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Die aktuelle Sommerprognose 2020 der Langfristmodelle

  • M. Hoffmann
Ein Hitze und Dürresommer - oder doch die gemäßigtere Variante?
Ein Hitze und Dürresommer - oder doch die gemäßigtere Variante?

Die Schafskälte hatte ordentlich zugeschlagen und auch die letzten Tage brachten über einigen Regionen ordentlich Regen. Doch der Wettercharakter wandelt sich - passend auch über den Siebenschläferzeitraum. Was für Konsequenzen hat das für den Sommer?

Der erste Sommermonat Juni ist zur Halbzeit überraschend normal ausgefallen - trotz der Schafkälte und trotz der Niederschläge. Aktuell ist der Juni etwas zu warm und im Niederschlag auf einem optimalen Kurs - auch wenn es regional große Unterschiede gibt - nach wie vor!

Der Sommer kommt

Der Wettertrend der kommenden Tage ist auf einem absolut sommerlichen Kurs - auch Hitzetage (>+30 Grad) und Tropennächte sind möglich und man braucht wahrlich kein Prophet sein, um den ersten Sommermonat Juni als zu warm zu definieren. Das wird so kommen - keine Frage. Und sollte in der letzten Juni-Dekade gar kein Niederschlag mehr fallen, dann wäre der Juni - in der Fläche - zu trocken. Dazu muss man aber noch die kommenden 48 Stunden im Detail abwarten, wie viel Niederschlag da tatsächlich noch runterkommen kann. Weitere Informationen hierzu: Wetterprognose Sommer - Zwischen Sommer und Hochsommer.

Wie wird der Sommer?

Diese Frage ist noch gar nicht so einfach zu beantworten, denn pünktlich zum Siebenschläferzeitraum kündigt sich eine Wetterumstellung an, die auch eine gehörige Westkomponente beinhaltet. Es kann also gut sein, dass die aktuell gestörte Zirkulation im Zeitraum des Siebenschläfers sich auf eine zonale Wetterlage umstellt. Eine stabile und sommerliche Wetterlage hätte dann geringere Chancen und der maritime Einfluss des Wetters wäre auch über Bayern und Baden-Württemberg zu spüren. Aber es ist derzeit nur ein Ansatz - wie die Realität dann aussieht, wird sich zeigen. Erfahrungsgemäß werden brachiale Umstellungen im weiteren Verlauf abgeschwächt und nicht selten setzt sich dann doch die Erhaltungsneigung durch. Kurzum - abwarten.

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Wetterprognose der Langfristmodelle

Abseits der Wettervorhersage, was berechnen die aktuellen Langfristmodelle für den Sommer 2020?

Das Wetter im Juni

Der Juli ist - wie oben beschrieben - schon weitgehend abgehakt. Zu warm im Trend und in der Niederschlagsprognose weitgehend normal. Das Ergebnis würde auch ganz gut zu den Langfristprognosen der Vorhersage-Modelle passen, welche den Juni mit +0,5 bis +1,5 Grad zu warm berechnet hatten.

Das Wetter im Juli

Das CFSv2 Modell berechnet den Juli in jeder Hinsicht durchwachsen. Die Temperaturen weichen im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert um +0,5 bis +1,5 Grad ab und sind damit zu warm. Die Niederschlagsprognose entspricht in etwa dem vieljährigen Sollwert und ist im Trend leicht zu trocken.

Die NASA berechnet den Juli mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad zu warm und im Niederschlagstrend zu trocken.

Geht es nach den Europäern, so soll der Juli mit einer Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad ebenfalls zu warm ausfallen. Die Niederschlagsprognose aber ist differenziert zu betrachten. Über dem Nordwesten und Süden etwas zu nass und zwischen dem Schwarzwald und Berlin etwas zu trocken.

Zusammenfassung Juli:

Tendenziell zu warm soll der Juli 2020 ausfallen. Weitgehend Einigkeit zeigt sich in einer nur leicht zu trockenen Niederschlagsentwicklung - eine Dürre ist weiterhin nicht auszumachen.

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Das Wetter im August

Der August wird nach dem CFSv2-Modell mit einer Abweichung von +0,5 bis +1,5 Grad etwas zu warm simuliert und ist damit identisch zum Wettertrend der NASA und des europäischen Prognosemodells.

In der Niederschlagsprognose stimmen die Berechnungen des europäischen Wettermodells und der des CFSv2-Modells mit einem zu trockenen Trend überein. Die NASA aber simuliert den August etwas zu nass.

Zusammenfassung August:

Im Trend soll der letzte Sommermonat August zu warm ausfallen. Ob zu nass oder zu trocken, darin stimmen die Prognosen noch nicht überein - tendenziell aber wohl eher zu trocken.

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2020 +0,5 bis +1,5 Grad Trend: normal bis etwas zu nass
Juli 2020 +0,5 bis +1,5 Grad Trend: normal bis etwas zu trocken
August 2020 +0,5 bis +1,5 Grad Trend: zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2020

Zusammenfassung: Ein zu warmer und durchwachsener Sommer 2020

Es ist so und es bleibt so. Unser Wettertrend und auch der der Langfristmodelle hat sich seit dem Winter nicht verändert. Der Sommer 2020 verläuft durchwachsen und hat auch seine Kältephasen, doch am Ende steht dann ein zu warmen und tendenziell etwas zu trockener Sommer 2020.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +8,81 +2,45 +1,71 367 l/m² - zu trocken


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