Das amerikanische Wettermodell lässt nicht "locker" und simulierte heute Morgen erneut eine Variante, bei der das Hochdrucksystem über England sich nicht nach Osten über Skandinavien - aufgrund eines Tiefdrucksystems über der Barentssee - ausdehnen kann. Der Blick auf die Kontrollläufe zeigte aber auch, dass die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells eher einen "kalten Ausreißer" darstellen und in den kommenden Stunden und auch Tage weiter hinsichtlich der Eintreffwahrscheinlichkeit verifiziert werden muss.

Nichtsdestotrotz: heute Nachmittag verschärft das amerikanische Wettermodell die Situation noch etwas. Das Hochdrucksystem positioniert sich zum 4. April mit seinem Kern direkt über England, während zeitgleich sich ein kräftiger Tiefdruckkomplex über der Barentssee ausbilden kann. In Folge daraus bleibt dem Hochdrucksystem nichts anderes "übrig", als über England zu verharren. Da sich Hochdrucksysteme aber im und Tiefdrucksysteme gegen den Uhrzeigersinn drehen, werden über das europäische Nordmeer sehr kalte Luftmassen nach Osten transportiert um nachfolgend nach Süden abzutropfen.

Man erkennt in der Simulation (klick auf die Wetterkarte) zudem, dass sich das Muster wiederholt: tiefer Luftdruck "presst" sich zwischen Grönland/Island und dem europäischen Nordmeer nach Osten in Richtung Skandinavien durch, um letztlich in das Tiefdruckzentrum Skandinavien/Barentssee überzugehen. So stellt sich die Hochdruckachse mehr und mehr nach Norden auf und das gesamte Zirkulationsmuster kann im Zeitraum vom 8./14. April meridionalisieren. Also genau zu dem Zeitpunkt, wo in den meisten Bundesländern die Osterferien beginnen und auch noch bis kurz vor Ostern anhalten könnte.

Ob kaltes oder warmes Osterwetter - der Natur ist das relativ und treibt aktuell kräftig aus


Wie kalt könnte es werden? Die Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe können in den Bereich zwischen -8/-12 Grad absinken, was in tieferen Lagen zu nasskalten Temperaturverhältnissen führen kann. Simuliert werden bspw. für den 14. April Tageshöchstwerte zwischen +5/+10 Grad, was im Verbund mit der höhenkalten Luft für Schnee- oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen ausreichend sein könnte. Die kalten Berechnungen des amerikanischen Wettermodells sind aber nur eine Variante von drei wahrscheinlichen und auch heute Nachmittag zeigt sich, dass diese Variante einen "kalten Ausreißer" darstellt. Die durchaus wahrscheinlichere Variante ist die eine Hochdruckposition entweder über Skandinavien, oder auch über Mitteleuropa, was nach einem kurzen kühlen Intermezzo zwischen dem 8./11. April durchaus auch wieder für wärmere Temperaturen sorgen könnte. Man sieht das sehr gut an den Verhältnissen von zu kalt / Normal / zu warm im nachfolgenden Diagramm: noch ist für das Wetter an Ostern alles an Entwicklungen offen.

Diagramm für Temperaturentwicklung Ostern vom 30. März 2017

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