Sommerprognose 2026: Ein Sommer, der aus dem Rahmen fällt
Der Sommer 2026 startet auf einem Fundament, das bereits im Mai gezeigt hat, wohin die Reise geht: Dürre und blockierende Hochdrucklagen über Mitteleuropa, dazu eine historisch frühe Hitzewelle über Westeuropa mit Rekordtemperaturen und Todesopfern in Frankreich und Spanien. In Spanien wurden im Mai 101 Menschen offiziell als hitzebedingte Todesfälle registriert - 3,6‑mal mehr als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre und die höchste Zahl seit Beginn der Erhebung. Auch Frankreich meldete eine beispiellose Mai‑Hitze unter einem Hitzedom, inklusive neuer Monatsrekorde und mehreren Todesfällen im Zusammenhang mit der Hitze.

Damit ist der Sommer der Extreme
faktisch schon im meteorologischen Frühling gestartet - und das, bevor die großskaligen Treiber wie ein möglicher El Niño oder die volle Aufladung des Mittelmeers ihren Peak überhaupt erreicht haben.
Der Mai als Blaupause - Hitzedom über Westeuropa
Die Hitzewelle ab Ende Mai 2026 war in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich: Sie trat sehr früh in der Saison auf, brachte in Frankreich landesweit Temperaturabweichungen von 10 bis 15 Grad über dem Üblichen und sorgte dort für den wärmsten Maitag seit Beginn der Aufzeichnungen. In Teilen Spaniens wurden +37 bis knapp +40 Grad erreicht, während gleichzeitig in Frankreich und Großbritannien zahlreiche Allzeit‑Mai‑Rekorde fielen.
Gesundheitsbehörden und Medien sprachen von einer historischen, frühzeitigen Hitzewelle, die in Frankreich bereits vor Sommerbeginn zu mehreren Todesfällen führte und in Spanien mit den erwähnten 101 Hitzetoten einen neuen Negativrekord markierte. Diese Hitzewelle war kein isoliertes Ereignis, sondern ein typischer Ausdruck des neuen Zirkulationsmusters: ein Hitzedom über Westeuropa, gespeist von warmen Meeren und einem Jetstream, der die Hitze festhält statt sie rasch weiterzutransportieren.
Das Mittelmeer - aufgeheizt vor dem eigentlichen Sommer
Parallel zur Hitzewelle hat sich das Mittelmeer im Mai 2026 ungewöhnlich stark aufgeheizt, was aber auch so bereits zu erwarten war. Bereits Anfang Juni liegt die mittlere Meeresoberflächentemperatur bei rund 22,7 Grad - etwa 2,5 Grad über dem klimatologischen Mittel der Jahre 1982-2015. Für einen Zeitpunkt so früh im Jahr ist das bemerkenswert, denn normalerweise werden solche Werte erst deutlich später im Sommer erreicht.

Eine Karte der Temperaturabweichungen vom 3. Juni 2026 zeigt weite Teile des westlichen und zentralen Mittelmeers mit Anomalien zwischen etwa +2 und +4 Grad - ein großflächiger Wärmepool, der als zusätzlicher Energielieferant für die Atmosphäre wirkt. Je wärmer das Wasser, desto stärker die Verdunstung, desto mehr Wasserdampf steht für Gewitter, Vb‑Lagen und quasistationäre Höhentiefs zur Verfügung - genau jene Setups, die in den vergangenen Jahren immer wieder für Extremniederschläge und Überflutungen in Südeuropa und Mitteleuropa gesorgt haben.
Globale Meere auf Rekordkurs
Der Blick über das Mittelmeer hinaus zeigt: Es ist kein regionales Phänomen. Analysen des Copernicus Climate Change Service und anderer Zentren zeigen, dass die globalen Meeresoberflächentemperaturen seit Monaten nahe an Rekordwerten liegen; April und Mai 2026 rangieren jeweils unter den wärmsten Monaten seit Beginn der Messungen. Teilweise erreichen die mittleren globalen SSTs (Sea Surface Temperature - Meeresoberflächentemperatur) erneut Werte, die bislang vor allem im Rekordjahr 2024 beobachtet wurden - und das trotz zu Beginn des Jahres noch recht kühler ENSO‑Bedingungen.

