Am kommenden Sonntag und auch zum Montag wird es mit +15/+20 Grad, örtlich bis +23 Grad richtig warm. Der Grund für den Warmluftschub ist ein Hochdrucksystem, welches sich von Deutschland langsam über das östliche Europa verlagert, während zur gleichen Zeit ein Tiefdrucksystem sich von Island nach Skandinavien verlagern und im Zusammenspiel beider Wettersysteme der Warmluftschub aus südlichen Richtungen gelingen kann.

Kaltlufteinbruch vor Ostern: - Schnee- und Graupelschauer möglich

Man mag es ja schon erahnen, dass wenn sich ein Tiefdrucksystem nach Skandinavien verlagert, der Wettercharakter grundsätzlich unbeständiger werden kann. Wenn sich dann aber das Zirkulationsmuster noch mit einem Hochdrucksystem zwischen den Azoren, Grönland und England meridionalisieren kann, kommt es für alle die sich frühlingshaft milde Temperaturen wünschen zum sog. "Worst Case" Szenario. Das Hochdrucksystem führt zusammen mit dem Tiefdruckzentrum über Skandinavien kalte Luftmassen nach Süden und lassen nach dem noch sehr warmen Montag im weiteren Verlauf die Temperaturen drastisch absinken. So könnten die Tageshöchstwerte am Dienstag nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodell gerade noch +6/+12 Grad betragen, was gegenüber dem Montag einem Temperatursturz von 8 bis 12 Grad gleichkommt.
Unterstützung für diese Kaltluftvariante kommt vom europäischen Wettermodell, welches die Entwicklung ganz ähnlich berechnet. Der Kaltlufteinbruch kommt für viele sicherlich zu einer ungelegenen Zeit, schließlich sind Osterferien. In ca. 1.500 Meter Höhe können je nach Simulation Temperaturen von -4/-9 Grad nach Mitteleuropa geführt werden und sind über dem Norden wahrscheinlicher als über Süddeutschland. Diese kalten Luftmassen sollten ausreichend kalt sein, um bis in tiefere Lagen für Schnee- und Graupelschauer sorgen zu können.

Auch solches Wetter kann über Ostern eintreten


Das Wetter an Ostern

Diese unbeständige und auch kühle Wetterlage wird von beiden Wettermodellen bis Karfreitag berechnet. Darüber hinaus gibt es Unterschiede im Detail. Das amerikanische Wettermodell berechnet eine Zweiteilung beim Wetter. So gelangt der Süden noch in eine relativ milde Südwestströmung, während die Gebiete etwa nördlich der Mainlinie im Einflussbereich der kühleren Luftmassen verbleiben können. Das europäische Wettermodell berechnet die Wetterentwicklung über die Osterfeiertage extremer und simuliert einen Trog Mitteleuropa, was die Kaltluftzufuhr über Ostern sogar noch verstärken könnte. Im Detail sehen die Berechnungen wie folgt aus.

Mögliche Wetterentwicklung Ostern 2017 im Vergleich der Wettermodelle

Vergleich amerikanisches und europäisches Wettermodell
Tag Amerik. Wetter­modell Europ. Wetter­modell
Kar­freitag +11 Grad Norden
+17 Grad Süden
Unbeständig
+4/+10 Grad
Schnee- & Graupel­schauer
Kar­samstag +10/+15 Grad
Schauer
+4/+9 Grad
Schnee & Graupel­schauer
Oster­sonntag +10/+15 Grad
Regnerisch
+6/+12 Grad
Schauer­wetter
Oster­montag +5/+12 Grad
Schnee- und Graupel­schauer
+7/+13 Grad
Schauer
Nein, das sieht wahrlich nicht nach frühlingshaft milde Osterfeiertage aus. Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit hierfür? Nun, der Trend zu kälteren Temperaturverhältnissen war schon in den letzten Tagen zu beobachten. Fraglich war nur, ob sich bis Ostern wieder wärmere Luftmassen durchsetzen könnten. Der Blick auf die Kontrollläufe verstärkt - zum heutigen Stand - die Tendenz zu einer kälteren Temperaturphase. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums über Ostern zwischen +9/+12 Grad. Das ist - gemessen am Jahreszeit-typischen Wert - etwas zu kalt. Deutlicher zeigt sich der heutige Temperaturtrend anhand der Verhältnisse von zu kalt / normal / zu warm im nachfolgenden Diagramm.
Diagramm für Temperaturentwicklung Osterwetter vom 6. April 2017

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