Pfingsten 2020 - Der Durchbruch des Sommers?

Durchwachsenes und sommerlich warmes Pfingst-Wetter?
Durchwachsenes und sommerlich warmes Pfingst-Wetter?

Das Auf und ab der Temperaturen hält sich seit dem März hartnäckig. Aktuell ist es wieder spürbar kühler geworden - sind damit sommerliche warme Pfingsten wahrscheinlicher geworden?

Das Wetter wechselt sich in regelmäßigen Abständen ab - so war das zumindest früher. In letzter Zeit lässt sich feststellen, dass die Großwetterlagen zunehmend länger andauern und das Wetter über einen größeren Zeitraum beeinflussen können. Aktuell ist das in Form einer Trogwetterlage der Fall, die zu den meridional ausgerichteten Großwetterlagen gehören. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen überwiegend auf der östlichen Seite des Hochdrucksystems. (Mehr dazu in der Wetterprognose Mai und Frühling / Sommer 2020).

Deutschland liegt am östlichen Hochdruckgradienten: Frisches Mai-Wetter
Wetterprognose nach den europäischen Wettermodell: Deutschland liegt am östlichen Hochdruckgradienten: Frisches Mai-Wetter
© www.meteociel.fr

Wann ist Pfingsten und wie ist das Wetter normalerweise?

Der Pfingstsonntag ist am 31. Mai, der Pfingstmontag am 1. Juni 2020. Pfingsten liegt somit exakt zwischen den Eisheiligen und der Schafskälte. Der 1. Juni ist zugleich auch der Beginn des meteorologischen Sommers. Gute Voraussetzungen für eine sommerliche Großwetterlage? Schaut man sich die Statistik an, so schwankte der Mittelwert in den letzten 20 Jahren am 31. Mai und 1. Juni zwischen +13 bis +28 Grad. Der Durchschnittswert lag bei rund +20 Grad. Das ist der Wert an dem man sich im Wettertrend für Pfingsten durchaus orientieren kann. Verbreitet sommerliche Werte jenseits der +25 Grad sind Ende Mai und Anfang Juni noch eher selten und gab es in gerade einmal 15 Prozent der Fälle.

Statistisch: Starkregen

Auch das konnte man in den letzten Jahren immer wieder feststellen. Ende Mai und Anfang Juni waren prädestiniert für erhebliche Niederschlagsmengen. Im Vergleich zu den letzten 20 Jahren gab es am 31. Mai und 1. Juni in 55 Prozent der Fälle erhebliche Starkniederschläge zu vermelden. In nur 25 Prozent der Fälle war das Wetter Ende Mai und Anfang Juni nahezu trocken.

Statistisches Fazit: Durchwachsenes Pfingstwetter

Geht es also nach der Statistik, so sind an Pfingsten Tageswerte um die +20 Grad bei einer gemäßigten bis erhöhten Niederschlagstätigkeit zu erwarten. Gut, dass sich das Wetter aber nicht an die Statistik hält, wenngleich die Signifikanz doch deutlich ist!

Wettervorhersage der Vorhersage-Modelle

Die Vorhersage-Modelle schwanken derzeit noch kräftig hin und her und sich noch unschlüssig mit der Position des Hochdrucksystems. In den letzten Stunden aber zeichnet sich ein Trend ab, der durchaus plausibel und wunderbar zum Wesen einer meridionalen Großwetterlage passt.

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Dem Sommer sehr nah

Die Tiefdruckaktivität gewinnt über dem Atlantik an Fahrt und stabilisiert sich mit einem Zentraltief über Island. Das drückt das Hoch bei England nach Osten weg und sorgt über Mitteleuropa für eine gradientenschwache Großwetterlage.

Niederschläge sind allenfalls in Form von Schauern und Gewittern und weniger in flächendeckendem Landregen zu erwarten. Die Temperaturen aber werden zu Pfingsten in einem Bereich simuliert, der mit +17 bis +23 Grad exakt dem statistischen Wert entspricht.

Gradientenschwach mit Niederschlag - Statistisch normales Wetter an Pfingsten 2020?
Wetterprognose nach den amerikanischen Wettermodell: Gradientenschwach mit Niederschlag - Statistisch normales Wetter an Pfingsten 2020?
© www.meteociel.fr

Die gestörte Zirkulation wird bis Pfingsten anhalten

Was aber neben der noch unsicheren Wetterentwicklung festgehalten werden kann, ist der Umstand, dass die gestörte Zirkulation - samt ihrem meridionalen Strömungsmuster - wohl noch bis Pfingsten wird anhalten können. Das ist ein gegenüber der Statistik konträrer Punkt, denn meridionale Großwetterlagen neigen zu extremen Temperaturwerten - entweder sehr warm, oder kalt - selten normal.

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Schaut man sich die Druckanomalien bis zum 22. Mai an, so erkennt man ein umfassendes Hochdrucksystem über der Polarregion. Der Polarwirbel selbst ist nur noch bruchstückhaft mit einem Zentrum über der Barentssee präsent. Da sich Hochdruckgebiete nun aber einmal im Uhrzeigersinn drehen, hat das einen direkten Einfluss auf die Tiefdrucksysteme. Die werden in diesem Fall ordentlich ausgebremst und die Gesamtkonstellation ermöglicht damit eine Hochdruckzone über Mitteleuropa. Also doch der sommerliche warme Pfingstwettertrend?

Eine imposante Hochdruckanomalie über der Polarregion stützt das gestörte Zirkulationsmuster bis Pfingsten
Die Druckanomalien bis 22. Mai: Eine imposante Hochdruckanomalie über der Polarregion stützt das gestörte Zirkulationsmuster bis Pfingsten © climatereanalyzer.org

Auf den Punkt gebracht: Durchwachsen und für die Jahreszeit zu warme Pfingsten

Das ist der Trend, der sich aus den aktuellen Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle für Pfingsten 2020 ableiten lässt. Ein rasches durchsetzen einer zonalen (West) Wetterlage ist nicht zu erwarten. So ist eine anhaltend gestörte Zirkulation bis Pfingsten sehr wahrscheinlich. Voraussichtlich wird die Hauptrolle ein Hochdrucksystem spielen, was Niederschläge in Form von Schauern und Gewittern zulässt, die Temperaturen jedoch sind tendenziell für die Jahreszeit etwas zu warm und bewegen sich mit +19 bis +24 Grad knapp unter dem sommerlich warmen Niveau. Soweit der Stand.

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +9,83 +0,85 -0,25 743 l/m² - normal

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