Wetter Ostern 2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Ostern 2020 aktuelle Wetterprognose vom 24.03.2020 - Frühlingshafte Wetteraussichten!?

  • M. Hoffmann

Die gestörte Zirkulation sorgt derzeit für einen kalten und böigen Ostwind. Und nach den aktuellen Wetterprognosen kündigt sich auch schon der nächste Kaltluftvorstoß an. Bleibt das so bis Ostern, oder setzt sich langsam der Frühling durch?

Setzt sich der Frühling bis Ostern durch?
Setzt sich der Frühling bis Ostern durch?

Verhältnismäßig kalte Werte dominieren derzeit den Temperaturcharakter über Deutschland. Insbesondere die Nächte sind kalt. Die kälteste Temperatur der letzten Nacht lag bei -18,1 Grad (Zugspitze) und der wärmste Werte wurde mit +2,4 Grad über Helgoland erreicht. Im Mittel aber lag die Nachttemperatur bei -4,23 Grad. Im Wochenverlauf schwächt sich der Nachtfrost ab und auch am Tage nähern sich die Werte mit +10 bis +15 Grad einem Bereich, der dem Frühling sehr nahe ist und vor allem über den östlichen Landesteile können am Wochenende bis +17 Grad erreicht werden. Zuvor aber sorgt der böige Ostwind für ein kaltes Temperaturempfinden.

Scheint zunächst noch verbreitet die Sonne, so nimmt die Bewölkung am Wochenende zu und ab Samstag ist zunächst über dem Norden und zum Sonntag auch über dem Süden mit einsetzendem Niederschlag (meist in Form von Schauern) zu rechnen. Mehr dazu in der aktuellen Wetter März.

Am Wochenende wird es etwas milder, doch steigt die Niederschlagsneigung an
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Am Wochenende wird es etwas milder, doch steigt die Niederschlagsneigung an
© www.meteociel.fr

Wie wird das Wetter Ostern 2020?

Man erkennt es schon an der oben stehenden Wetterkarte, dass es sich bei der Großwetterlage um eine gestörte Zirkulation handelt. Und je nachdem, wie sich das Hoch positioniert, sind gemäßigte, sehr warme, oder auch sehr kalte Temperaturentwicklungen möglich. Da sich das Hoch aber westlich von Europa befindet, steht der nächste Kaltluftschub vor Ostern bevor.

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Der nächste Kaltluftvorstoß

Waren die Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle in den letzten Tagen noch uneinheitlich, so bestätigen bei Prognose-Modelle einen vom 29. März bis 1. April weiteren Kaltluftvorstoß, der die Tageswerte auf +2 bis +6 Grad und örtlich bis +10 Grad absinken lässt. In den teils klaren Nächten ist mit -5 bis +0 Grad und örtlich bis -8 Grad wieder mit mäßigem Frost zu rechnen.

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Kalt bis Ostern?

Wie entscheidend die Hochdruckposition ist, zeigt die Wetterprognose des europäischen Wettermodells. Das Hoch auf dem Atlantik dehnt sich im Zeitraum vom 29. März bis 3. April weiter nach Norden aus und positioniert sich mit zwei Hochdruckkernen zwischen dem östlichen Kanada und Neufundland, also exakt dort, wo von Dezember bis in den März hinein die Wettermaschinerie auf Hochtouren lief. Jetzt versteht man auch, warum man die aktuelle Entwicklung auch als gestörte Zirkulation bezeichnet.

Zufuhr arktischer Kaltluftmassen

Bedingt durch die Hochdruckposition wird der aktive Teil des Polarwirbels über die Barentssee abgedrängt und kann von dort aus ungehindert nach Süden - und damit nach Deutschland, Österreich und der Schweiz - abtropfen. Kurzum bleiben Nachtfrost und kühle Temperaturen in der Zeit vor Ostern ein Thema.

Kurz vor Ostern - Mehr Spätwinter als Frühling
Wetterprognose der Prognose-Modelle: Kurz vor Ostern - Mehr Spätwinter als Frühling
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Frühsommer bis Ostern?

Auch das ist möglich. Nach der aktuellen Wetterprognose der Amerikaner endet der Kaltluftzustrom zum 2. April. Nachfolgend driftet das Hoch aber nicht nach Westen ab, sondern wird langsam - aber stetig - nach Osten weggedrückt.

