Während das europäische Wettermodell im Zeitraum zwischen dem 12./17. Dezember eine milde Temperaturvariante simuliert, sind bei der Berechnung des amerikanischen Wettermodells schon mehr Entwicklungsmöglichkeiten beim Wetter gegeben. So können sich mit einem kräftigen Tiefdruckcluster zum 17. Dezember über Skandinavien kalte Luftmassen im Bereich zwischen Grönland, Island, europ. Nordmeer und Skandinavien ansammeln, woraus sich bis zum 20. Dezember drei wesentliche Wetterentwicklungen herausbilden könnten (nähere Einzelheiten s. aktuelle Wetterprognose Winter).

In der ersten Variante ziehen die Tiefdrucksysteme von Neufundland über die Azoren auf einer südlicheren Bahn nach Skandinavien, als das aktuell der Fall mit einer Zugbahn Neufundland - Island - Skandinavien der Fall ist. Somit kann sich über Mitteleuropa bis zum 20. Dezember ein Hochdrucksystem etablieren, was im Verbund beider Systeme milde bis warme Luftmassen nach Deutschland führen kann. In der zweiten Variante kann es durch den Kaltluftvorstoß zu einer aktiv-dynamischen Wetterentwicklung kommen, welche im Zeitraum zwischen dem 15./20. Dezember mit ihrem Strömungsmuster westlich orientiert sein kann. In Folge daraus wären mal milde, mal nasskalte Varianten denkbar, wobei Starkwindereignisse im Bereich des Möglichen liegen können. In der dritten Variante vollzieht sich die Umstellung der Großwetterlage zum 18./20. Dezember mit dem kräftigen Tiefdruckcluster über der Barentssee und führt nachfolgend sukzessive kühlere Luftmassen von Nord nach Süd. Die atlantische Frontalzone wird in diesem Fall jedoch alles "unternehmen" um den Kaltluftvorstoß aus nördlichen Richtungen zu verhindern, so dass die daraus folgenden Wetterphänomene zunehmend komplexer werden können - von mild über nasskalt bis hin zu kalten Varianten und unter Umständen auch Grenzwetterlagen ist bei solch einer Konstellation alles möglich.

Was für Auswirkungen können diese Varianten auf das Wetter an Weihnachten, bzw. auf weiße Weihnachten haben? Die ersten Simulationskarten sind heute für Weihnachten eingetroffen und zeigen am 24. Dezember ein Hochdruckkern über Spanien/Frankreich, dessen Einflussbereich bis nach Deutschland reicht. Gleichzeitig wird die kalte Luft über Skandinavien nach Süden bis über das östliche Europa geführt, so dass der Norden und Osten noch von den eher nasskalten Luftmassen erfasst werden kann, während der Südwesten im milden Einflussbereich des Hochdrucksystems verbleibt. Ob es grüne oder weiße Weihachten geben wird, lässt sich - zum heutigen Stand - anhand der Simulationskarten noch nicht bestimmen. Schaut man auf die Kontrollläufe und deren Temperaturspektrum, so bleibt der Trend zur Abkühlung der letzten Tage erhalten. So liegt das Temperaturspektrum am 18. Dezember zwischen -4/+12 Grad (Mittelwert: +6 Grad über dem Westen und Süden und +3/+4 Grad über dem Norden und Osten) und am 23. Dezember zwischen -3/+14 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Süden, Westen und Norden und +3 Grad über dem Osten) - das sollte aber dennoch nicht darüber hinweg täuschen, dass der Mittelwert für die Jahreszeit insgesamt etwas zu mild ausfällt. Blickt man auf den Polarwirbel, so zeigt dieser weiterhin eine erhöhte Wahrscheinlichkeit zu Wellenbewegungen entlang der Polarfront, welche das Kältepotential im Zeitraum zwischen dem 15./23. Dezember mehr und mehr in Richtung Polregion und Sibirien verlagern kann (aktuell noch im Bereich zwischen Polregion, nördl. Kanada, Grönland). Damit eine Wetterumstellung sich als Indikator abzeichnet, müsste sich der sog. NAO- und auch AO-Index Wert negativ verändern, wobei der NAO-Index - vereinfacht ausgedrückt - den Zustand zwischen hohen und tiefen Luftdruck zwischen Azoren und Island und der AO-Index den Zustand des Polarwirbels beschreibt. Der NAO-Index bleibt bis zum 12. Dezember im positiven Bereich und neigt sich bis zum 16. Dezember in den leicht positiven bis neutralen Bereich. Die Entwicklung AO-Index ist der des NAO-Index sehr ähnlich und die Indikatoren lassen somit weiterhin Umstellungsvarianten der Großwetterlage zu. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) liegen am 20. Dezember bei 10/25/65 und am 23. Dezember bei 20/25/55. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 21:00 Uhr in einem kurzen Update der Winterprognose.

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