Bis einschließlich Donnerstag sorgt ein aus nördliche Richtungen kommender Wind über dem Süden für überwiegend starke Bewölkung und drückt die Schauer an die Alpen, was dort zu länger andauernden Regen führen kann. So werden in der Niederschlagssimulation etwa südlich der Mainlinie 5-15 l/m² und südlich der Donau 15-30 l/m², örtlich auch bis 40 l/m² simuliert. Nördlich der Mainlinie hält sich der Niederschlag mit 1-5 l/m² in Grenzen. Die Temperaturen gehen bis Donnerstag auf kühle +7/+12 Grad zurück, steigen aber zum Wochenende von Südwesten her mit +12/+17 Grad wieder an.

Die Wetterentwicklung darüber hinaus bleibt spannend und gleich vorweg: die kalten "Ausreißer" zum Start in die Osterferien des amerikanischen Wettermodells konnten sich in den letzten Stunden nicht behaupten. Bestätigt aber wird der Trend der Kontrollläufe. Das aktuell über England liegende Hochdrucksystem verlagert sich im Wochenverlauf mehr in Richtung Deutschland und wird darüber hinaus bis zum 10. April von einem Tiefdrucksystem auf dem Atlantik weiter über das östliche Europa abgedrängt. In Folge daraus gelingt es dem Tiefdrucksystem über Skandinavien und der Barentssee nicht, einen entsprechenden Kaltluftvorstoß nach Süden zu initialisieren. Damit ist ein zu kalter Start in die Ferien zwar nicht ausgeschlossen, wird aber zunehmend unwahrscheinlicher, da beide Wettermodelle ganz ähnliche Berechnungen aufweisen. Das Gegenteil könnte sogar der Fall sein, wenn das Hoch weit genug östlich liegt und mit entsprechender Vorderseitenanströmung des Tiefdrucksystems sehr warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können. Wie warm könnte es denn werden? Simuliert werden im Zeitraum vom 10./13. April Temperaturwerte zwischen +13/+18 Grad, örtlich bis +23 Grad im frühlingshaft milden Bereich.

Bleibt das Wetter nun so warm bis Ostern? Das kommt ganz darauf an, wie sich das neuerliche Tiefdrucksystem zwischen Island, England Spanien und Frankreich verhalten wird. Ist das Hochdrucksystem über dem Osten stark genug, so bleibt das Tiefdrucksystem an Ort und Stelle und könnte unter Umständen noch nach Süden austrogen. Deutschland würde in Folge daraus in den warmen Bereich des Troges gelangen können, was die Temperaturen - auch über Ostern - mit +15/+20 Grad in den frühlingshaft milden Bereich bringen könnte. Eine weitere Variante zeigt sich in der Form, wie es das europäische Wettermodell andeutet: die Tiefdruckachse kippt mit der östlichen Verlagerung des Hochdrucksystems von Südwest nach Nordost und über Mitteleuropa könnte sich eine milde Südwestwetterlage entwickeln, welche über dem Nordwesten von Deutschland generell für einen unbeständigeren Wettercharakter als über dem Südosten sorgen könnte. Mit anderen Worten wäre nach dieser Variante an Ostern mit einer leicht unbeständigen Witterung bei durchaus milden Temperaturen zu rechnen. Die dritte Variante ist und bleibt eine kalte Variante, bei der sich über dem Atlantik von Grönland bis zu den Azoren herunter ein Hochdruckkeil ausbilden und die atlantische Frontalzone blockieren kann. Das klingt zunächst einmal gut, jedoch kann mit dieser Wetterentwicklung das Zirkulationsmuster meridionalisieren und über Mitteleuropa mit einer nördlichen Grundströmung kühlere Luftmassen - passend zu Ostern - heranführen.

Wie warm oder kalt kann das Osterwetter werden - wie sind die Wahrscheinlichkeiten verteilt? Zum heutigen Stand: weder noch. Die Kontrollläufe berechnen Temperaturen in 1.500 Meter Höhe vom 12./17. April im Bereich zwischen -3/+2 Grad, was in tieferen Lagen - bspw. am Ostersonntag - ein Temperaturspektrum von +3/+20 Grad bei einem Mittelwert von +12/+13 Grad zur Folge haben kann. Der Mittelwert entspricht in etwa den Jahreszeit-typischen Werten. Berücksichtigt man nun noch die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (< +9), normal (+10/+15), zu warm (>+16), so liegen diese am 10. April bei 20/35/45 und am Ostersonntag bei 35/50/15 und so langsam kristallisiert sich ein Trend daraus. Besser lässt sich das im nachfolgenden Diagramm erläutern.
Diagramm für Temperaturentwicklung Osterwetter vom 3. April 2017
Man sieht sehr deutlich, wie wahrscheinlich ein warmer Start in die Osterferien heute geworden ist - das sah in den letzten Tagen noch ganz anders aus. Darüber hinaus zeigt sich aber mehrheitlich eine Normalisierung der Temperaturen mit der Tendenz auch zu kühl ausfallen zu können. Schaut man noch schnell auf die berechnete Niederschlagserwartung, so ist diese im Zeitraum vom 10./16. April als leicht bis mäßig hoch zu bezeichnen.

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