In den kommenden Tagen wird es in Deutschland, Österreich und der Schweiz richtig mild. So werden bis Mittwoch / Donnerstag Temperaturen von +10/+15 Grad und örtlich auch noch darüber in Aussicht gestellt. Erst zum Wochenende gehen die Werte auf +6/+11 Grad zurück, bleiben jedoch für die Jahreszeit im viel zu warmen Bereich.

Schaut man auf die Simulationen des amerikanischen und europäischen Wettermodells, so folgt im Zeitraum 19./21. Dezember ein weitere Warmluftschub nach, so dass die Temperaturen erneut auf +9/+13 Grad, örtlich auch auf bis +15 Grad ansteigen könnten. Der Grund hierfür ist eine auflebende Wetteraktivität auf dem Atlantik, welche mit ihren Tiefdrucksystemen in Richtung Mitteleuropa steuert. Jeweils auf deren Vorderseite werden sehr warme Luftmassen nach Deutschland geführt, was diese warmen Temperaturwerten zum Ergebnis haben kann.

Die Wetterentwicklung selbst ist als äußerst interessant und in Teilen auch als imposant zu bezeichnen. So bildet sich im Zeitraum 20./23. Dezember eine ganze Reihe von kräftigen Tiefdrucksystemen aus, welche entlang einer Tiefdruckrinne Neufundland, Island, Skandinavien verlaufen und ihre südlichen Gradienten bis nach Mitteleuropa ausweiten können. In Folge daraus sind nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells Randtiefentwicklungen nicht auszuschließen, welche bspw. zum 23. Dezember auch zu Schnellläuferentwicklungen führen können. Somit sind in diesem Zeitraum weiterhin Stark- und Extremwindereignisse über Deutschland nicht auszuschließen.

Ähnlich - aber gemäßigter - ist die Simulation des europäischen Wettermodells, welches die Tiefdruckrinne etwas nördlicher verlaufen lässt und somit dem Hochdrucksystem etwas mehr Spielraum gibt, um sich weiter nach Norden auszudehnen und für ruhigere Wetterverhältnisse sorgen kann.

Ob mit viel oder weniger Wind, der Grundcharakter ist nach beiden Simulationen bis zum 23. Dezember gleich. Mild und unbeständig. Wie mild? Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so liegen die Tageshöchstwerte am 23. Dezember zwischen +3/+8 Grad und nach dem europäischen Wettermodell zwischen +6/+12 Grad.

Wie wird das Wetter zu Weihnachten? Das amerikanische Wettermodell bringt heute eine neue Variante ins Spiel, die für "Zündstoff" sorgen könnte. Die massive Tiefdruckaktivität sorgt dafür, dass die Tiefdruckrinne weit über den Osten vorankommen kann und positioniert sich bis zum 24. Dezember im Bereich Barentssee/Karasee. Gleichzeitig schiebt sich ein hoher Luftdruck in Richtung Grönlandsee/europ. Nordmeer. Im Verbund mit dem Tief und dem Hoch könnten kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden geführt und trifft dort auf die eh schon "brodelnde Wetterküche". Deutschland verbleibt demnach noch im Zustrom milder bis warmer Luftmassen aus südwestlichen bis westlichen Richtungen - daran hat sich gegenüber den letzten Tagen wenig verändert, allerdings sorgt die Simulation - für alle die sich weiße Weihnachten wünschen - zumindest in der Theorie für einen (wirklich) kleinen "Hoffnungsschimmer". Warum? Je nachdem wie kräftig dieser mögliche Kaltluftzustrom sein wird, kann sich in den kommenden Simulationen durchaus noch etwas verändern. Und wenn nicht? Dann verbleibt Deutschland im milden "Wettersumpf". Wie stehen die Chancen auf weiße Weihnachten? Das Verhältnis der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) liegt am 24. Dezember bei 5/15/80 (gestern: 0/10/90) und am 26. Dezember bei 5/30/70 (gestern: 0/20/80) und zeigen - zum aktuellen Stand - für tiefere und mittlere Lagen kaum Chancen auf weiße Weihnachten, ob es in höheren Lagen reichen wird, bleibt abzuwarten. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem neuen Witterungstrend zum Wetter Winter 2015/16 und gegen 21:00 Uhr erfolgt an dieser Stelle ein kurzes Update zum Wetter an Weihnachten.
Aktualisierung:
Die Wettermodelle bleiben in ihrer Struktur den Simulationen der letzten Tage für das Wetter an Weihnachten treu. So simuliert das amerikanische Wettermodell eine aktiv-dynamische Wetterlage vor Weihnachten mit Starkwindereignissen, wobei das Potential für Extremwindereignisse in Form von Schnellläuferentwicklungen weiterhin gegeben ist. Passend zum 24. Dezember können kurzweilig etwas frischere Luftmassen nach Deutschland geführt werden, so dass - je nach Intensität der Niederschläge - am Morgen und Abend auch kurze Graupelschauer nicht auszuschließen wären. Vielfach wird jedoch ein zu milder Wettercharakter simuliert, welcher bis zum 26. Dezember anhalten kann. Im Grunde ähnlich ist der Ansatz des europäischen Wettermodells, jedoch positioniert sich nach dessen Simulation das Hochdrucksystem weiter nördlicher, so dass der aktiv-dynamische Wettercharakter sich weiter nördlich "austoben" und Deutschland im ruhigen und milden Sektor des Hochdrucksystems verbleiben kann. Ist das Wetter für Weihnachten nun gesichert? Je nach Betrachtungsweise: Leider oder zum Glück noch nicht, denn die Kontrollläufe haben in der Höhe noch immer eine Schwankungsbreite von bis zu 15 Grad am 24. Dezember (-5/+10 Grad), so resultiert daraus ein Temperaturspektrum, welches am Heiligen Abend zwischen +2/+10 Grad bei einem Mittelwert von +5/+6 Grad liegen kann. Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 24. Dezember bei 5/25/70 (heute Mittag: 5/15/80) und am 26. Dezember bei 5/25/70 (heute Mittag: 5/30/70) - kaum Veränderungen also.

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