Das Hochdrucksystem, bzw. dessen Position wird entscheidend sein, wie das Wetter Ostern wohl werden wird. Schaut man auf die Zeit kurz vor Ostern, so zeigt sich heute eine erneute Bestätigung einer milderen Temperaturphase, welche nach der neblig-trüben und relativ kühlen Wetterphase bis zur Wochenmitte für viele von Ihnen sicherlich Willkommen sein dürfte.

Wie sehr das Hochdrucksystem das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen kann, zeigte die Simulation des amerikanischen Wettermodells am gestrigen Abend. Demnach konnte das Hoch nicht nach Süden ausweichen und blieb im Bereich zwischen England/Skandinavien und Island Standhaft. Somit wäre die Zufuhr kühlerer Luftmassen aus nördlichen bis nordöstlichen Richtungen möglich gewesen und hätte frühlingshafte Temperaturwerte erschwert, bzw. kaum möglich gemacht. Die Hochdruckachse liegt nun jedoch im Bereich zwischen England, Frankreich und dem westlichen Mittelmeer und ermöglicht über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine mildere, nordwestlich orientierte Grundströmung. Allzu viel sollte man jedoch nicht erwarten (Details s. Wetter März | Wetter Frühling ).

Warum sollte man nicht zu viel erwarten? Das Hoch liegt westlich von Deutschland. Gleichzeitig berechnet das amerikanische Wettermodell im Zeitraum 18./22. März einen kräftigen Tiefdruckwirbel im Bereich Barentssee / Skandinavien. Da sich bei uns Hochdrucksysteme im und Tiefdrucksysteme gegen den Uhrzeigersinn drehen ist es nur eine Frage der Zeit, bis kühlere oder kalte Luftmassen aus Norden nach Süden geführt werden können. Das ist jedoch nicht damit gleichzusetzen, als dass die kalten Luftmassen auch Deutschland erreichen, sondern das erhöht die Komplexität der weiteren Wetterentwicklung für den Wettertrend Ostern.

Vereinfacht man das Schema, so ergeben sich daraus drei mögliche Wetterentwicklungen für Ostern. In der ersten Variante setzt sich die atlantische Frontalzone im Zeitraum 20./27. März über Skandinavien fest und sorgt für eine rege Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik. In Folge dessen ist eine unbeständige und windige Westwetterlage möglich, bei der auch Starkwindereignisse - passend zu Ostern - nicht auszuschließen wären. Die Temperaturen verhalten sich unterschiedlich und sind mit der jeweiligen Vorderseite eines Tiefdrucksystems als mild/warm, bzw. mit entsprechender Rückseite auch als kühl/kalt zu bezeichnen. Was gerade an Ostern sein wird, lässt sich heute nicht sagen - simuliert werden aber Temperaturen, welche im Bereich zwischen +6/+12 Grad liegen können.

In der zweiten Variante behauptet das Hochdrucksystem seine Dominanz auf dem Atlantik und blockiert die atlantische Frontalzone, so dass mit dem Tiefdrucksystem über Skandinavien der Kaltlufttransport nach Süden stabilisiert werden kann. Kann zudem noch ein Mittelmeertief initialisiert werden, so ist der Zustrom kühler/kalter Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz im Zeitraum 22./27. März nicht auszuschließen. Diese Variante hätte zudem auch das Potential für Schneeschauer an Ostern.

In der dritten Variante verlagert sich das Hochdrucksystem über Mitteleuropa und in einem gradientenschwachen Umfeld erwärmen sich die Luftmassen mit zunehmenden Sonnenschein und an Ostern müssten die Schokoladenhasen und Eier vor dem dahin schmelzen geschützt werden.

Was ist wahrscheinlicher für das Wetter Ostern? Die Kontrollläufe berechnen seit Tagen eine Höhentemperatur, welche in ihrem Mittelwert durchaus als Jahreszeit-typisch zu bezeichnen ist. Schaut man jedoch auf das Temperaturspektrum für Ostersonntag, so erstreckt sich dieses zwischen +0/+18 Grad bei einem Mittelwert von +8/+10 Grad, welcher in etwa auch dem Jahreszeit-typischen Wert entspricht. Das Verhältnis der Kontrollläufe von zu kalt (<+3) / normal (+4/+9) / zu warm (>+10), liegt am Ostersonntag bei 20/45/35 in einem weitgehend ausgeglichenen Verhältnis, wenngleich Jahreszeit-typische Temperaturen zum aktuellen Stand wahrscheinlicher wären.

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