Diese dauerhaft hohen SSTs bedeuten, dass der gesamte Planet mit zusätzlicher Energie aufgeladen ist. Marine Hitzewellen, wie sie im Mittelmeer, im Nordatlantik und im tropischen Pazifik beobachtet werden, verändern Verdunstung, Druckverteilung und Strömungsmuster - und erhöhen insgesamt die Wahrscheinlichkeit, dass Wärme- und Feuchteüberschüsse in Form von Hitzewellen, Starkregen und Stürmen wieder in die Atmosphäre zurückgespielt werden.
Arktisches Meereis - Rekordminimum am Start der Schmelzsaison
Während die Ozeane warm laufen, bleibt die Arktis auf einem historisch niedrigen Eisspiegel. Sowohl NASA als auch das National Snow and Ice Data Center meldeten für den Winter 2025/26 einen Meereis‑Höchststand, der mit dem Minimum von 2025 statistisch gleichauf lag - der niedrigste Winterwert seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen. Analysen japanischer und internationaler Forschungsinstitute sprechen sogar von einem neuen Rekordtief der winterlichen Maxima, wenn man die neuesten Datensätze berücksichtigt.
Auch im April 2026 lag die arktische Meereisausdehnung deutlich unter dem Langzeitmittel und belegte den zweiten Platz unter den niedrigsten April‑Werten der vergangenen knapp 50 Jahre. Das bedeutet: Die Schmelzsaison startet mit einem massiven Defizit. Weniger Eis heißt weniger Reflexion von Sonnenlicht, mehr Energieaufnahme im Ozean und eine weitere Verstärkung der arktischen Erwärmung - mit direkten Auswirkungen auf den Jetstream und damit auf die Häufigkeit von Blockadehochs und gestörten Westwetterlagen.

Westwetterlagen auf dem Rückzug
Die klassische Westwetterlage, die in den 70er, 80er und 90er Jahren das Grundrauschen des europäischen Wetters bildete, hat in den letzten Jahren deutlich an Präsenz verloren. Studien zeigen, dass sich die Variabilität und Persistenz des Nordatlantik‑Jets verändert hat: Häufigere Doppel‑Jet‑Strukturen, längere Blocking‑Episoden und stärkere Mäander prägen das Bild. Parallel dazu dokumentieren Analysen eine Zunahme von blockierenden Wetterlagen über Europa, die mit Hitzewellen, Dürreperioden oder auch stationär unwetterartigen Regenereignissen verknüpft sind.
Genau dieses Muster zeigte sich bereits im Frühling 2026, als Blockadehochs über den nördlichen Breiten die Atlantikfrontalzone nach Norden drängten oder komplett blockierten. Das Ergebnis: gradientenschwache Lagen, ein massiver Niederschlagsmangel im Osten und ein erster Vorgeschmack auf einen Sommer, in dem atlantische Tiefs nur noch in abgeschwächter, gestörter Form bei uns ankommen.
Langfristmodelle: +2 bis +3 Grad zu warm und ein zu trockener Sommer
Die saisonalen Klimamodelle - vom Deutschen Wetterdienst bis hin zu internationalen Zentren - zeichnen für den Sommer 2026 ein klares Bild: hohe Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Sommer in Deutschland und Mitteleuropa. In vielen Ensemble‑Läufen landen die Temperaturabweichungen im Bereich von rund +2 bis +3 Grad gegenüber dem Referenzzeitraum 1961-1990, was einen deutlich bis erheblich zu warmen Sommer bedeutet, selbst wenn nicht jeder Monat gleich extrem ausfällt.
Für die Niederschläge deuten die Modelle insbesondere im Juni und Juli auf ein erhöhtes Risiko für zu trockene Verhältnisse hin, insbesondere in ohnehin vulnerablen Regionen Ostdeutschlands und Teilen Mitteleuropas. Die Kombination aus warmem, stabilem Hochdruckwetter und nur sporadisch durchgreifenden Störimpulsen legt nahe, dass sich Dürre und Hitzebelastung früh im Sommer aufbauen können - und Starkregenereignisse dann oft in bereits ausgetrocknete Landschaften treffen.
