Wie wird das Wetter an Pfingsten und wie in den Pfingstferien? Diese Fragen von unseren Lesern häufen sich derzeit und wir möchten mit dem ersten Wettertrend einen Ausblick über die aktuelle Wetterentwicklung geben und welche Auswirkungen das auf das Wetter Anfang Juni haben kann. Gleich vorweg: eine Detaillierte Wetterprognose ist für das Pfingstwetter zum heutigen Stand noch nicht machbar.

Was führt zum kalten Wetter und bleibt das so bis in den Juni?

Der März und auch die ersten April-Tage waren dominiert von hohem Luftdruck und für die Jahreszeit von viel zu warmen Temperaturen. Erst Mitte April (passend zu Ostern) kam der Wetterwechsel in Form einer meridionalen Grundströmung, welche über Deutschland, Österreich und der Schweiz meist von Nord nach Süd verlief und letztlich - bis einschließlich heute - für deutlich zu kalte Temperaturen verantwortlich war. So konnte der Temperaturüberschuss der ersten April Tage auf ein normales Niveau abgesenkt werden. Betrachtet man die Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert der bereits vergangenen Tage im Mai, so liegt die Abweichung bei 2,67 Grad im zu kalten Bereich. Das zeigt, wie nachhaltig die Umstellung der Großwetterlage von Mitte April bis in den Mai hineinwirkte.

Man spricht in diesem Fall von einem Ausgleichsverhalten, bei der nach einer deutlich zu warmen Temperaturperiode eine kühlere nachfolgt. Hält das Ausgleichsverhalten längere Zeit an - so wie jetzt - geht es selbst in eine Erhaltungsneigung über. Mit anderen Worten versucht das System sich selbst zu erhalten und je länger es andauert, umso länger dauert es im Gegenzug, bis sich wieder eine andere Großwetterlage einstellen kann. Gut Ding will also Weile haben und schaut man sich die aktuellen Simulationen der Wettermodelle an, so zeichnet sich ein neuerlicher Umbau der Großwetterlage ab, welche das Pfingstwetter durchaus beeinflussen könnten.

Wohin führt ein Umbau der Großwetterlage?

Bereits seit einigen Tagen berechnen die Wettermodelle eine immer stärker werdende Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik und der Einfluss des Hochdrucksystems über Island und Grönland auf das Wetter über Deutschland schwindet. So berechnen die Wettermodelle durchaus Ansätze, welche das meridionale - von Nord nach Süd verlaufende - Zirkulationsmuster unterbinden und eine westlich bis südwestlich orientierte Strömung herbeiführen kann. Das hat zwar nicht unbedingt einen stabilen und trockenen Wettercharakter zur Folge, aber immerhin ansteigende Temperaturwerte. Das bestätigen zum heutigen Zeitpunkt auch die Kontrollläufe, welche den Mittelwert gegenüber dem vieljährigen Durchschnittswert von aktuell 3 bis 8 Grad zu kalten Temperaturen vom 11. bis 21. Mai auf ein normales Niveau ansteigen lassen können. Anders formuliert wird es um 3 bis 8 Grad wärmer werden können, was zu Tageswerten zwischen +14 bis +19 Grad, örtlich bis +22 Grad führen kann.

Typisches Wetter Anfang Juni
Typisches Wetter Anfang Juni, warme Temperaturen, durchwachsender und zu Schauern neigender Wettercharakter.

Zu Pfingsten sommerlich warm - oder kommt die Schafskälte?

Wichtig für die Wetterentwicklung an Pfingsten aber ist der beginnende Umbau der Großwetterlage und bereits seit Tagen berechnen die Wettermodelle eine nicht zu unterschätzende Tendenz für den Aufbau eines Hochdrucksystems über dem östlichen Europa, Mitteleuropa und Skandinavien. Sollte diese Wetterentwicklung sich im letzten Mai Drittel durchsetzen können, so könnte die zu kalte Erhaltungsneigung in ein Ausgleichsverhalten übergehen und die Temperaturen weiter ansteigen lassen. Warum? Ein Hochdrucksystem zu dieser Jahreszeit ist über dem skandinavischen Raum keine vorübergehende Entwicklung, sondern kann sich unter Umständen auch längere Zeit halten, was somit in den Zeitraum um Pfingsten herum fällen kann.
Aber - und das sei an dieser Stelle auch ausdrücklich erwähnt - würde eine westliche Verlagerung des Skandinavienhochs den gegenteiligen Effekt herbeiführen und im ersten Juni Drittel die häufig auftretende Wettersingularität der sog. Schafskälte einleiten, was das Wetter nochmals empfindlich kühl werden lassen kann (häufiger bis auf +15 Grad, sehr selten aber unter +10 Grad).

Warm oder kalt, was ist wahrscheinlicher? Wirft man einen Blick auf die aktuellen Wetterprognosen des Langfristmodells für den Monat Juni, so wird eine Abweichung der Temperaturen von +0,5 bis +1 Grad im leicht zu warmen Bereich berechnet und örtlich kann auch eine Abweichung von bis +2 Grad erreicht werden. Anders formuliert soll der Juni demnach zu warm ausfallen. Betrachtet man die Niederschlagsentwicklung über Europa, so fällt auf, dass der Bereich von Skandinavien bis über das westliche Russland und östliche Europa zu trocken berechnet wird. Deutschland liegt dabei in der Mittelzone, bei der es über dem Norden zu trocken und weiter nach Süden normale Niederschlagssummen geben kann. Weiter nach Süden zeigt sich indes eine höhere Niederschlagsneigung, welche sich von Portugal, Spanien, dem südlichen Frankreich, Italien bis über die östliche Mittelmeerregion erstrecken kann. Auf den Punkt gebracht simuliert das Langfristmodell einen trockenen Norden und einen nassen Süden von Europa, was die Theorie eines dominierenden Skandinavienhochs zu Pfingsten, bzw. den Pfingstferien zum aktuellen Stand weitgehend stützt. In den kommenden Tagen erfolgen an dieser Stelle in zunehmend regelmäßigen Abständen Aktualisierungen zum Wetter an Pfingsten 2017.

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