Es gibt sie noch, die winterlichen Wetterentwicklungen in den Simulationen der Wettermodelle im zweiten Dezember-Drittel, diese sind zum aktuellen Stand aber in der Minderheit, so dass die Wahrscheinlichkeiten auf einen nachhaltigen Wintereinbruch bis zum 16. Dezember eher gering ausfallen (s. Wetter Winter 2016/17).

"Droht" damit - aus Sicht der Winterfans - ein ähnlicher Verlauf wie in den letzten drei Wintern? Nein - zumindest nicht zum heutigen Stand, da die Setups eine ganz andere Konstellation aufweisen (Zitat aus der Winterprognose vom 30. November):
Über dem sibirischen Raum hat bereits eine frühe und außergewöhnlich kalte Wetterperiode stattgefunden, was die Schneedecke dort auf 30-120 cm hat ansteigen lassen und sich schon weit nach Westen hat ausweiten können. Zum anderen ist das die Meereisausdehnung über der arktischen See, welche weiterhin so gering ist, wie noch nie und zu guter Letzt macht der Polarwirbel insgesamt keine gute Figur und zeigt schon sehr früh im Winter Instabilitäten, welche zu hohen Wellenbewegungen entlang der Polarfront und zu Polarwirbelsplits führen können. Ein weiterer sich verändernder Faktor ist die abnehmende Sonnenaktivität in ihrem aktuellen Zyklus und nicht zuletzt die Statistik spricht für einen normalen Winter. Was spricht gegen einen normalen bis zu kalten Winter? Kurz und knapp: der Klimawandel (wer tiefergehende Informationen zu den Setups haben möchte, kann dies hier gerne nachlesen: Wie wird der Winter 2016/17: Die Randfaktoren, bzw. das Setup). In Summe wird der Winter 2016/17 mit hoher Wahrscheinlichkeit anders verlaufen, als die drei warmen Winter zuvor und es würde nicht überraschen, wenn sich in diesem Winter sehr warme und sehr kalte Phasen abwechselnd "die Klinke in die Hand" geben.
Zudem waren sich die Langfristmodelle in den letzten drei Winter sehr schnell einig darüber, dass diese komplett zu warm verlaufen würden. Auch das ist in diesem Jahr anders. So berechnet das Langfristmodell für den Dezember 2016 eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich, für Januar 2017 mit -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu milden und im Februar 2017 mit +1/ü2 Grad im deutlich zu warmen Bereich. In Summe ist nach der Wettervorhersage des Langfristmodells mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad mit einem leicht zu milden Winter 2016/17 zu rechnen.

Darin liegt auch der Ansatz einer Fortsetzung der Gedankenspiele hinsichtlich des Wetter Weihnachten und der Möglichkeit von weiße Weihnachten 2016. Die ersten 8. Dezember-Tage haben voraussichtlich eine weitgehend normale Temperaturentwicklung gegenüber dem langjährigen Mittelwert auszuweisen. Zum Ende des ersten und über weite Teile des zweiten Dezember-Drittels zeigt sich zum heutigen Stand eine Mehrheit für eine der Jahreszeit entsprechend zu milde Temperaturentwicklung, was in Summe bis zum 17./18. Dezember zu einem Temperaturüberschuss von +0,5/+1,5 Grad führen könnte. Sollte sich die Wetterprognose des Langfristmodells aber bewahrheiten, so müssten sich die Temperaturen im letzten Dezember-Drittel spürbar abkühlen - also passend zur Weihnachtszeit. Andersherum würde ein Auftreten der Wettersingularität des Weihnachtstauwetter einen Temperaturüberschuss eher noch begünstigen. Rein aus dieser Betrachtung heraus stehen die Wahrscheinlichkeiten für weiße Weihnachten zunächst einmal nicht schlecht.

Vielmehr entscheidend für grüne oder weiße Weihachten wird aber sein, wie sich die Temperaturen im zweiten Dezember-Drittel entwickeln werden. Zum heutigen Stand zeigt sich ein sich normalisierender Temperaturtrend, welcher sich im Verhältnis der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) am 12. Dezember mit 5/45/50 und am 17. Dezember mit 25/40/35 deutlicher zeigt. Zum Vergleich: letztes Jahr lagen zur gleichen Zeit die Verhältnisse für den 18. Dezember bei 10/30/60 und zeigten schon recht früh, in welche Richtung das Wetter Weihnachten einschlagen würde.

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