Anstatt in eine kalte Nordströmung gelangen Deutschland, Österreich und der Schweiz in eine zunehmend unbeständigere aber mildere Südwestanströmung der Luftmassen. Zu den Oster-Feiertagen deutet sich - im Ansatz - der Aufbau eines Hochdrucksystems über Mitteleuropa an. Sollte das gelingen, so wären bspw. am 10. April (Karfreitag) Tageswerte von +14 bis +18 Grad und örtlich bis +20 Grad möglich.

Die feucht-warme Wetterentwicklung bis Ostern
Die feucht-warme Wetterentwicklung bis Ostern
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Die Temperaturen steigen an, doch dem Frühling ist nicht zu trauen

Besonders der Zeitraum vom 20. März bis 10. April ist berühmt berüchtigt für typisches April-Wetter. Frühlingshaft milde - ja teils schon frühsommerlich warme - Temperaturphasen werden binnen Stunden von spätwinterlichen Wetterereignissen abgelöst. Insofern verwundern die Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle nicht - entspricht es doch dem, was für die Jahreszeit normal ist.

Geht es aber nach dem Kontrollläufen, so wird der zweite Kaltluftzustrom vom 29. März bis 2. April bestätigt. Nachfolgend jedoch steigt der Mittelwert der Kontrollläufe bis Ostern an und pendelt sich in einem für die Jahreszeit etwas zu warmen Bereich ein. Sollte der Mittelwert sich durchsetzen können, so wären über die OsterfeiertageTageswerte von +12 bis +16 Grad zu erwarten.

Ansteigende Niederschlagstendenz

Die Niederschlagsprognose ist über dem Norden bis einschließlich dem 9. April als schwach zu bewerten. Erst südlich der Linie von Köln und Dresden steigt die Niederschlagsaktivität an und kann über Bayern und Baden-Württemberg im mäßig erhöhten Bereich liegen. Das spricht im Wesentlichen einer südlichen Unterwanderung des Hochdrucksystems.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
30. März -2 bis
+19 Grad
+4 bis
+6 Grad
3. April +0 bis
+17 Grad
+8 bis
+10 Grad
8. April +4 bis
+24 Grad
+12 bis
+14 Grad
Diagramm Temperaturen Ostern 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Ostern 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht: Der April macht zunächst was er will

Mit verantwortlich für die Sprunghaftigkeit in den Simulationen der Prognose-Modelle ist das Warming in Stratosphärenhöhe, was wir in den Prognosen für den Frühling und April schon häufiger angesprochen und erläutert haben.

Plötzliche Stratosphärenerwärmung: Höhepunkt überschritten

Gestern wurde mit +4 Grad der Höhepunkt der Erwärmung in Stratosphärenhöhe registriert. Die +4 Grad hört sich jetzt nicht viel an, doch vor dem Hintergrund, dass in dieser Höhe normalerweise Temperaturen von -60 bis -80 Grad vorherrschen, ist das doch ein bemerkenswertes Ereignis. Eine Erholung der oberen Schichten des Polarwirbels ist im weiteren Verlauf nicht mehr zu erkennen.

Anders formuliert sind alle Vorhersagen, die einen instabilen Polarwirbel mit einem typischen Aprilwetter berechnen, plausible Wetterprognosen.

Von diesem Warming (li.) kann sich die obere Schicht des Polarwirbels nicht mehr erholen (re.), was über Mitteleuropa häufiger zu gestörten Zirkulationsmustern führt
Von diesem Warming (li.) kann sich die obere Schicht des Polarwirbels nicht mehr erholen (re.), was über Mitteleuropa häufiger zu gestörten Zirkulationsmustern führt © www.meteociel.fr

Der Kaltstart in den April

Die Randfaktoren vom AO- und NAO-Index liegen zum aktuellen Zeitpunkt noch im positiven Bereich, werden aber Ende März und Anfang April in den negativen Bereich berechnet. Das stützt die gestörte Zirkulation und mit einem negativen NAO-Index ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich das Hochgebiet in einer Blockadeformation auf dem Atlantik befindet. Das ist exakt die Position, die den Frühling bis in die zweite April-Dekade hinauszögern kann.

Zusammengefasst: Aprilwetter mit einem Auf und Ab der Temperaturen ist bis zum 5. April eine sehr wahrscheinliche Wetterentwicklung. Nachfolgend aber steigt das Temperaturniveau bis Ostern allmählich über die +10 Grad Marke an und orientiert sich zunehmend an der +15 Grad Marke.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2019 +9,6 +2,2 +1,3 30 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +4,63 +3,5 +2,73 220 l/m² - zu nass


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