Die Wettermodelle berechneten heute Morgen Varianten, welche im letzten März-Drittel Optionen für einen Kaltluftausbruch arktischen Ursprungs aus nördlichen Richtungen ermöglichten (Arctic Outbreak). Noch aber sind die Kontrollläufe im normalen Bereich, was einen Kaltluftausbruch kurz vor Ostern 2018 zunächst weniger wahrscheinlich macht. Diese Berechnungen müssen sich in den kommenden Simulationen erst noch bestätigen lassen, insofern ist ein Kaltluftausbruch zu den Osterferien zunächst nur als These, bzw. als Möglichkeit zu verstehen.

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Kaltluftmassen arktischen Ursprungs an Ostern gar nicht so selten

Das nachfolgende Bild zeigt den 26. April vergangenen Jahres - eigentlich schon Vollfrühling, doch durch Turbulenzen glückte nochmals ein Kaltluftvorstoß und brachte Schneefall bis in tiefere Lagen. Für die Natur ist das Suboptimal, zeigt aber, was wettertechnisch alles möglich ist. Viel wahrscheinlicher aber sind solche Kaltluftausbrüche in Zeitraum vom 20. März bis 10. April. Und Ostern 2018 findet am 1. und 2. April statt (Ostersonntag und Ostermontag). Die Wahrscheinlichkeiten für kühlere Wetterlagen - auch rund um die Osterferien - ist rein von der Statistik her als hoch zu bewerten.

Kälterückfall zu Ostern 2018?
Kälterückfall zu Ostern 2018?

Wie stehen die Wahrscheinlichkeiten für kaltes Osterwetter?

Bis Ostern ist es noch eine Zeit lang hin, so sind in den kommenden Tagen noch mehrfach in Veränderungen die eine oder andere Richtung in den Simulationen der Wettermodelle zu erwarten. Doch sowohl heute Nachmittag, wie auch heute Abend berechnet das amerikanische Wettermodell die Ausdehnung eines Hochdrucksystems über Skandinavien. Nehmen wir einmal an, so ein Skandinavienhoch kommt tatsächlich - welche Wettervarianten wären möglich?

  • In der ersten Variante legt sich das Hochdrucksystem mit seiner Achse quer und verläuft von Island bis über das westliche Russland. Somit wird der Kaltluftzustrom aus nördlichen Richtungen blockiert. Über dem Osten aber fehlen kalte Kontinentalluftmassen, was an Ostern 2018 einen relativ trocken und sonnigen Wettercharakter bei Jahreszeit-typischen Temperaturwerten zur Folge haben könnte.
  • In der zweiten Varianten verstärkt sich das Hochdrucksystem und dehnt seine Achse von Nord nach Süd aus. So kann im Verbund mit einem Tiefdrucksystem über der Barentssee und Karasee sehr kalte Luftmassen arktischen Ursprungs weit nach Süden geführt werden. Die Wahrscheinlichkeiten für kaltes Schauerwetter an Ostern mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen herab, wären nach dieser Variante als hoch zu bewerten.
  • In der dritten Variante verlagert sich das Hochdruckzentrum weiter in Richtung Island und Grönland, was einen Kaltluftzustrom aus nördlichen Richtungen ebenfalls ermöglicht. Allerdings wird die atlantische Tiefdruckrinne weit nach Süden gedrückt, was die Optionen auf eine Grenzwetterlage über die Osterfeiertage erhöht.

Polarwirbelberechnung März

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Sorgt ein Hochdruckgebiet über Skandinavien für eine kühle Zeit vor Ostern? © www.meteociel.fr

Welche der Varianten ist wahrscheinlicher?

Die Kontrollläufe bewerten heute Abend das zweite März Drittel gegenüber dem langjährigen Mittelwert als zu mild, sinken aber im Verlauf der letzten März Dekade auf ein Jahreszeit-typisches Niveau ab. Darunter sind mehr Varianten für Tageswerte von +0 bis +5 Grad zu finden, als für +15 bis +20 Grad. Der Mittelwert liegt bei etwa +6 bis +8 Grad. In den kommenden Tagen berichten wir nun regelmäßiger in den Abendstunden über die Wetterentwicklung an Ostern 2018.

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