Der Wettercharakter zeigt sich bis einschließlich Mittwoch unbeständig und mit milden Temperaturen ist zu rechnen. Ab Donnerstag klingen die Niederschläge allmählich ab und mit einer östlichen bis südöstlichen Grundströmung können die Temperaturen bei einem zu Nebel und Hochnebel neigenden Wettercharakter mancherorts auch in den Dauerfrostbereich absinken, verbreitet sind aber mit +0/+5 Grad auch positive Werte zu erwarten. Insgesamt wenig winterlich (Details s. Wetter Winter).

Verantwortlich für den ruhigen Wettercharakter ist ein Hochdrucksystem östlich von Deutschland, welches - je nach Position - kältere, aber auch mildere Luftmassen bis zum 21. Dezember nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Bereits in den letzten Tagen zeigte in den Simulationen der Wettermodelle auf dem Atlantik eine erhöhte Tiefdruckaktivität. Der Grund hierfür ist der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland. Treffen die kalten Luftmassen auf den relativ warmen Atlantik, so kann die Tiefdruckproduktion entsprechend in Gang gesetzt werden. Eine westliche Verlagerung des Hochdrucksystems auf den Atlantik ist somit bis zum 21. Dezember nahezu auszuschließen. Stattdessen gibt es zwei wahrscheinliche Positionierungen des Hochdrucksystems - über Mitteleuropa oder über dem östlichen Europa, was zu der inversiven, ruhigen und trockenen Hochdruckwetterlage führen kann.

Was müsste sich an der Wetterlage vor Weihnachten ändern, damit sich eine andere Großwetterlage ergeben kann? Das ist relativ einfach zu beantworten - Entweder der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada wird gestoppt, oder das Hochdrucksystem verlagert sich weiter nach Westen in den Bereich über die Mittelmeerregion, England oder Skandinavien.

Damit der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada gestoppt werden kann, sollte der Polarwirbel in einem instabilen Zustand gehalten werden. Danach sieht es nach den aktuellen Berechnungen aber nicht aus. Der AO-Index weist zwar ein breites Spektrum an Entwicklungsmöglichkeiten aus, meist liegen diese aber im positiven Bereich und deuten eine weitere Stabilisierung der Polarwirbels an. Betrachtet man die Entwicklung der zonalen Winde, so ergibt sich eine aktuell leicht über dem Durchschnitt liegende Entwicklung, welche im Verlauf des zweiten Dezember-Drittels deutlich positiv simuliert wird. Dies ist ein weiteres Indiz für einen sich langsam stabilisierenden Polarwirbel.

Eine Veränderung des Kaltluftstromes in Richtung Neufundland ist also nicht so einfach zu verändern, wie sieht es mit dem Hochdrucksystem aus? Rein hypothetische Annahme: verlagert sich das Hoch über die Mittelmeerregion, wäre mit einer windigen, unbeständigen und nasskalten Westwetterlage zu rechnen. Verlagert sich das Hochdrucksystem bspw. bis über England, so gelangt Deutschland auf die östliche Gradientenseite des Hochdrucksystems, was nasskalte bis kalte Luftmassen heranführen könnte und liegt das Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum, so wäre mit einer kalten Ostströmung zurechnen. Bleibt das Hochdrucksystem stattdessen über, bzw. östlich von Deutschland positioniert, so wäre mit einer weiter anhaltend inversiven, zu Nebel und Hochnebel neigenden und mäßig milden bis milden Hochdruckwetterlage zu rechnen.

Und was simuliert das Wettermodell für Chancen auf weiße Weihnachten? Im Zeitraum vom 21./23. Dezember zeigt sich nur bedingt eine Umstellung der Großwetterlage. So zeigt sich nach den Berechnungen von heute Mittag eine übereinstimmende Simulation von heute Morgen, bei der sich eine Hochdruckbrücke von den Azoren über Deutschland bis über das östliche Europa ausdehnen kann, während die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik aktiv gegen das Hochdrucksystem "anrennen", der Durchbruch gegen das "Hochdruckbollwerk" aber nicht gelingen mag. Sollte sich tatsächlich eine Hochdruckbrücke durchsetzen können, so wäre kurz vor Weihnachten mit mäßig milden Temperaturwerten und bei länger andauerndem Nebel oder Hochnebel auch mit Dauerfrost zu rechnen. Durch den fehlenden Niederschlag aber weiterhin wenig winterlich.

