Pfingsten im Wetterwechsel: Erst Regen, dann Chance auf Sommerwetter
Der Sommer an Pfingsten? Ein Trog lässt die Temperaturen zum verlängerten Wochenende weiter zurückgehen und kann über dem Süden teils unwetterartigen Regen bringen. Frühsommer, Vollfrühling oder Sommerwetter sehen anders aus. Doch bis zu den Pfingstferien sind es noch 12 Tage, um die Großwetterlage zu drehen. Die Vorhersage-Modelle hatten im Hinblick auf den Sommer in den vergangenen Tagen einige interessante Ansätze, welche heute mit gleich zwei extremen Entwicklungen gestützt werden.

Trogdurchbruch zum Feiertag. Ein Hoch dehnt sich aktuell auf dem Atlantik weit nach Norden aus und blockiert die Frontalzone zwischen den Azoren und Island. Hochdrucksysteme drehen sich im Uhrzeigersinn, was wiederum zur Folge hat, dass ein Cluster des Polarwirbels zwischen dem europäischen Nordmeer, Skandinavien und England nach Süden austrogt und Deutschland am 14. Mai (Vatertag; Christi Himmelfahrt) erreicht. Bei zahlreichen Schauern, welche regional von Gewittern begleitet werden können, pendeln sich die Temperaturen auf +10 bis +15 Grad ein. Dort, wo die Schauer länger andauern können, kühlt es auf bis zu +7 Grad ab.
Unwetterartiger Regen am verlängerten Wochenende
Der Trog erreicht in der Nacht auf Freitag die Alpen und bedient sich der feucht-warmen Mittelmeerluft, saugt sich voll und regnet bis einschließlich Samstag über Teilen von Baden-Württemberg und Bayern mit einem quasistationären Verhalten an Ort und Stelle ab. Fraglich ist im Moment noch, wie weit der teils unwetterartige Regen nach Norden übergreift - die meisten Modelle berechnen den Niederschlag über Regionen südlich der Donau. Über dem Rest von Deutschland ist bei starker bis wechselnder Bewölkung mit ein paar Schauern zu rechnen, verbreitet aber lässt die Niederschlagsaktivität nach. Die Temperaturen erreichen +10 bis +15 Grad, nach Osten bis +17 Grad und bei Dauerregen +7 Grad. Wer es genauer wissen möchte: Wetter Mai 2026.

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Trog löst sich auf - Hoch baut sich auf
Die obenstehenden Wetterkarten zeigen die Großwetterlage am 17. Mai. Vom Trog ist nicht mehr viel übrig und es stellt sich eine gradientenschwache Wetterentwicklung ein, was über Deutschland am Sonntag die Niederschlagsaktivität weiter abklingen lässt und häufiger die Sonne zum Vorschein bringt. Zudem entsteht auf dem Atlantik der nächste Triggerimpuls, was nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells für den Sommer an Pfingsten ein entscheidender Impuls ist.
Stabile Hochdruckzone dominiert das Pfingstwetter
Der Trog auf dem Atlantik dehnt sich am 20. Mai weit nach Süden aus, was das Azorenhoch dazu zwingt, sich weiter nach Osten zu verlagern und Kontakt zum Kontinentalhoch über dem westlichen Russland aufzunehmen. Bereits zum 21. Mai schließt sich die Hochdruckzone über Mitteleuropa vollständig.
Über Deutschland, Österreich und der Schweiz klingen die Niederschläge vollständig ab und mit einer verbreitet maximal möglichen Sonnenscheindauer steigen die Temperaturen bis zum 22. Mai auf +18 bis +24 Grad an.
Sommerwetter an Pfingsten
Die Hochdruckzone erhält sich bis Pfingsten und lässt die Temperaturen mit viel Sonnenschein auf sommerliche +22 bis +26 Grad und örtlich auf bis +28 Grad ansteigen. Gut möglich, dass nach dieser Wetterprognose am Pfingstmontag lokal die hochsommerliche +30 Grad-Marke erreicht werden kann.

Wettertrend nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Sommer täuscht nur an
Die Vorhersage-Modelle sind sich heute mit ihren Pfingstprognosen sehr ähnlich. Der Unterschied liegt lediglich in der Gewichtung der Wettersysteme. So kann sich auch nach der Wettervorhersage des amerikanischen Prognosemodells vor Pfingsten eine Hochdruckzone über Mitteleuropa aufbauen, was die Niederschlagsaktivität abklingen und die Temperaturen bis zum 22. Mai auf +20 bis +25 Grad und örtlich auf sommerliche +27 Grad ansteigen lassen kann.
Der nächste Trog lauert an Pfingsten
Auf den obenstehenden Wetterkarten der Europäer erkennt man über Pfingsten ein Kältezentrum über der Karasee, das mit einem Hoch über Grönland damit droht, nach Süden auszubrechen. Das Azorenhoch aber blockiert diesen Vorstoß, was sommerlich warmes Pfingstwetter möglich machen kann.
Geht es nach dem Wettertrend des amerikanischen Wettermodells, so zieht sich das Azorenhoch weiter nach Süden zurück und ermöglicht über die Feiertage einen neuerlichen Vorstoß polarer Luftmassen nach Deutschland. Die Temperaturen gehen über Norddeutschland auf +12 bis +16 Grad zurück und können nach Süden auf bis zu +25 Grad ansteigen. Begleitet wird der Wetterwechsel von einer zunehmenden Schauer- und Gewitteraktivität.

