Noch simulieren die Wettermodelle über die Weihnachtsfeiertage mehrheitlich Sturm über Deutschland - in einigen Simulationen sind aber auch orkanartige Winde nicht auszuschließen. Somit ist das Wetter über die Weihnachtsfeiertage aus meteorologischer Sicht und zum heutigen Stand als äußerst kritisch einzustufen. Warum? Entlang der südlich verlaufenden Frontalzone können sich sog. Wellen, Randtiefdrucksysteme bis hin zu Schnellläufern entwickeln, die in ihrer Eigendynamik äußert unberechenbar sind. Die Detailprognosegüte erreicht aus diesem Grund lediglich 54 Prozent, wobei der grobe Wetterablauf an Weihnachten mit 73 Prozent sehr wahrscheinlich ist (Details zur Prognosegüte). Der 24. Dezember beginnt zunächst trocken und vor allem in der Osthälfte aufgelockert bewölkt. Ab den Nachmittagsstunden steigt die Niederschlagswahrscheinlichkeit im Westen an und auch der Wind nimmt mit Windgeschwindigkeiten zwischen 50-90 km/h zu - direkt an der Küste sind auch Windgeschwindigkeiten bis 100 km/h nicht auszuschließen. Am ersten Weihnachtsfeiertag beruhigt sich der Wind mit weiteren Niederschlägen über Deutschland allmählich etwas, doch bereits in der Nacht auf den zweiten Weihnachtsfeiertag folgt die nächste Tiefdruckwelle, die mit einem Kerntiefdruck zwischen England und Skandinavien von bis zu 930 hPa heftiger ausfallen kann. Die Simulierten Windgeschwindigkeiten liegen in einem Spektrum zwischen 60-110 km/h, sollte sich in den südlichen Gradienten noch eine Welle ausbilden können, ist auch mit Orkan über Deutschland mit bis zu 130 km/h zu rechnen. Wie bereits erwähnt müssen hierzu die Details noch abgewartet werden. Zusammenfassend wird das Wetter über die Weihnachtsfeiertage windig bis stürmisch, regnerisch und mit Temperaturen zwischen +3/+8 Grad für die Jahreszeit deutlich zu warm. Gibt es denn Spielraum für Überraschungen? Durchaus möglich, denn die Eigendynamik der Tiefdruckzellen bietet grundsätzlich Spielraum für weitere Möglichkeiten. In Summe spiegeln dass die Kontrollläufe wieder. So liegt der zu erwartende Luftdruck über Deutschland an Weihnachten zwischen 1040 hPa (tatsächlich ruhiges Hochdruckwetter) und 950 hPa (Sturm, bzw. Orkan) - im Mittel werden um die 1000 hPa simuliert. Beim Temperaturspektrum scheint hingegen alles klar zu sein - am 25. Dezember sind Temperaturen zwischen +3/+9 Grad möglich, wobei der Mittelwert um die +5 Grad liegt. Im Bezug auf den zweiten Weihnachtsfeiertag und die Aussichten auf eine schwere Sturm-, bzw. Orkanwetterlage werden dem einen oder anderen unter Ihnen sicherlich Erinnerungen an Lothar wecken. Oberflächlich betrachtet war damals die Wetterlage eine recht ähnliche - ein Schnellläufer brachte zum zweiten Weihnachtsfeiertag in weiten Teilen von Deutschland den zerstörerischen Orkan. Lothar bleibt aber in seiner Konstellation einmalig - eine Wiederholung der Ereignisse von damals ist - zumindest zum heutigen Stand - auszuschließen. Im Laufe des Abends erfolgt eine Aktualisierung dieser Wetterprognose. Ob die stürmische Wetterphase bis zum Jahresende anhalten wird, oder ob sich Möglichkeiten für einen Wintereinbruch ergeben, klären wir gegen 15:00 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Winter.
Update:
Keine grundlegende Veränderung in den Simulationen der Wettermodelle. Starker bis stürmischer Wind am 25./25. Dezember vornehmlich im Westen. Am 26. Dezember verbreitet Sturm, örtlich schwerer Sturm bis 100 km/h mit einer Wahrscheinlichkeit von 59 Prozent. Gefahr von orkanartigen Winden ist weiterhin gegeben. Sonst bleibt es über die Weihnachtsfeiertage wechselhaft und mit +3/+8 Grad für die Jahreszeit zu mild.

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