überfällig ist. Was passiert bei einer QBO-Ost Umkehr? Der Polarwirbel wird weiter geschwächt, was Polarwirbelsplits wahrscheinlicher macht. Alles Faktoren, welche einen Einfluss auf das Wetter an Weihnachten haben können.



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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +5,0 +2,4 +1,1 208,7 l/m² - zu trocken
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