Die Wetterentwicklung im Zeitraum vom 15./19. Dezember steht nach der aktuellen Wetterprognose und geht mehr und mehr in Richtung milde Varianten, wobei noch nicht klar ist, ob möglich stattfindender Kaltluftzustrom von Nord nach Süd den Osten von Deutschland erreichen kann.

Entspricht diese milde Variante bereits der typischen Wettersingularität des Weihnachtstauwetter? Auch wenn es in diesen Jahr gar keinen Schnee gibt, welcher in der Vorweihnachtszeit weg tauen könnte, so kann es die Wettersingularität durchaus geben und schaut man auf die Simulation des europäischen und amerikanischen Wettermodells, so entsprechen die Konstellationen der Wettersysteme durchaus dem typischen Muster eines "Weihnachtstauwetter" - allerdings mit einem Unterschied: zeitlich etwas früh.

Insbesondere das amerikanische Wettermodell simuliert zum 17. Dezember ein kräftiges Tiefdrucksystem auf dem Atlantik, welches sich bis zum 19. Dezember von Neufundland bis nach Skandinavien erstrecken kann. Solche eine kräftige Aktion hat auch eine Gegenreaktion zur Folge. So verlagert sich - zum heutigen Stand - der Tiefdruckkern bis zum 23. Dezember in gradientenstarker Formation über Skandinavien und verlagert die Ausrichtung der Tiefdruckachse von Südwest-Nordost auf Nord-Süd. Sollte das eintreten, würden am südlichen Gradienten weitere Randtiefsysteme entstehen können, welche ihren Einflussbereich auf Deutschland ausweiten können. Bedingt durch die Tiefdruckachse können in Schüben kühlere Luftmassen nach Süden geführt werden und könnten Deutschland im Zeitraum 24./25. Dezember - pünktlich zu Weihnachten - erreichen und somit weiterhin die Chancen auf weiße Weihnachten bewahren. In einer anderen Variante kann sich die Tiefdruckachse nicht drehen und Deutschland, Österreich und die Schweiz verbleibt bis an Weihnachten in einer milden bis warmen Südwestwetterlage.

Wie ist diese Simulation einzuschätzen? Die Kontrollläufe bestätigen heute erneut ein breites Entwicklungsspektrum beim Wetter. So liegt die Temperaturdifferenz der Höhentemperaturen der jeweiligen Kontrollläufe zum 23. Dezember in etwa bei 19 Grad. Für eine halbwegs haltbare Wetterprognose, bzw. Wettervorhersage sollte die Temperaturdifferenz in der Höhe nicht mehr als 2/4 Grad betragen - somit bleibt es bei einem Wettertrend für Weihnachten. Die Kontrollläufe verdeutlichen dennoch sehr schön, dass die Wetterentwicklung zu Weihnachten und einhergehend mit der Frage ob grüne oder weiße Weihnachten keinesfalls bereits "zu den Akten gelegt" werden kann. So liegt das Temperaturspektrum - zum heutigen Stand - am 20. Dezember bei -7/+12 Grad (Mittelwert: +8 Grad über dem Westen und Süden und +5 Grad über dem Norden und Osten) und am 24. Dezember bei -11/+12 Grad (Mittelwert: +4/+6 Grad über dem Norden, Westen und Süden und +3 Grad über dem Osten). Wie stehen die Chancen auf weiße Weihnachten heute? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) liegen am 20. Dezember bei 10/20/70, am 24. Dezember bei 15/40/45 und am 25. Dezember bei 20/40/40.

Schaut man auf den Polarwirbel, so zeigt sich im Zeitraum 15./23. Dezember eine zunehmende Wellenbewegung entlang der Polarfront, welche zwischen Kanada, Grönland, Skandinavien und Russland stärker ausgeprägt ist, als auf der gegenüberliegenden Seite. Der AO-Index Wert zeigt sich bis zum 14. Dezember im positiven Bereich und entwickelt sich darüber hinaus mehrheitlich in den neutralen Bereich. Der NAO-Index weißt eine abnehmende Tendenz auf, wenngleich der Mittelwert im positiven Bereich verbleibt. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle mit einem kurzen Update zum Wetter Weihnachten, bzw. auch zur Vorweihnachtszeit.
Aktualisierung:
Heute Nachmittag simulierte das amerikanische Wettermodell für das Wetter an Weihnachten eine äußerst warme und heute Abend wieder gemäßigte Temperaturvariante. Allerdings scheinen sowohl das europäische als auch amerikanische Wettermodell bis zum 20. Dezember folgende Wetterentwicklung mehrheitlich zu unterstützen. Zunächst dominiert im Zeitraum 13./17. Dezember eine Tiefdruckrinne von Neufundland über die Azoren, England bis nach Skandinavien im Verbund mit einem Hochdrucksystem über dem Mittelmeerraum das Wettergeschehen. Deutschland liegt demzufolge in einer warmen Südwestanströmung der Luftmassen und von Winter ist nichts zu sehen. Selbst in höheren Lagen um die 1.300 Meter können die Tageswerte bspw. am 16. Dezember auf +4/+8 Grad ansteigen. Im Zeitraum vom 16./18. Dezember gelingt der Kaltluftausbruch vom europ. Nordmeer über Skandinavien und wird knapp an Deutschland über das östliche Europa abgelenkt. Gleichzeitig positioniert sich zum 19. Dezember ein Sturmtief über Island, was den Trog über den Azoren langsam auflösen kann. Nachfolgend könnte sich nach dem amerikanischen Wettermodell bis zum 22. Dezember eine windige und unbeständige Westwetterphase einstellen, welche zum 23./25. Dezember eine erhöhte Neigung zu Wellenbewegungen entlang der Polarfront aufweist. Und welche Chancen ergeben sich hieraus auf weiße Weihnachten? Die Chancen auf weiße Weihnachten stehen heute Abend etwas schlechter wie zu milde (grüne) Weihnachten. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) liegen am 20. Dezember bei 10/20/75 (heute Mittag: 10/20/70), am 24. Dezember bei 15/30/55 (heute Mittag: 15/40/45) und am 25. Dezember bei 20/35/45 (heute Mittag: 20/40/40). Insbesondere die Wellenbewegungen entlang der Polarfront sind immer für "Überraschungen" gut. Schaut man auf den Polarwirbel, so wird heute Abend eine Dipolausbildung des Polarwirbels im Zeitraum vom 20./26. Dezember simuliert, was in letzter Konsequenz auch zu einem Polarwirbelsplitt führen kann. Anders formuliert ist für das Wetter an Weihnachten noch viel Potential für Entwicklungen gegeben, wenngleich eine milde bis warme Variante bis zum 20. Dezember - zum aktuellen Stand - als wahrscheinlich gilt.

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