Bis zum Start in die neue Woche bleibt die südwestlich bis westlich orientierte Strömung über Deutschland, der Schweiz und Österreich erhalten. Somit ändert sich auch nichts an den für die Jahreszeit viel zu milden Temperaturen. Teileweise können die Temperaturen in den kommenden Tagen auch in den frühlingshaften Bereich ansteigen und schaut man auf den aktuellen Temperaturmittelwert der bereits vergangenen Dezember-Tage, so liegt die Abweichung bei rund +4,8 Grad. Somit wird schnell klar, dass der Dezember sich in eine ganze Reihe von zu warmen Monaten in 2015 einreihen wird, denn um diesen Temperaturüberschuss abzubauen, müssten im letzten Dezember-Drittel Tageswerte von unter -10 Grad vorherrschen und das ist aktuell nicht erkennbar.

Zwischenzeitlich werden auch die Simulationen der Wettermodelle für das Wetter in der Vorweihnachtszeit und an Weihnachten verbindlicher. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so liegt im Zeitraum vom 20./23. Dezember ein Tiefdrucksystem im Bereich zwischen Island und Skandinavien und ein Hochdrucksystem über der Mittelmeerregion, welches sich bis über das östliche Europa ausweiten kann. Somit bleibt es über Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Vorweihnachtszeit bei der südwestlichen und milden Anströmung der Luftmassen, wobei Stark- oder Extremwindereignisse gegenüber den letzten Simulationen heute weniger wahrscheinlich geworden sind. Nichtsdestotrotz lebt der Wind - insbesondere über dem Nordwesten - weiter auf und kann über exponierten Lagen und entlang der Küste in Böen auch stürmisch sein - sonst ist der Wind meist stark bis mäßig und lässt mit jedem Kilometer in Richtung Südosten nach. Der Grundcharakter ist wechselhaft, wobei mit Südwestwetterlagen die Niederschlagswahrscheinlichkeit über dem Nordwesten höher als über dem Südosten einzustufen ist. Wie warm kann es werden? Simuliert werden am 23. Dezember Tageswerte zwischen +8/+13 Grad.

Das europäische Wettermodell simuliert einen ganz ähnlichen Ansatz, jedoch positioniert sich das Hochdrucksystem bis zum 23. Dezember weiter westlich und somit näher an Deutschland, was die Niederschlagsneigung und die Windstärke allgemein abschwächt, aber grundsätzlich nichts an den für die Jahreszeit zu warmen Temperaturen ändert.

Vom 24. bis 26. Dezember kippt die Tiefdruckachse nach der Berechnung des amerikanischen Wettermodells auf dem Atlantik in Richtung Azoren, so dass in Folge daraus die Grundströmung südlich bis südwestlich orientiert bleiben kann und weiterhin warme Luftmassen über die Alpen nach Deutschland geführt werden können. Wie warm? Die Höhentemperaturen liegen in etwa 1.500 Meter Höhe bei rund +5 Grad, so dass sich daraus in tieferen Lagen Tageswerte zwischen +8/+13 Grad ergeben könnten.

Das europäische Wettermodell berechnet eine etwas andere Variante, bei der das Hoch etwas weiter östlich liegt und die Gradienten der Systeme zueinander schwächer ausgeprägt sind. Somit können die Luftmassen über Weihnachten zur Ruhe kommen und sich entsprechend abkühlen, so dass es mit -2/+2 Grad in 1.500 Meter Höhe etwas frischer sein kann. Aber auch das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass in tieferen Lagen über Weihnachten - je nach Nebelauflösung - Tageswerte zwischen +0/+5 Grad, bzw. +6/+11 Grad es unwinterlich bleibt.

Wie stehen die Chancen für weiße Weihnachten? Der Trend der letzten Tage für grüne Weihnachten festigt sich zunehmend und die Spielräume für andere Varianten werden zunehmend kleiner. So liegt das die Schwankung der Höhentemperaturen in den Simulationen der Kontrollläufe im Bereich zwischen -5/+5 Grad und weisen eine Differenz von 10 Grad aus - seriöser und verbindlicher wird es mit einer Differenz von 2/4 Grad, jedoch lag die Differenz gestern noch bei 17 Grad, was die Entwicklungsmöglichkeiten einschränkt. Zusammenfassend bleiben die Chancen auf weiße Weihnachten in tiefen und mittleren Lagen schlecht, in höheren Lagen bleibt es weiterhin abzuwarten, aber auch hier sieht es mit möglicherweise hohem Luftdruck nicht nach Niederschlag aus. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Winter.

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