Die milden Temperaturaussichten vom 7. bis voraussichtlich 12. Dezember und möglicherweise auch darüber hinaus, führt bei uns zu vielen Anfragen. Meist mit dem gleichen Hintergrund - wann kommt der Schnee, liegt in den Alpen genug Schnee und wird es vor Weihnachten noch einmal kälter? Viele von Ihnen sorgen sich also, ob der Winterurlaub zur Weihnachtszeit gar im grünen geplant werden muss. Stand heute kann man nicht sagen, wie sich das Wetter Weihnachten entwickeln wird, auch wenn es die ersten Modellberechnungen schon dazu gibt. Wir wollen heute den Fokus des Wettertrends vielmehr auf die Vorweihnachtszeit lenken und dessen mögliche Auswirkungen auf das Wetter Weihnachten 2016.

Blickt man auf den Zeitraum vom 10./15. Dezember, so ist die Wetterentwicklung alles andere als winterlich. Zwar gibt es durchaus Varianten, welche in diesem Zeitraum zu Dauerfrost führen können, diese sind jedoch in der Minderheit. Blickt man auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 10. Dezember bei 0/20/80, am 15. Dezember bei 25/35/40 und am 19. Dezember bei 20/50/30. Betrachtet man die Wahrscheinlichkeit von zu warmen Varianten, so haben diese im Zeitraum vom 10./19. Dezember eine abnehmende und normale bis zu kalte Varianten eine zunehmende Tendenz. Der Durchschnitt liegt vom 15. Dezember bis zum 19. Dezember im nasskalten Bereich. Mit anderen Worten ist nach den Kontrollläufen zum heutigen Stand im zweiten Dezember-Drittel ein nachhaltiger Wintereinbruch bis in tiefere Lagen hinab weniger wahrscheinlich, ab den mittleren Lagen möglich und ab höheren Lagen durchaus in Betracht zu ziehen.

Die Berechnung der Höhentemperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe zeigt bspw. am 19. Dezember ein Temperaturspektrum von -13/+7 Grad, was zu einer Differenz von bis 20 Grad führt. Anders formuliert ist gerade im Zeitraum vom 15./19. Dezember noch einiges an Spielraum für Wetterentwicklungen - sowohl in die eine, wie auch andere Richtung - gegeben.

Nun zu den theoretischen Auswirkungen auf das Wetter Weihnachten und der Frage: sind weiße Weihnachten 2016 möglich? Der aktuelle Temperaturmittelwert liegt bei einer Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von +1,05 Grad in den für die Jahreszeit zu warmen Bereich. Zum Vergleich: letztes Jahr betrug zur gleichen Zeit der Temperaturüberschuss +6,5 Grad und das Langfristmodell simulierte für den Dezember 2015 einen deutlich zu warmen Temperaturverlauf. Das Langfristmodell berechnet den Dezember 2016 in Deutschland mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad weiterhin im normalen Bereich und passt sich somit den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle nicht an. Nimmt man an, dass der Zeitraum vom 8./15. Dezember tatsächlich - wie simuliert - zu warm ausfallen sollte, so könnte der Temperaturüberschuss von +1,05 Grad auf +2 bis +3 Grad ansteigen. Um nun noch wie vom Langfristmodell berechnet normale Temperaturwerte zu erreichen, müsste die zweite Dezember-Hälfte entsprechend um 2 bis 3 Grad zu kalt ausfallen, was zwangsläufig zu winterlichen Temperaturen - auch an Weihnachten - führen sollte.

Wie wahrscheinlich ist das? Grundsätzlich ist beim Wetter alles möglich und von daher nicht auszuschließen. Gut möglich ist aber auch, dass das Langfristmodellen in den kommenden Tagen in den warmen Bereich kippt, oder die Simulationen der Wettermodelle entsprechend kälter werden (erste Varianten hierzu gab es bereits in den letzten Tagen zu sehen). Hinsichtlich der Wettersingularität des sog. Weihnachtstauwetters (auch wenn es nichts zu tauen gäbe) mindert in theoretischer Sichtweise die Wahrscheinlichkeit eines zu kalten Verlauf der zweiten Dezember-Hälfte, wobei es auch Ausnahmen - wie bspw. im Jahre 2010 gibt - nur hat die aktuelle Großwetterlage weniger was mit der von 2010 gemeinsam. Die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells gehen über dem 19. Dezember hinaus und zeigen einen spekulativen Blick darauf, wie das Wetter Weihnachten 2016 sich aufgrund der heutigen Datengrundlage entwickeln könnte. So liegen die Tageshöchstwerte vom 24./26. Dezember mit +4/+11 Grad weiterhin in dem für die Jahreszeit zu milden Bereich - aber wie bereits angemerkt - spekulativ.

Was spricht noch gegen weiße Weihnachten? Der Polarwirbel! Zwar wird dieser bis zur Monatsmitte weiterhin als instabil bewertet, allerdings zeigt sich im Zeitraum darüber hinaus eine Stabilisierung des Wirbels, was die sog. zonalen Winde zunehmend auf eine West-Ost Richtung festigt. Mit anderen Worten wären im Zeitraum vom 15./20 Dezember West- bis Südwestwetterlagen wahrscheinlicher als nasskalte Nordwest- bis kalte Nord- oder gar Ostwetterlagen. Die Frage ob weiße Weihnachten 2016 möglich sind, bleibt zum heutigen Stand offen mit einem vagen Trend in Richtung normal bis zu mild. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 20:45 Uhr in einem Update der Winterprognose.

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!