Der Winter macht auch in diesem Jahr bisweilen keine gute Figur und glänzt - mal abgesehen vom Schnee im November - bisweilen mit Abwesenheit. Das "höchste der Gefühle" ist dabei das noch örtlich begrenzte freikratzen zugefrorener Autoscheiben am Morgen. Aber auch das wird sich wohl in den kommenden Tagen ändern, wenn es nach den gängigsten Varianten der Wettermodelle noch wärmer werden sollte. Je nach Variante könnten die Höchstwerte die +15 Grad Marke erreichen und unter Föhnbedingungen wären auch Werte darüber nicht auszuschließen. Bleibt es in der Vorweihnachtszeit und an Weihnachten bei diesen frühlingshaften Aussichten oder schlägt der Winter (endlich) zu?

Eine kurze Randbemerkung - die höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurden am 24. Dezember 2012 mit +20,7 Grad in München registriert. Das amerikanische Wettermodell simuliert bis zum 20. Dezember einen neuerlichen - kräftigen - Kaltluftvorstoß über das östliche Kanada in Richtung Neufundland. So wird die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik weiter "angeheizt" und sollte die Tiefdrucklücke über den Azoren schließen. Somit wäre ein Fortbestand der warmen Südwestwetterlage demnach weniger wahrscheinlich. Stattdessen kann sich eine äußerst unangenehme Westwetterlage einstellen, bei der zum aktuellen Stand Starkwindereignisse, z.T. aber auch Extremwindereignisse nicht auszuschließen sind. Wie stark kann der Wind sein? Zum 23./24. Dezember wird eine Randtiefentwicklung simuliert, welche sich zum Schnellläufer weiter entwickeln könnte - Windgeschwindigkeiten von 70-115 km/h wären demnach im Bereich des Möglichen. Und die Temperaturen - bleiben die mild? Bei Westwetterlagen ist das nicht auszuschließen, allerdings sind bei einer solch hohen Dynamik eher nasskalte Werte zu erwarten, was die Temperaturen im Bereich zwischen +2/+7 Grad schwanken lassen kann. Und weiße Weihnachten? Im Zeitraum 24./26. Dezember sind bei dieser Wetteraktivität unter Umständen Graupelschauer bis in tiefere Lagen nicht auszuschließen. Mit weißen Weihnachten hat das aber wenig gemeinsam.

Schaut man auf die Kontrollläufe, so liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums im Zeitraum zwischen dem 24./26. Dezember zwischen +4/+6 Grad im für die Jahreszeit weiterhin zu milden Bereich, wenngleich der Temperaturtrend gegenüber dem 19. Dezember mit einem Mittelwert von +9/+12 Grad eine deutlich abnehmende Tendenz aufweist. Sind noch andere Varianten möglich? Bis Weihnachten sind es noch 12 Tage und Veränderungen sind sicherlich möglich - insbesondere theoretischer Natur. Schaut man aber auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 20. Dezember bei 0/5/95 (!!!), am 24. Dezember bei 5/20/75 und am 26. Dezember bei 5/25/70. Die Chancen auf weiße Weihnachten sind zum heutigen Stand in tiefen und mittleren Lagen denkbar schlecht und in höheren Lagen nicht auszuschließen. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle in einem kurzen Update zu den Chancen auf weiße Weihnachten.
Aktualisierung:
Tagsüber hat sich in den Simulationen bis zum 23. Dezember wenig verändert. So sind nach dem amerikanischen Wettermodell im Zeitraum 20./23. Dezember weiterhin Stark- und unter bestimmten Voraussetzungen auch Extremwindereignisse möglich. Hervorgerufen werden diese aktiv-dynamischen Wetterphänomene durch einen kräftigen Kaltluftausbruch im Bereich zwischen östlichem Kanada, Grönland in Richtung Neufundland - der Geburtsstätte für mitteleuropäischer Tiefdrucksysteme. Spannend bleibt es um die Weihnachtszeit hinsichtlich der Frage ob es weiße oder grüne Weihnachten geben wird. Warum? Die Großwetterlage wird sich aller Voraussicht nach mit Beginn des letzten Dezember-Drittels von einer warmen Südwestwetterlage zu einer milden Westwetterlage verändern. Da die Tiefdrucksysteme jedoch gradientenstark sind, gelingt denen der Durchbruch bis weit über den Osten und bleiben nicht über Skandinavien "hängen". Somit könnten sich "rückseitige" Kaltlufteinschübe, welche zwar keinen Winter mit sich bringen, aber immerhin die Temperaturen auf ein nasskaltes Niveau an Weihnachten absinken lassen könnten. Graupelschauer wären demnach im Zeitraum 24./26. Dezember nicht auszuschließen, wobei winterliche Verhältnisse - nach den heutigen Simulationen - allenfalls in höheren Lagen anzutreffen wären. Die Kontrollläufe bestätigen den milden Temperaturtrend bis zum 20. Dezember und haben bis zum 23. Dezember einen leichten Abwärtstrend, wobei der Mittelwert mit einer Abweichung von 0/4 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert noch immer zu hoch ist. Wie stehen die Chancen auf weiße Weihnachten? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) liegen diese am 20. Dezember bei 0/0/100 (heute Mittag: 0/5/95 - das kommt 8 Tage bis zum Eintreffen nicht allzu oft vor), am 24. Dezember bei 5/10/85 (heute Mittag: 5/20/75) und am 26. Dezember bei 5/45/50 (heute Mittag: 5/25/70).

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