Clusteranalyse 100 Prozent-Wahrscheinlichkeit bröckelt
Vor 48 Stunden hatte die Clusteranalyse eine Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent für eine Hochdruckzone über Mittel- oder Nordeuropa berechnet. Die Prognose geht nun bis zum 27. Mai und beinhaltet eine Korrektur.
So sind 15 unterschiedliche Varianten möglich. In Clustern zusammengefasst, ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent für ein Blockadehoch zwischen Mittel- und Nordeuropa, was weiterhin ein starkes Signal für den Sommer über die Feiertage und zum Beginn der Pfingstferien ist. Ganze 20 Prozent entfallen auf ein Blockadehoch auf dem Atlantik, was für einen meridionalen Verlauf der Grundströmung spricht und eine Trogwetterlage nicht ausschließen lässt. Jeweils 6 Prozent entfallen auf ein Blockadehoch über Grönland und einen Durchbruch der Westwetterlage.
Verifikation unserer Pfingst-Prognose
Unsere Pfingst-Prognose vom 3. Mai beruhte nicht auf Modellberechnungen, sondern auf Erfahrungen dazu, welches Wetter auf eine bestimmte Wetterlage folgt. Die Prognose vom 3. Mai:
Dominierend bleibt das gestörte Zirkulationsmuster, welches mit einem Hochdruckrücken über Mitteleuropa entweder deutlich zu warmes und trockenes Wetter oder mit einem Trog vergleichsweise kühles und nasses Wetter bringen kann. Nach unserer Einschätzung wird sich das Blockadehoch über dem Atlantik und Grönland bis zum 20. Mai erhalten können. Bis Pfingsten wird sich das Blockadehoch weiter über Mitteleuropa entwickeln können (abkippen) und so dem Sommer eine Chance zum Durchbruch bieten.
Die Vorhersage-Modelle zeigen weiterhin starke Signale für ein Sommerhoch, was auch von der Clusteranalyse gestützt wird, doch einheitlich sind die Berechnungen nicht und so wird unsere These vom 3. Mai nur bedingt gestützt.
Die Wettervorhersage auf den Punkt gebracht: Der Durchbruch des Sommers zu Pfingsten?
Das ist die Frage, um die es auch heute geht. Kommt nach dem Vorstoß polarer Luftmassen zu Christi Himmelfahrt der Sommer zu Pfingsten? Die Clusteranalyse ist noch aus einem anderen Grund interessant. Die normal vorherrschende Westwetterlage hat demnach nur eine Wahrscheinlichkeit von 6 Prozent, während Blockadewetterlagen 94 Prozent erreichen. Entscheidend dafür, ob Sommerwetter oder nicht, ist letztlich die Positionierung des Hochdrucksystems ab - Hop-oder-Top
wenn man so will.
Die Kontrollläufe haben in ihrer Pfingstprognose in den vergangenen 48 Stunden eine deutliche Korrektur nach oben vorgenommen und heute bestätigt. Der Tiefpunkt der Temperaturen wird mit einer Anomalie von -4 bis -2 Grad heute erreicht und steigt bis Pfingsten mit einer Anomalie von +2 bis +4 Grad kontinuierlich an, was Temperaturen von +18 bis +24 Grad zur Folge hat - Frühsommer, kein Sommer. Im direkten Vergleich zu den Kontrollläufen bildet die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells die mit Abstand kälteste Variante ab. Möglich ja, wahrscheinlich nein.
Aber auch die Niederschlagsprognose hat bis Pfingsten eine Korrektur erfahren und ist bis zum 19. Mai noch leicht bis mäßig erhöht, nachfolgend schwach bis leicht erhöht. Die Kontrollläufe ziehen allmählich mit und stützen den frühsommerlichen Entwicklungstrend. Schaun mer mal.

| Datum | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
|---|---|---|
| 18. Mai 2026 | +7 bis +23 Grad | +16 bis +19 Grad |
| 22. Mai 2026 | +9 bis +27 Grad | +18 bis +20 Grad |
| Pfingsten 2026 | +10 bis +28 Grad | +19 bis +21 Grad |

