Bereits im Oktober wurde von manchen Medien über das Wetter an Weihnachten 2017 spekuliert. Das ist schlichtweg an den Haaren herbeigezogen, kehrt aber alle Jahre wieder, so auch in diesem Jahr. Nichtsdestotrotz nehmen die Meldungen über die Frage ob weiße Weihnachten 2017 zu erwarten sind zu. Die ersten unter Ihnen sind auch schon im Weihnachtsgeschenkstress und die Zeit mag knapp erscheinen, aber für das Wetter sind die rund 4 Wochen bis zum Fest noch eine enorme Zeitspanne, in der noch viel passieren kann. Insofern ist - egal welche Weihnachtswetterprognose - derzeit wenig glaubwürdig!

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Thesen und Statistiken zum Weihnachtswetter 2017

Nichtsdestotrotz wollen wir den Fragestellern einen Ausblick auf die statistischen Werte gewähren und die Anhand der aktuellen Wetterentwicklung fortführen um daraus - aus statistischer Sicht - eine These erstellen, wie das Wetter an Weihnachten werden könnte. Sozusagen die ersten Gedankenspiele, welche in den kommenden Tagen und Wochen bis Weihnachten durch Wettertrend, Wetterprognose und letztlich der Wettervorhersage ergänzt, bzw. fortgeführt werden.

Grüne oder weiße Weihnachten? Geht es nach der Wahrscheinlichkeit, so ist in den Niederungen eine geschlossene Schneedecke an Weihnachten in rund 12 Prozent der Fälle möglich. Anders formuliert ist nur alle 8,5 Jahre eine weiße Weihnacht zu erwarten. Letztmalig war das 2010 der Fall. Anders sieht es in den mittleren Lagen (400 bis 800 Meter) aus, da liegt die Wahrscheinlichkeit bei rund 15 bis 50 Prozent (etwa alle 2 bis 7 Jahre, je nach Höhenlage) und in den südlichen und östlichen Regionen sind etwa alle 3 Jahre weiße Weihnachten möglich.

Viele Menschen wünschen sich weiße Weihnachten mit Schnee Viele Menschen wünschen sich an Weihnachten Schnee

These: Weiße Weihnachten 2017 nicht ausgeschlossen

Die Statistik zeigt, dass Schnee an Weihnachten wenig wahrscheinlich ist. Ergo ist man als Meteorologe auf der fast sicheren Seite, wenn man behauptet, dass es keine weiße Weihnachtsfeiertage gibt. Mag sein, ist aber langweilig, denn gerade um die Weihnachtszeit herum sind die Großwetterlagen extremst spannend und nicht selten turbulent - auch die sog. Singularität des Weihnachtstauwetter ist mit daran schuld und letztlich geht es manchmal auch nur um ein paar Meter oder ein paar Grad, welche zwischen weiß oder grün unterscheiden. Da fehlt in manchen Jahren also nicht viel und in manchen Jahren ist schon Wochen vorher klar, dass das nichts werden wird.

Nach der Statistik rückt die nächste weiße Weihnacht aber näher, was die Wahrscheinlichkeit grundsätzlich einmal erhöht. Ein weiterer Fürsprecher ist das Zirkulationsmuster, welches schon über die Frühjahrs-, Sommer- und auch Herbstmonate häufiger durch Hochdrucksysteme an Orten beeinflusst wurden, wo sie eigentlich nicht hingehören. Da läuft in diesem Jahr also grundsätzlich etwas anders und die Großwetterlage neigt häufiger mal zu nordwestlichen bis nördlichen Grundströmungen, als das in den letzten Jahren der Fall war.

Eine weitere Annahme zeigt sich in der Entwicklung der Großwetterlagen, welche i.d.R. sich etwa alle 7 bis 14 Tage erneuern, bzw. durch andere Großwetterlagen abgelöst werden (Erhaltungsneigung und das Ausgleichsverhalten).

Nach der Statistik verläuft das erste Dezemberdrittel häufig mild und wechselhaft, bevor zur zweiten Dezemberdekade sich der Winter allmählich bis in tiefere Lagen durchsetzen kann. Pünktlich zu Weihnachten kommt dann das Weihnachtstauwetter.

Nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle kann das in 2017 anders verlaufen und sich Ende November und Anfang Dezember eine Trogwetterlage über Deutschland, Österreich und der Schweiz etablieren. Nimmt man nun an, dass diese 7 bis 14 Tage durch eine andere - mildere - Großwetterlage ersetzt wird, sind wir im zweiten Dezemberdrittel bis Mitte Dezember. Der nächste Zyklus könnte in der Annahme zur letzten Dezemberdekade - rund um Weihnachten - wieder für eine kältere Variante sorgen.

Langfristmodell: Dezember 2017 zu warm

Das sind aber lediglich verfrühte Gedankenspiele und werden in den kommenden Tagen und Wochen bis Weihnachten in immer kürzer werdenden Abständen an dieser Stelle aktualisiert. Ein Fürsprecher für grüne Weihnachten ist übrigens das Langfristmodell, welches den Dezember 2017 mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1 bis +2 Grad zu warm berechnet. Da bleibt für ein winterliches Spektakel rund um Weihnachten wenig Spielraum. Aber auch das kann sich noch ändern. Mit entscheidend wird sein, wie sich die Großwetterlage Anfang Dezember 2017 einstellen kann und ob der Kaltluftzustrom über das östliche Kanada in Richtung Neufundland gestört wird.

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