Vor allem über den höheren Lagen im Westen und Süden von Deutschland sorgen teils kräftige Schneeschauer für die Ausbreitung einer Schneedecke. Doch schon im Verlauf der kommenden Dezemberwoche zeigt sich eine Wetterumstellung, bei der mit einem kräftigen West- bis Südwestwind mildere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können. Insbesondere über den nördlichen Landesteilen steigt das Potential für Starkwindereignisse am 5. und 6. Dezember an.

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Winterlich oder doch eine nachhaltige Milderung?

Nach der aktuellen Wetterprognose für den Winter 2017/18 steht eine durchaus spannende Wetterzeit bevor. Das Entwicklungsspektrum ist entsprechend breit aufgestellt und ermöglicht zum heutigen Stand sowohl die Erhaltung des frühwinterlichen Troges über Mitteleuropa, als auch eine nachhaltige Milderung. Die Kontrollläufe weisen im Mittelwert neutrale Bedingungen aus, was dem Jahreszeit typisch nasskalten Werten entspricht. Das ist aber zum heutigen Stand Quatsch. Warum? Entweder der Trog wird weggeblasen und es wird richtig mild, oder die winterliche Erhaltungsneigung schlägt zu und sorgt für eine Verlängerung des nasskalten bis winterlichen Wettercharakters bis zum 15. Dezember.

Weiße Weihnachten 2010
Das Bild zeigt die letzten weiße Weihnachten 2010, als es in der Nacht von Heilig Abend auf den ersten Weihnachtsfeiertag knapp 30 cm Neuschnee gab

Wetter Weihnachten: Wie stehen die Chancen für weiße Weihnachten 2017?

So paradox das in den Ohren der Winterfans klingen mag, aber eine Milderung in der frühen zweiten Dezemberdekade wäre für ein winterliches Weihnachtswetter zuträglich. Warum? Das Wetter kommt in Zyklen daher, welche sich etwa alle 7 bis 14 Tage abwechseln. Das erhöht zumindest in der Theorie die Wahrscheinlichkeiten auf ein weißes Weihnachtsfest.

Milderung in Sicht

Ob grüne oder weiße Weihnacht hängt also auch von der Wetterentwicklung im zweiten Dezemberdrittel ab. Nach der aktuellen Wetterprognose von heute Nachmittag berechnet das amerikanische Wettermodell eine Ostwärtsverlagerung des Hochdrucksystems in den Bereich zwischen den Azoren und der Mittelmeerregion. Gleichzeitig bleibt bei Grönland das Hochdrucksystem bestehen und die Tiefdruckgebiete auf dem Atlantik müssen sich durch ein enges Nadelöhr zwängen. Das erhöht temporär eine Milderung im Zeitraum vom 7. bis 10. Dezember.

Und dann kommt der Winter wieder?

Die Tiefdrucksysteme verstärken sich über Mitteleuropa und kreisen sich über Skandinavien ein. Gleichzeitig aber macht das Blockadehoch auf dem Atlantik den Sack zu und so entsteht vom 11. bis 16. Dezember nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells wieder eine Großwetterlage, welche nördlich orientiert ist. Das wäre nicht optimal für weiße Weihnachtsfeiertage, denn eine Milderung nach dem 17./18. Dezember hat häufiger Bestand bis zu, bzw. über die Weihnachtsfeiertage hinaus und passt vom Zeitraum her auch hervorragend zur Wettersingularität des Weihnachtstauwetter.

Umfrage weiße Weihnachten 2017Umfrageergebnis: Weiße Weihnachten 2017?

Was spricht für weiße Weihnachten?

Zum einen die Statistik. Die letzten 6 Weihnachtsfeiertage waren zu warm. Etwa alle 8,5 Jahre gibt es weiße Feiertage zu bestaunen. So langsam rückt man dem Bereich wieder näher. Zum anderen ist da der Polarwirbel, welcher einfach nicht in gewohnter Manier an Stabilität gewinnt. Gut möglich, dass dieser Zustand noch bis in das letzte Dezemberdrittel - also rund um die Weihnachtszeit - anhalten wird. Ein instabiler Polarwirbel neigt zu Wellenbewegungen entlang seiner Polarfront. Auffällig dabei ist in 2017, dass Deutschland in der günstigen Position der Trogmitte liegt. In den vergangenen Jahren wurden die Trogvorstöße rasch nach Osten an Deutschland vorbei abgelenkt und nachfolgend liefen die Tiefdrucksysteme auf ein Hoch über Mitteleuropa und Osteuropa auf und sorgten für teils Rekordwärme im Dezember. Das ist in diesem Jahr anders.

Anders ist auch, dass die Kaltluftpumpe zwischen dem östlichen Kanada, Grönland und Neufundland in diesem Jahr nicht in Gang kommen mag. Der Grund hierfür ist das permanent aufrechte Hoch zwischen den Azoren und Grönland, was wie eine Blockade wirkt. Zusammen sind das gute Voraussetzungen für eine winterliche Weihnachtszeit.

Polarwirbel wenig stabilGestörter Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Was spricht gegen eine weiße Weihnacht?

Zum einen der Klimawandel. In den letzten 20 Jahren wurden die Winter im Schnitt um +1 Grad wärmer. Das hebt die gesamte Schneefallgrenze um etwa 100 Meter an. War es früher noch bis auf die mittleren Lagen um die 500 Meter häufiger mal weiß, so sind es jetzt schon 600 Meter. Ab und an gab es in tieferen Lagen auch mal winterliche Abschnitte, heute sind es meist nur Schneeschauer, die aber nicht, oder nur kurz liegen bleiben.

Zum anderen ist ein Blockadehoch auf dem Atlantik keine normale Wettererscheinung. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sich das auflöst und dann kommt die Wettermaschinerie auf dem Atlantik richtig in Gang. Dann ist auch mit einer Stabilisierung des Polarwirbels zu rechnen. Darüber hinaus gibt es auch die Wettersingularität des Weihnachtstauwetter zu berücksichtigen, welche eine erstaunliche Eintreffwahrscheinlichkeit von rund 60 bis 70 Prozent aufweist und ist damit eine der stärksten Wettersingularitäten im ganzen Jahr.

Langfristmodell korrigiert Wetterprognose für den Dezember 2017

Das Langfristmodell berechnete den Dezember 2017 stets mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad zu warm. Das änderte sich in den letzten Tagen und der Dezember wird über Süddeutschland mit -0,5 bis +1 Grad normal bis leicht zu warm und der Norden mit +0,5 bis +1 Grad leicht zu warm berechnet. Das ist ein gravierender Unterschied und zeigt, wie groß der Einfluss der sich nun einstellenden Großwetterlage auf den gesamten Dezember sein kann.

Zusammenfassung

  • Noch ist es zu früh für eine detaillierte Wetterprognose Weihnachten 2017
  • Maßgeblich für die Wetterentwicklung im Weihnachtszeitraum kann das zweite Dezemberdrittel sein
  • Wird es kalt, so steigt die Wahrscheinlichkeit für eine grüne Weihnacht
  • Wird es mild, so steigen die Chancen auf ein weißes Weihnachtsfest
  • Polarwirbel schwächelt weiter, ein Indiz für meridionale Zirkulationsmuster
  • Statistik spricht für eine zunehmend höhere Wahrscheinlichkeit für Schnee an Weihnachten
  • Klimawandel spricht dagegen
  • Blockadehoch auf dem Atlantik in 2017 auffällig
  • Wetterküche bei Neufundland kommt nicht in Schwung
  • Langfristmodell korrigiert Wetterprognose für den Dezember nach unten


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