Ab Donnerstag setzt sich hoher Luftdruck durch, welcher das Wettergeschehen über Deutschland bis Samstag noch weitgehend beeinflussen kann. So bleibt es die meiste Zeit über trocken und je nachdem, wie schnell sich die morgendlichen Nebel- und Hochnebelfelder auflösen können, kommt die Sonne zum Vorschein, was über dem Süden häufiger als über dem Norden vorkommen kann. Die Temperaturen pendeln sich über dem Osten zwischen +0/+5 Grad und über dem Westen auf +4/+8 Grad ein. Ab Sonntag wird es von Norden her zunehmend unbeständiger und mit zeitweiligen Niederschlägen ist zu rechnen. Bei Temperaturen zwischen +1/+7 Grad sinkt die Schneefallgrenze langsam bis auf mittlere Lagen hin ab und kann in der Nacht auf Montag über Süddeutschland auch örtlich für Schneefall bis in tiefere Lagen sorgen - Details hierzu müssen aber noch abgewartet werden (mehr dazu in der Wettervorhersage Dezember).

Es wird also etwas kühler und die Schneefallgrenze nähert sich so langsam den mittleren Lagen (400-800 Meter). Das bestätigt die Wetterprognosen der letzten Tage. Der Grund hierfür ist eine sich abschwächende Hochdruckbrücke über Mitteleuropa und die erneute Simulation eines Tiefdrucksystems über der Mittelmeerregion. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen voraussichtlich ab dem Wochenende auf eine nördliche Strömungskomponente, welche für nasskalte Temperaturwerte verantwortlich sein kann.

Im weiteren Verlauf kann sich nach den Berechnungen beider Wettermodelle das Tiefdrucksystem über der Mittelmeerregion verstärken und mit einer östlichen Strömungskomponente weiterhin nasskalte Temperaturwerte nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen. Zum aktuellen Stand liegt das Mittelmeertief aber zu weit südlich, als dass es über Deutschland für Niederschläge reichen könnte und es kann bei Tageswerten über dem Süden zwischen -2/+2 Grad und +1/+4 Grad über dem Norden im Zeitraum vom 20./22. Dezember weitgehend trocken bleiben.

Spannend zeigte sich in den letzten Tagen die mögliche Wetterentwicklung kurz vor, bzw. über Weihnachten und bleibt es mit einem breiten Entwicklungsspektrum auch heute noch. Drei mögliche Entwicklungsvarianten heben sich dabei besonders hervor. In der ersten Variante schwächt sich das Mittelmeertief relativ schnell ab und die Hochdruckbrücke zwischen dem Kontinentalhoch über dem westlichen Russland und den Azoren verstärkt sich zunehmend. Gleichzeitig herrscht auf dem Atlantik eine hohe Tiefdruckaktivität und sorgt im Verbund mit der Hochdruckbrücke für eine milde Südwestanströmung der Luftmassen über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Da das Hochdrucksystem aber den Wettercharakter weitgehend über Mitteleuropa dominieren kann, wäre über Weihnachten relativ trockenes, teils sonniges und mildes Wetter zu erwarten - die Chancen auf weiße Weihnachten wären nach dieser Variante in tieferen und auch mittleren Lagen äußerst gering.

In der zweiten Variante bleibt das Mittelmeertief erhalten und "zieht" mit Hilfe der Hochdruckbrücke zunehmend kältere Luftmassen nach Deutschland, welche über Osteuropa nach Süden hin "abtropfen" können. Je nach Position des Tiefdrucksystems wären in diesem Fall über Weihnachten Schneefälle teils bis in tiefere Lagen hinab bei Temperaturen um 0 Grad nicht auszuschließen. Bleibt das Tiefdrucksystem außer Reichweite, so wäre mit einem neblig-trüben, teils auch sonnigen aber kühlen Wettercharakter über Weihnachten zu rechnen. Die Chancen auf weiße Weihnachten sind - vorausgesetzt es gibt Niederschlag - bei dieser Variante in tieferen Lagen schlecht bis mäßig, ab mittleren lagen mäßig und ab den höheren Lagen als gut zu bezeichnen.

