Der Zeitraum vom 15./20. Dezember wird von den Wettermodellen noch unterschiedlich interpretiert. Am "winterlichsten" ist das amerikanische Wettermodell, welches auch heute Nachmittag eine - aus Sicht der Liebhaber kühler Temperaturen - für Deutschland "günstige" Hochdruckachse berechnet, so dass relativ kühle Tageshöchstwerte von -2/+5 Grad im Bereich des Möglichen sind. Etwas anders die Simulation des europäischen Wettermodells, bei dessen Berechnungen Deutschland, Österreich und die Schweiz auf der westlichen und somit milden Anströmungsseite des Hochdrucksystems liegen kann (Details s. Winter 2016/17).

Die Gemeinsamkeiten beider Wettermodelle liegen in einem für Deutschland, Österreich und der Schweiz dominierenden Hochdruckgebiet, was Niederschläge - egal ob als Regen oder Schnee - bis zum 20. Dezember wenig wahrscheinlich macht. Insofern bleiben die Chancen auf einen Wintereinbruch bis zum 20. Dezember gering - auch wenn die Temperaturen mancherorts nicht mehr über die 0 Grad Grenze ansteigen können.

Im Zeitraum vom 20./23. Dezember berechnet das amerikanische Wettermodell den kräftigen Zustrom arktischer Luftmassen über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, was die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik in Gang setzt. In Folge daraus entstehen kräftige Tiefdrucksysteme, welche in Richtung Mitteleuropa ziehen werden. Ob es in der Vorweihnachtszeit mild, warm, nasskalt oder doch noch kalt werden kann, hängt ganz davon ab, wie sich das Hochdrucksystem über Mitteleuropa positionieren mag. Aktuell liegt nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells der Hochdruckkern direkt über Deutschland, was weiße Weihnachten wenig und eine klassische Inversionswetterlage (wie in den letzten Tagen) wahrscheinlicher macht. Insgesamt wenig winterlich.

Und wie wird das Wetter an Weihnachten? Zum heutigen Stand berechnet das amerikanische Wettermodell das Hochdrucksystem im Bereich zwischen Deutschland, Österreich und dem östlichen Europa, während von Westen her die Tiefdrucksysteme dagegen anrennen. Die Grundströmung kommt demnach aus südlichen bis südwestlichen Richtungen und kann an Weihnachten in höheren Lagen für milde Temperaturen zwischen +2/+6 Grad und in tieferen Lagen für nasskalte Werte zwischen -1/+5 Grad sorgen. Ob es in tieferen Lagen zudem neblig-trüb oder hochnebelartig bewölkt bleiben kann, hängt im Detail von der Hochdruckposition ab - eine Inversionswetterlage ist aber durchaus eine wahrscheinliche Variante.

Gibt es auch noch andere Varianten? Die gibt es in der Form, als dass sich das Hochdrucksystem über Mitteleuropa in einer steileren Achse nach Norden aufstellen kann - in dieser Variante wäre ein Kaltluftzustrom aus nördlichen Richtungen zumindest nicht auszuschließen, wenngleich diese Variante weniger wahrscheinlich ist. Eine hochdruckdominierte Inversionswetterlage an Weihnachten stützen derzeit auch die Kontrollläufe mehrheitlich. So liegt das Temperaturspektrum an Heilig Abend zwischen -4/+9 Grad bei einem Mittelwert von +3/+4 Grad über dem Norden und Westen und +1/+2 Grad über dem Süden und Osten

Wie sehr die Temperaturentwicklung von der Position des Hochdrucksystems abhängig ist, zeigen die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 20. Dezember bei 25/55/20 und am 25. Dezember bei 35/40/25 liegen. Änderungen sind also möglich, wenngleich zum heutigen Stand eine Hochdruckwetterlage Mitteleuropa an Weihnachten die wahrscheinlichere Option darstellt. Gegen 20:30 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle ein kurzes Update zum Wetter Weihnachten 2016.
Update Wetter Weihnachten:
Das amerikanische Wettermodell bleibt seiner Simulation von einer Hochdruck dominierten Wetterlage im Zeitraum vom 15./22. Dezember treu. Das Hochdrucksystem befindet sich am Anfang noch über der Ostsee, positioniert sich aber bis zum 22. Dezember über den Bereich östlichen Europa, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Somit bleibt die Niederschlagserwartung in diesem Zeitraum gering. Insgesamt steigt mit einer östlichen bis südöstlichen Anströmung der Luftmassen die Neigung zu Nebel und Hochnebel, was die Tageshöchsttemperaturen vom 16./21. Dezember in den Nebelgebieten kaum über 0 Grad ansteigen lassen kann, sonst wären nach dieser Berechnung mit Sonnenschein milde +4/+7 Grad möglich.

Im Vorweihnachtszeitraum kommt etwas mehr "Schwung" in das Wettergeschehen. Die teils kräftigen Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik ziehen auf einer südlicheren Zugbahn in Richtung Mitteleuropa, so dass sich der hohe Luftdruck über Mitteleuropa nach Norden in Richtung Skandinavien ausdehnen kann. Somit könnte eine nasskalte Wetterlage vom 24./26. Dezember - also über Weihnachten - über Deutschland, Österreich und die Schweiz nicht ausgeschlossen werden, was Schneeoptionen ab den mittleren Lagen ab ca. 400 Meter nach sich ziehen würde.

Die Kontrollläufe stützen eine nasskalte Temperaturentwicklung über Weihnachten nicht und berechnen die Höhentemperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe - sowohl in der Vor-, als auch zur Weihnachtszeit - zwischen +2/-2 Grad. Sollte sich der Mittelwert durchsetzen können, so wäre wohl unterhalb 1.000-1.500 Meter bei Tageswerten zwischen +4/+8 Grad nicht mit weißen Weihnachten zu rechnen.

Zum Vergleich die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) gegenüber heute Mittag, welche am 20. Dezember bei 30/60/10 (heute Mittag: 25/55/20) und am 25. Dezember bei 30/45/25 (heute Mittag: 35/40/25) liegen. Hinsichtlich der Temperaturentwicklung ist an Weihnachten noch vieles möglich, fragt sich nur, ob sich auch die Niederschlagsneigung erhöhen kann, oder ob das Hochdrucksystem dominierend bleibt.

Einen weiteren "Dämpfer" erhält der Winter angesichts eines sich positiv entwickelnden NAO- und AO-Index, der Spread bleibt jedoch breit aufgestellt, so dass sich in den kommenden Tagen erst noch zeigen muss, ob sich der Polarwirbel tatsächlich zum letzten Dezember-Drittel stabilisieren kann.

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