Für den 24. Dezember berechnet das amerikanische Wettermodell am Heilig Abend Temperaturen zwischen -2/+4 Grad, am ersten Weihnachtsfeiertag zwischen -1/+6 Grad und am zweiten Weihnachtsfeiertag zwischen +0/+7 Grad. Nach dieser Berechnung von heute Mittag auch über Weihnachten wenig winterlich.

Das ist aber nur eine Momentaufnahme und kann sich in den kommenden Stunden und Tage noch mehrmals ändern. Interessant ist nach diesen Berechnungen zumindest der Ansatz einer sich verändernden Großwetterlage über Weihnachten, bei der sich die Hochdruckverbindung zwischen dem Azorenhoch und dem Kontinentalhoch auflösen und nachfolgend die Tiefdrucksysteme von Nordwesten her nach Mitteleuropa vordringen können. Das wäre mit einer zunehmenden Niederschlagserwartung bei nasskalten Temperaturen und Schneeoptionen ab den mittleren Lagen verbunden.

Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich eine leicht zurückgehende Temperaturtendenz vor und auch über Weihnachten, bei der sich der Mittelwert dem Jahreszeit-typischen Wert annähert. So liegt das Temperaturspektrum am 24. Dezember zwischen -9/+8 Grad (Mittelwert: +3 Grad über dem Westen, +2 Grad über dem Norden und +0 Grad über dem Süden und Osten) und am 26. Dezember zwischen -7/+9 Grad (Mittelwert: +0/+1 Grad über dem Süden und Osten, +2 Grad über dem Norden und +3 Grad über dem Westen). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 21. Dezember bei 10/60/30 und am 26. Dezember bei 35/40/25 und bestätigen über Weihnachten noch eine nach allen Richtungen offene Temperaturentwicklung. Gegen 20:45 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle ein kurzes Update zum Wetter Weihnachten 2016.
Update Wetter Weihnachten:
Kaum Veränderungen in der Simulation des amerikanischen Wettermodells. So bleibt in den Berechnungen bis zum 21. Dezember die Hochdruckdominanz über Mitteleuropa erhalten. Darüber hinaus kommt allmählich Schwung in die weitere Wetterentwicklung, wenngleich in den Abendsimulationen das erneut milde Temperaturen an Weihnachten bedeutet.

So verlagert sich das Hochdrucksystem vom 21./24. Dezember in den Bereich zwischen den Azoren und England und liegt dort bis zum 27. Dezember in "kugelrunder" Formation. Somit ergeben sich weitere - zumeist nasskalte - Varianten, welche aus nordwestlichen Richtungen über die Weihnachtsfeiertage für gelegentlichen Niederschlag sorgen könnten. Die Temperaturen werden am 24. Dezember mit +3/+8 Grad im milden, am 25. Dezember mit +2/+6 Grad im mäßig milden und am 26. Dezember mit +1/+5 Grad im nasskalten Bereich simuliert - insgesamt bleibt aber der wenig winterliche Wettertrend für das Wetter Weihnachten erhalten und weiße Weihnachten bleiben in ihrer Wahrscheinlichkeit zum aktuellen Stand als gering einzustufen.

Zum Vergleich die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) gegenüber heute Mittag, welche am 21. Dezember bei 20/65/15 (heute Mittag: 10/60/30) und am 26. Dezember bei 30/55/15 (heute Mittag: 35/40/25) liegen. Allgemein bestätigt seit einiger Zeit ein Trend zu Jahreszeit-typischen Temperaturen über Weihnachten - deutlich zu warme Werte wie bspw. letztes Jahr sind zum aktuellen Stand weniger wahrscheinlich.

Der Polarwirbel zeigt sich kurz vor Weihnachten in einer relativ stabilen Verfassung, neigt darüber hinaus aber wieder vermehrt zu Wellenbewegungen entlang der Polarfront. AO-Index entsprechend - erst positiv, zum 24. Dezember langsam in den negativen Bereich absinkend. NAO-Index bleibt neutral.

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