Im Verlauf der Woche zeigt sich zumindest mal so etwas wie ein Ansatz von typischen Aprilwetter. So dreht die Grundströmung vom heutigen Dienstag bis einschließlich Donnerstag auf nördliche Richtungen und führt kühlere Luftmassen nach Deutschland, was die Tageswerte am Donnerstag auf +6/+12 Grad zurückgehen lassen und in der Nacht auf Freitag über Süddeutschland örtlich für leichten Bodenfrost sorgen kann. Zum Wochenende - und damit auch zum Beginn der Osterferien - verlagert sich ein Hochdrucksystem von England über Deutschland und liegt mit seinem Kern am Sonntag über den Alpen, was die bis dahin leichte Niederschlagsneigung abklingen und mit einer südlichen Grundströmung spürbar mildere Luftmassen nach Deutschland führen kann. Die Höchstwerte werden für den Sonntag zwischen +15/+20 Grad, örtlich bis +23 Grad berechnet.

Das Wetter in der Woche vor Ostern - bleibt das so mild oder ändert sich das wieder? Typisch für den April sind ja abwechslungsreiche Wetterlagen, bei der das Wetter von fast schon sommerlichen Temperaturen rasch auf nasskalte Werte mit Schnee- und Graupelschauer umschwenken kann und das nicht selten von einem Tag auf den anderen. Und eine stabile Wetterlage vor Ostern berechnen die Wettermodelle auch heute nicht.

Einig sind sich die Wettermodelle inzwischen mit der Ostwärtsverlagerung des Hochdrucksystems von England, Deutschland bis über das östliche Europa, was für den Warmluftschub am Wochenende verantwortlich sein kann. Zur gleichen Zeit aber brechen über dem östlichen Kanada und Grönland Kaltluftmassen arktischen Ursprungs nach Süden in Richtung Neufundland aus, was zunächst einmal die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ansteigen und grundsätzlich turbulente Wetterentwicklungen kurz vor Ostern ermöglichen kann. Allen voran die Berechnungen des europäischen Wettermodells, welches vom 10./14. April ein Zentraltief über Skandinavien simuliert, auf dessen südlichen Gradienten Randtiefdrucksysteme entstehen und vermehrt das Wetter über Deutschland beeinflussen können. Von einem unbeständigen, windigen - teils stürmischen - Wettercharakter bis hin zu milden und kühleren Temperaturen wäre in dieser Konstellation alles möglich. Entscheidend ist, wie weit die Gradienten des Skandinavientiefs nach Süden vorankommen können. Zum 14. April berechnet das europäische Wettermodell eine zunehmende Meridionalisierung des Zirkulationsmusters, hervorgerufen durch ein neuerliches Hochdruckgebiet, welches sich im Bereich zwischen England, Island und Grönland nach Norden verlagert. Die kalten Varianten für das Osterwetter bleiben also weiterhin wahrscheinlich.

Das amerikanische Wettermodell berechnet eine nicht ganz so turbulente und abwechslungsreiche Wetterentwicklung. Der Grund ist, dass sich über Skandinavien - mit Hilfe des Kontinentalhochs - die atlantische Frontalzone nicht festsetzen kann. Gleichzeitig liegt das Azorenhoch in "kugelrunder" Formation über dem Azoren und strebt nach Norden in Richtung Grönland. Das sind durchaus auch Ansätze für ein meridionales Grundmuster, führt aber über Deutschland eher zu einer Nordwestwetterlage, bei der die Temperaturen bei einem unbeständigen Wettercharakter im Zeitraum vom 13./15. April etwas zurückgehen können. Um die eingangs gestellte Frage, ob der warme Wettercharakter vom Wochenende auch in der ersten Ferienwoche vor Ostern so bleibt, ist zum heutigen Stand mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu verneinen.

Und wie kann das Wetter an Ostern werden? Zwei Varianten sind zum heutigen Stand die wahrscheinlichsten Wetterentwicklungen. Stark vereinfacht ausgedrückt: ein meridionales Grundmuster (Nord-Süd, Süd-Nord) berücksichtigen beide Wettermodelle und so komplex die Wetterlage sein kann, kommt es letztlich nur darauf an, auf welcher Seite des "Troges" Deutschland liegen kann. Nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells ist es am Ostersonntag und Ostermontag die sehr warme Vorderseite, was die Temperaturen auf +18/+24 Grad ansteigen lassen kann, während ein Trogzentrum über Mitteleuropa die Temperaturen mit +4/+10 Grad deutlich kühler ausfallen lassen könnten. Schaut man auf die Kontrollläufe, so spiegelt sich diese enorm hohe Temperaturdifferenz wieder. So liegt das Temperaturspektrum am verlängerten Osterwochenende zwischen +5/+22 Grad bei einem Mittelwert von +11/+13 Grad, was in etwa den Temperaturen des heutigen Tages entspricht. Die Niederschlagsneigung ist nach den Kontrollläufen in der gesamten Woche vor und auch über Ostern leicht erhöht und über dem Nordwesten etwas stärker als über dem Südosten ausgeprägt. Wie Wandlungsfähig die Temperaturen kurz vor den Osterfeiertagen sein kann, lässt sich am besten im nachfolgenden Diagramm der Verhältnisse von zu kalt, normal, zu warm beschreiben.
Diagramm für Temperaturentwicklung Osterwetter vom 4. April 2017

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