Der Winter hat es auch in diesem Jahr nicht leicht sich durchzusetzen, allerdings den Winter gleich als erledigt abzuheften ist 12 Tage nach dem meteorologischen und 8 Tage vor dem kalendarischen Beginn noch völlig fehl am Platze. Und auch die jüngsten Berechnungen des amerikanischen Wettermodells zeigen, dass eine tröge und mäßig milde Hochdruckdominanz bis kurz vor Weihnachten gar nicht unbedingt eintreffen muss - die Frage ist nur, in welche Richtung wird die Temperaturentwicklung gehen (Details s. Wetter Winter 2016/17)?

Schneefall ist vor Weihnachten grundsätzlich nicht auszuschließen, aber zum heutigen Stand weniger wahrscheinlich. Sollte sich nun in hypothetischer Annahme weiterhin der hohe Luftdruck bis an Weihnachten durchsetzen können, so wären weiße Weihnachten vielerorts erst ab rund 1.500 Meter zu finden.

Das amerikanische Wettermodell berechnete heute Morgen für den Zeitraum vom 22./24. Dezember den Abbau des hohen Luftdrucks über dem skandinavischen Raum, während zeitgleich das Mittelmeertief sich bis über die Alpen positionieren kann. In Folge daraus wäre mit der Anströmung nasskalter Luftmassen aus nordwestlichen Richtungen zu rechnen, was an heilig Abend Schneeoptionen ab ca. 300-500 Meter nicht ausschloss. Im Zeitraum vom 24./26. Dezember verlagert sich das Tiefdrucksystem weiter nach Norden und geht anschließen in die atlantische Frontalzone über, was den Temperaturcharakter vom 24./26. von nasskalt auf mäßig mild ansteigen lassen kann. Heute Nachmittag gab es keine Bestätigung der Simulation vom Morgen, stattdessen setzte sich über Weihnachten eine mildere und unbeständige Westwindzirkulation durch. Die Detailentwicklung mag sich sicherlich noch mehrmals in die eine oder andere Richtung verändern, es zeigt aber auch heute, dass hinsichtlich des "Betonhochs" über Mitteleuropa bis und über Weihnachten hinweg noch weitere Entwicklungsspielräume gibt.

Die Kontrollläufe bestätigen das breite Entwicklungsspektrum im Zeitraum vom 22./26. Dezember bei einer gleichzeitig leicht zunehmenden Niederschlagserwartung. Dabei zeigt sich der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells ab dem 24. Dezember noch als eine der wärmeren Varianten. Das Temperaturspektrum liegt am 24. Dezember zwischen -10/+7 Grad (Mittelwert: +3 Grad über dem Westen, +2 Grad über dem Norden, +1 Grad über dem Süden und +0 Grad über dem Osten) und am 26. Dezember zwischen -8/+8 Grad (Mittelwert: +0 Grad über dem Osten, +1/+2 Grad über dem Norden und Süden und +3 Grad über dem Westen). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) bestätigen den noch völlig offenen Entwicklungstrend der Temperaturen vor, bzw. über Weihnachten hinweg und liegen im Vergleich zu gestern am 21. Dezember bei 25/50/25 (gestern Abend: 20/50/30) und am 26. Dezember bei 30/40/30 (gestern Abend: 40/40/20). Mit anderen Worten sind an Weihnachten zum heutigen Stand Jahreszeit-typisch nasskalte Temperaturen im Bereich zwischen +0/+5 Grad die wahrscheinlichere Variante.

Wie stehen die Chancen auf weiße Weihnachten 2016? In tieferen Lagen weiterhin schlecht und ab den mittleren Lagen (400-800 Meter) wird sich zeigen müssen, wie sich das Temperaturniveau einpendeln wird, aber zum heutigen Stand stehen die Chancen auf weiße Weihnachten in mittleren Lagen schlecht bis mäßig. Erst ab den höheren Lagen - oberhalb etwa 800 Meter - zeigt sich eine positive Entwicklungstendenz hinsichtlich einer anwachsenden Schneedecke über Weihnachten hinweg. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle, dann u.a. mit dem Rückblick der aktuellen Simulationen der Wettermodelle und der Entwicklung des Polarwirbels.
Update Wetter Weihnachten:
Das amerikanische Wettermodell berechnete heute Morgen eine nasskalte und heute Mittage eine mäßig milde und westlich orientierte Großwetterlage. Heute Abend zeigt sich eine milde Südwestwetterlage über Weihnachten mit Übergang zu einer kühlen/kalten Nordwest- bis Nordwetterlage ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag.

Das europäische Wettermodell stützt ebenfalls eine milde Südwestwetterlage bis zum 23. Dezember. Insofern hat sich an den geringen Chancen für weiße Weihnachten wenig geändert. Aber allein schon die "Sprünge" von Simulation zu Simulation zeigt, dass auch weiterhin noch mit Veränderungen zu rechnen ist.

Mal ganz Abseits der Prognosen der Wettermodelle, was ist denn Aufgrund des Setups für eine Wetterentwicklung an Weihnachten am wahrscheinlichsten? Entscheidend wird u.a. sein, wie lange der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland anhalten wird. Denn dieser Kaltluftzustrom provoziert über Mitteleuropa häufiger mildere Südwest- bis Westwetterlagen. Ein weitere Abhängigkeit ergibt sich aus der Entwicklung des Polarwirbels. Stabilisiert dieser sich kurz vor Weihnachten, so wären ebenfalls westlich orientierte Großwetterlagen wahrscheinlicher, wobei sich in dieser Konstellation noch eine nasskalte Nordwestvarianten dazu gesellen könnte.

Und in welcher Form zeigt sich der Polarwirbel und der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada? Der Polarwirbel wird im Grundsatz mit einem stabilisierenden Trend berechnet, bei der die zonalen Winde über dem Durchschnittswert, aber noch im normalen Bereich liegen. Zum Vergleich: im Oktober und vor allem im November zeigte sich eine negative Entwicklung der zonalen Winde und bescherten letztlich zusammen mit anderen Faktoren normale, bzw. leicht zu kühle Temperaturen über Deutschland. Der AO-Index bestätigt eine positive Entwicklung im zweiten Dezember-Drittel mit einer abschwächenden, leicht negativen Phase zum Beginn des letzten Dezember-Drittels. Zwar ist die Stabilisierung des Polarwirbels durchaus wahrscheinlich, aber bzgl. der Nachhaltigkeit noch nicht in "trockenen Tüchern".

Der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada wird ohne Unterlass mehr oder minder stark vom 13./27. Dezember berechnet - Störfaktoren sind so gut wie keine zu finden. In Summe macht das milde Weihnachten wahrscheinlicher, als zu kalte, oder gar weiße Weihnachten. Insgesamt sind Aufgrund der aktuellen Setups nur wenige Optionen für kältere Lösungen offen und hängen hauptsächlich davon ab, wie sich das Hochdrucksystem positionieren mag - Überraschungen nicht ausgeschlossen.

Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) gegenüber heute Nachmittag, so liegen diese am 21. Dezember bei 25/55/20 (heute Mittag: 25/50/25) und am 26. Dezember bei 30/50/20 (heute Mittag: 30/40/30).

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