Wetterdaten Juni 2026
Top-10 Extremwerte Juni 2026
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Wert Datum Station Bundesland 29,5 08.06.2026 Kitzingen Bayern 29,5 08.06.2026 Regensburg Bayern 29,4 08.06.2026 Möhrendorf-Kleinseebach Bayern 28,7 08.06.2026 Simbach - Inn Bayern 28,6 08.06.2026 München-Stadt Bayern 28,5 02.06.2026 Langenlipsdorf Brandenburg 28,5 08.06.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 28,4 08.06.2026 Nürnberg-Netzstall Bayern 28,3 08.06.2026 Müllheim Baden-Württemberg 5,2 11.06.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -7,0 11.06.2026 Zugspitze Bayern 1,9 11.06.2026 Großer Arber Bayern 2,0 11.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 2,5 11.06.2026 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 2,9 06.06.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 3,1 10.06.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 3,1 11.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 3,7 11.06.2026 Lenzkirch-Ruhbühl Baden-Württemberg 4,0 06.06.2026 Carlsfeld Sachsen 4,0 11.06.2026 Fichtelberg Sachsen -
Wert Datum Station Bundesland 59,9 04.06.2026 Redefin Mecklenburg-Vorpommern 46,1 10.06.2026 Deggenhausertal-Azenweiler Baden-Württemberg 43,1 02.06.2026 Hötensleben-Barneberg Sachsen-Anhalt 42,7 02.06.2026 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 39,9 02.06.2026 Balderschwang Bayern 39,6 04.06.2026 Lübtheen Mecklenburg-Vorpommern 37,8 02.06.2026 Colmberg-Binzwangen Bayern 36,8 09.06.2026 Vilsbiburg Bayern 36,0 02.06.2026 Gelbelsee Bayern 36,0 10.06.2026 Herzogenaurach-Burgstall Bayern -
Wert Station Bundesland 133,1 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern 124,9 Wittmund-Carolinensiel Niedersachsen 116,9 Oberstdorf-Birgsau Bayern 110,4 Aschau-Stein Bayern 109,8 Balderschwang Bayern 109,2 Marktschellenberg Bayern 108,7 Kreuth-Glashütte Bayern 101,6 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 100,4 Oberstdorf-Rohrmoos Bayern 100,3 Garmisch-Partenkirchen (Kanker) Bayern -
Wert Station Bundesland 0,7 Heilbronn-Klingenberg Baden-Württemberg 1,0 Geratal-Gräfenroda Thüringen 1,4 Dörnick Schleswig-Holstein 1,4 Friedrichswalde Brandenburg 1,7 Leonberg-Höfingen Baden-Württemberg 1,8 Schönbeck Mecklenburg-Vorpommern 2,9 Schiffmühle-Neutornow Brandenburg 2,9 Waigolshausen Bayern 3,4 Lengefeld-Neunzehnhain Sachsen 3,7 Arzberg-Köllitsch Sachsen -
Wert Datum Station Bundesland 102,2 02.06.2026 Lindau (SWN) Bayern 99,4 04.06.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 97,2 04.06.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 88,2 04.06.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 85,3 02.06.2026 Gailingen Baden-Württemberg 84,6 08.06.2026 Weilheim-Bierbronnen Baden-Württemberg 83,2 09.06.2026 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein 81,4 09.06.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 80,6 08.06.2026 Weißenburg-Emetzheim Bayern 80,3 04.06.2026 Gülzow-Prüzen Mecklenburg-Vorpommern -
Wert Station Bundesland 98,6 UFS TW Ems Hamburg 95,7 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 94,0 Wittenberg Sachsen-Anhalt 93,5 Jeßnitz Sachsen-Anhalt 93,2 Magdeburg Sachsen-Anhalt 93,0 Fehmarn Schleswig-Holstein 92,8 Leipzig - Halle Sachsen 92,6 Hiddensee-Vitte Mecklenburg-Vorpommern 92,0 UFS Deutsche Bucht Hamburg 91,7 Querfurt-Mühle Lodersleben Sachsen-Anhalt -
Wert Station Bundesland 36,0 Oberstdorf Bayern 36,0 Schneefernerhaus Bayern 36,8 Mittenwald - Obb. Bayern 37,5 Zugspitze Bayern 42,7 Wuppertal-Buchenhofen Nordrhein-Westfalen 43,9 Kohlgrub, Bad (Rosshof) Bayern 44,4 Garmisch-Partenkirchen Bayern 44,4 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 45,4 Halblech-Bayerniederhofen Bayern 45,6 Kleve Nordrhein-Westfalen
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juni 2026 beträgt 15,3 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 0,0 °C (91/20 -1,1 °C). Am 08.06.2026 konnte mit 29,5 °C über Kitzingen (Bayern) die höchste und am 11.06.2026 mit -7,0 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 17,5 °C Berlin. Frischer ist der Juni 2026 mit einem Durchschnittswert von 14,7 °C bisweilen über Rheinland-Pfalz.
Im Juni 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 31,4 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 36 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 5 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 68,4 Stunden ihren Sollwert von 201,2 Stunden zu 34 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 98,6 Stunden über der UFS TW Ems (Hamburg). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 36,0 Stunden über der Oberstdorf (Bayern).











