Viele der Rückmeldungen, welche wir über unsere Wetterprognose Weihnachten erhalten, schreiben weiße Weihnachten 2017 generell schon einmal ab. Das hat auch seinen Grund, ist die Wetterlage - nach den Simulationen der Wettermodelle - doch relativ klar und auch schon gut strukturiert. Aber es gibt eben auch noch die Unsicherheitsfaktoren, sodass man zum heutigen Stand keinesfalls behaupten kann, dass grüne Weihnachten gesichert sind.

Unsicherheitsfaktor bleibt der Polarwirbel<

Schaut man sich die Simulationen des Polarwirbels der letzten Wochen an, so stellt man fest, dass dieser sich mit seiner Stabilität schwer tut. Daran ändert sich auch über Weihnachten nichts und das ist und bleibt der größte Unsicherheitsfaktor in den kommenden Tagen.

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Nur einmal als Beispiel die Berechnungen des europäischen Wettermodells von heute. Die Großwetterlage ist gut Strukturiert und folgt man den roten Pfeilen, so ergibt sich daraus eine richtig stramme Westwetterlage über Weihnachten und auch sicherlich für die Zeit darüber hinaus.

Aber selbst Laien sollten erkennen, dass mit dem Polarwirbel was nicht stimmt und das liegt im Hochdruckeinschub von westlichen Kanada über die Polarregion bis nach Grönland begründet.
Folgende These: sollte sich das Azorenhoch in Richtung Grönland aufwölben, so ergäbe sich eine ganz andere Strömungsstruktur, welche in etwa der der letzten Wochen entspricht (grüne Pfeile). Aus mild und stürmisch West wäre plötzlich eine Nordwest- bis Nordwetterlage möglich.

Polarwirbelberechnung Ende Dezember

Berechnung des Polarwirbels nach dem europäischen Wettermodell Ende Dezember © www.meteociel.fr

Wie wahrscheinlich ist eine Wetterumstellung?

Man müsste die Frage eher umkehren - welche Wetterlage wäre denn überhaupt wahrscheinlich? Denn nur einmal als Beispiel für oben genannte These die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells. Völlig andere Struktur, mit völlig anderer Position des Hochdrucksystems. Allerdings laufen hier die Tiefdrucksysteme der atlantischen Frontalzone auf das Hoch auf und sorgen eher für noch milderes Wetter.

Polarwirbelberechnung Ende Dezember

Berechnung des Polarwirbels nach dem amerikanischen Wettermodell Ende Dezember © www.meteociel.fr

Wetter Silvester 2017: Der Polarwirbel ist und bleibt der Taktgeber

Es riecht derzeit stark nach einem Polarwirbelsplit in der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester, wobei die Ansätze des amerikanischen Wettermodells kräftiger als wie beim europäischen Wettermodells sind.

Ob es winterlich kaltes, oder vorfrühlingshaft mildes Silvesterwetter 2017 geben wird hängt auch davon ab, wie die Hochdrucksysteme durch den Polarwirbel gehen. Wie anhand des Beispiels vom amerikanischen Wettermodell bringt für Freunde des Winterwetters der schönste Splitt nichts, wenn er an der falschen Stelle geschieht.

Wetterprognose Silvester 2017

Anders formuliert darf man aus heutiger Sicht davon ausgehen, als dass sich die Simulationen der Wettermodelle noch mehrmals in die eine oder andere Richtung bewegen werden und eine Detailprognose für Silvester noch nicht möglich ist. Der sog. AO-Index wird ebenfalls in zwei Entwicklungsrichtungen berechnet - einmal in die stark negative und einmal in die positive Richtung. Das deutet entweder auf einen Polarwirbelsplit, oder aber auf die Stabilisierung der Polarwirbels hin. Der NAO-Index wird neutral mit der Tendenz leicht negativ auszufallen berechnet. Daraus ableitend zeichnen sich zwei Wetterentwicklungen ab, welche in der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester zum heutigen Stand zutreffend sein können.

  • Windige, teils stürmische, milde und regnerische Westwetterlage
  • Kalte bis nasskalte Nordwest- bis Nordwetterlage

Ein Indiz dafür, dass sich der Polarwirbel stabilisieren kann, zeigt sich in der Windentwicklung der sog. zonalen Winde in der 10 hPa Fläche. Sind die Windgeschwindigkeiten positiv, ist von einem intakten West-Ost Strömungsmuster auszugehen, wird er indes stark negativ berechnet, so kippt die Strömung auf Ost-West und schwächen den Polarwirbel zusätzlich. Aktuell liegen die Windgeschwindigkeiten bei 70 km/h. Der Durchschnitt liegt in etwa bei 108 km/h. Ende Dezember schießt der Wert regelrecht nach oben und erreicht 162 km/h. Ende Dezember wären in etwa 130 km/h normal. Man wird sehen, wohin das führen wird. Alles ist möglich, wenngleich ein nasskalter Trend derzeit die höheren Wahrscheinlichkeiten hat sich durchzusetzen.

Übrigens - scrollen Sie mal etwas weiter nach unten. Dort finden Sie die Berechnung des Polarwirbels vom 14. Dezember. Sieht ganz ähnlich aus, wie die von heute, hätte jedoch den Vollwinter in Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Folge gehabt. Kleine Veränderungen, große Auswirkung.

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