Blickt man auf den aktuellen Temperaturmittelwert der bereits vergangenen Dezember-Tage, so liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert bei -0,6 Grad im leicht zu kalten Bereich. Das wird sich in den kommenden Tagen bis einschließlich Montag mit milderen Temperaturen wohl ändern, so dass sich der Mittelwert durchaus auch in den leicht positiven Bereich orientieren kann. Allerdings kündigt sich zum Dienstag nächster Woche der nächste Kaltluftschwall über Ostdeutschland an, so dass eine durchgreifende und nachhaltige Milderung - zum heutigen Stand - auf in Frage gestellt werden kann. Betrachtet man den Zeitraum vom 14./18. Dezember, so simulieren die Wettermodelle durchaus auch kältere Varianten und die Kontrollläufe bestätigen dies heute mit einem sich bis zum 18. Dezember gegenüber dem langjährigen Mittelwert langsam normalisierenden Temperaturtrend erneut (Details s. Wetterprognose Winter).

Mit anderen Worten kommt hinsichtlich der Wetterentwicklung vom 14./18. Dezember wieder mehr "Schwung" in die Sache - ein "Betonhoch" über Mitteleuropa mit mehren Tagen oder gar Wochen Haltbarkeit ist zunächst einmal vom Tisch.

Die Wetterentwicklung in den gestrigen Simulationen des amerikanischen Wettermodells zeigte eine vor Weihnachten zunehmend nasskalte Witterungsperiode mit Optionen auf Schnee ab den mittleren Lagen, so um die 400 Meter herum beginnend. Der Grund hierfür war eine westliche Verlagerung des Hochdrucksystems in Richtung England/Island, so dass Deutschland, Österreich und die Schweiz kurz vor Weihnachten in den Einflussbereich einer nasskalten Nordwestwetterlage gekommen wären. An Weihnachten selbst hat sich das Hochdrucksystem nicht behaupten können und kippte auf eine von West nach Ost verlaufende Hochdruckachse weg. Das hätte - pünktlich zu Weihnachten - eine Milderung nach sich gezogen.

Zum heutigen Stand wird die westliche Verlagerung des Hochdrucksystems im Zeitraum vom 16./19. Dezember erneut simuliert und erhielt in den Berechnungen von heute Nachmittag nochmals eine Unterstützung. Im Unterschied zu gestern kann sich das Hochdrucksystem aber länger auf dem Atlantik gegenüber die Tiefdrucksysteme in blockierender Position behaupten, was das Zirkulationsmuster über Mitteleuropa auf eine nordwestliche bis nördliche Richtung drehen lassen kann. Mit anderen Worten wäre bis kurz vor Weihnachten mit einer nasskalten, teils kalten Trogwetterlage zu rechnen, welche durchaus bis in tiefere Lagen hinab den Schnee bringen könnte.

Und wie wird das Wetter an Weihnachten? Aktuell wird an heilig Abend eine nasskalte Nordwestwetterlage berechnet, welche in Lagen von 200-500 Meter Höhe für Schneefall sorgen kann. Aber auch am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag wäre ein Erhalt der nasskalten Nordwestwetterlage durchaus möglich.

Anmerkung: Es handelt sich hierbei um einen Trend, welcher sich in den letzten Tagen mehrmals in den Simulation zeigte, sich aber in den kommenden Stunden und Tage sicherlich noch in die eine oder andere Richtung verändern kann. Hinsichtlich einer weißen Weihnacht ist aber die Tendenz der Entwicklung - weg vom "Betonhoch" Mitteleuropa - von Wichtigkeit und mit seiner Verlagerung auf den Atlantik eine erneut meridionale Strömungsstruktur ermöglichen könnte. Grundsätzlich eröffnet solch eine Entwicklung einem breiten Spielraum an Möglichkeiten, während ein "Betonhoch" nur wenige, meist "langweilige" Wetterlagen hervorbringen kann.

Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 18. Dezember bei 30/50/20 (gestern: 25/55/20) und am 23. Dezember bei 35/45/20 (gestern: 55/35/10). Das macht weiße Weihnachten 2016 - zum heutigen Stand - durchaus diskussionswürdig, wenngleich sich in den kommenden Tagen noch einiges ändern kann.

Betrachtet man den Polarwirbel, so zeigt sich das Hochdrucksystem über den Aleuten weiterhin als Störimpuls, welches für eine weitere Instabilität des Polarwirbels verantwortlich sein könnte. Nach den aktuellen Simulationen dringt das Hochdrucksystem zum 21./22. Dezember weit in Richtung Polzentrum vor und stellt - zumindest im Ansatz - die Möglichkeit eines Polarwirbelsplits in den Raum, was die Diskussion um weiße Weihnachten noch zusätzlich "anheizen" könnte. Der AO-Index und auch NAO-Index bleiben indes orientierungslos und weisen Möglichkeiten sowohl in die positive, als auch negative Richtung aus - gesichert ist da also noch lange nichts. Zusammenfassend zeigt sich im Zeitraum vom 17./23. Dezember heute durchaus eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine nasskalte Temperaturentwicklung mit Optionen auf Schneefall ab mittleren Lagen, ob es für weiße Weihnachten reichen wird, bleibt weiterhin abzuwarten. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uh in einer kurzen Aktualisierung der Winterprognose.

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