In der dritten Variante setzt sich zwischen Grönland, Island und Skandinavien ein kräftiges Tiefdrucksystem mit einem Kerndruck von bis zu 940 hPa durch. Entlang der südlichen Tiefdruckgradienten können weitere Randtiefentwicklungen provoziert werden, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz über Weihnachten zu einer windigen und aktiv-dynamischen Südwest-, West-, oder auch Nordwestwetterlage führen kann. Die Chancen auf weiße Weihnachten wären bei einem milden bis nasskalten Temperaturcharakter in tieferen Lagen als schlecht, in mittleren Lagen als schlecht bis mäßig und in höheren Lagen als mäßig bis gut zu bezeichnen.

Im Detail ist also noch vieles an Möglichkeiten offen - was für ein Wetter wäre denn zum heutigen Stand an Weihnachten am wahrscheinlichsten? Die Kontrollläufe berechnen im Zeitraum von heilig Abend bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag ein Spektrum der Höhentemperaturen in 1.500 Meter Höhe von -8/+6 Grad. Das Temperaturspektrum bewegt sich am 24. Dezember zwischen -5/+6 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Westen, +2/+3 Grad über dem Norden und Süden und +1 Grad über dem Osten) und am zweiten Weihnachtsfeiertag zwischen -5/+10 Grad (Mittelwert: +3 Grad über dem Norden und Westen und +1/+2 Grad über dem Süden und Osten). Die Niederschlagsneigung zeigt über Weihnachten eine leicht ansteigende Tendenz. Zusammenfassend tut sich noch einiges in den Simulationen über die Weihnachtsfeiertage und die Wettermodelle weisen noch wenig an Kontinuität zwischen ihren Simulation auf. Als Trend lässt sich eine nasskalte Wetterentwicklung über Weihnachten erkennen, was die Chancen auf weiße Weihnachten ab den mittleren Lagen - zum heutigen Stand - ansteigen lässt. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem neuen Witterungstrend zum Wetter Winter 2016/17 und gegen 21:00 Uhr erfolgt an dieser Stelle ein kurzes Update zum Wetter an Weihnachten.
Update Wetter Weihnachten:
Eine kältere Phase über dem Osten und Süden wird auch heute Abend im Zeitraum vom 19./21. Dezember berechnet, dafür über dem Norden und Westen etwas milder - Schneeoptionen über dem Osten und Süden sind weiterhin nicht auszuschließen.

Kurz vor Weihnachten wird eine auflebende Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik berechnet, was Wind und einen unbeständigen Wettercharakter zur Folge haben kann. Temperaturen werden in den Abendsimulationen am 23. Dezember weitgehend im nasskalten Bereich berechnet, so dass die Schneefallgrenze bei +1/+5 Grad zwischen 500-800 Meter herum schwanken könnte.

An Weihnachten durchgreifende Milderung aus südwestlichen Richtungen, was weiße Weihnachten an Heilig Abend, dem ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag in tieferen Lagen und mittleren Lagen wenig wahrscheinlich macht.

Kontrollläufe zeigen jedoch erneut eine milder Variante des Hauptlaufs, die Mehrheit liegt vom 24. bis 26. Dezember mit +1/+5 Grad im nasskalten Bereich. Die Chancen auf weiße Weihnachten stehen aber auch nach den Kontrollläufen für tiefere Lagen schlecht, für mittlere Lagen schlecht bis mäßig und für höhere Lagen mäßig bis gut.

Kaltluftzustrom bei Kanada bis Weihnachten intakt, was eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein westlich orientiertes Zirkulationsmuster zur Folge haben kann. AO-Index nach positiven Verlauf im zweiten Dezember-Drittel mit normalisierenden Trend im letzten Dezember-Drittel, NAO-Index positiv. Im Fazit bleibt eine nasskalte bis milde Wettervariante auch heute Abend an Weihnachten die wahrscheinlichere Variante.

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