Der Mai als Warnsignal - nicht als Ausreißer
Die frühe Hitzewelle im Mai 2026 über Spanien, Frankreich und weiteren Teilen Westeuropas ist vor diesem Hintergrund weniger ein Ausreißer
, sondern vielmehr ein eindrückliches Warnsignal. Dass ein Monat, der früher oft noch von Kaltluftrückfällen und Spätfrösten geprägt war, nun Rekordtemperaturen über +35 Grad und über 100 Hitzetote in einem einzigen Land verzeichnet, zeigt, wie weit sich die Verteilung bereits verschoben hat.
In Kombination mit rekordnahen globalen Meeresoberflächentemperaturen, einem massiv geschwächten arktischen Meereisschild und Langfristmodellen, die einen deutlich zu warmen und tendenziell zu trockenen Sommer simulieren, fügt sich der Mai 2026 nahtlos in das Bild eines Sommers der Extreme ein. Die Frage ist weniger, ob es Hitze, Dürre, Starkregen und Überflutungen geben wird - sondern wann, wo und in welcher Intensität sie auftreten.
Sommer 2026 - ein Sommer der Extreme, der bereits begonnen hat
Alles zusammen ergibt ein konsistentes Narrativ: Ein Jetstream, der seine alte Ordnung verliert, eine Arktis auf Rekordtief beim Meereis, globale Meere auf Rekordniveau, ein aufgeheiztes Mittelmeer und saisonale Modelle, die +2 bis +3 Grad und einen deutlich zu trockenen Sommer berechnen. Der Mai 2026 hat dieses Muster bereits vorgeführt - mit einer historischen Hitzewelle, Rekordtemperaturen, Todesopfern und einem Mittelmeer, das so früh im Jahr auf Wassertemperaturen klettert, die früher eher in den Hochsommer gehörten.
Der Sommer der Extreme ist damit nicht mehr Prognose, sondern Gegenwart. Was folgt, wird fragmentiert, unberechenbar und von deutlichen Signalen an beiden Enden der Skala geprägt sein - von außergewöhnlicher Hitze über lange Trockenphasen bis hin zu Sturzfluten, wenn die aufgestaute Energie der Ozeane sich entlädt.
Wetterdaten Juli 2026
Top-10 Extremwerte Juli 2026
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Wert Datum Station Bundesland 36,6 11.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 36,1 14.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,9 13.07.2026 Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 35,8 13.07.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 35,5 11.07.2026 Müllheim Baden-Württemberg 35,4 10.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 35,4 13.07.2026 Wolfach Baden-Württemberg 35,3 13.07.2026 Rheinfelden Baden-Württemberg 10,7 19.07.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -1,5 02.07.2026 Zugspitze Bayern 4,5 04.07.2026 Meßstetten-Appental Baden-Württemberg 5,5 04.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 6,0 19.07.2026 Fichtelberg Sachsen 6,1 04.07.2026 Gilserberg-Moischeid Hessen 6,4 04.07.2026 Carlsfeld Sachsen 6,6 04.07.2026 Lobenstein, Bad Thüringen 6,6 04.07.2026 Wernigerode-Schierke Sachsen-Anhalt 6,6 11.07.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen 6,7 04.07.2026 Königshofen, Bad Bayern -
Wert Datum Station Bundesland 80,7 15.07.2026 Blumberg-Randen Baden-Württemberg 69,7 17.07.2026 Bleckede-Walmsburg Niedersachsen 69,4 13.07.2026 Wittendörp-Dodow Mecklenburg-Vorpommern 66,3 14.07.2026 Untrasried-Maneberg Bayern 65,6 17.07.2026 Aschersleben-Mehringen Sachsen-Anhalt 59,0 14.07.2026 Schwarzatal-Lichtenhain - Bergbahn Thüringen 58,8 17.07.2026 Weisendorf-Oberlindach Bayern 56,9 17.07.2026 Kalchreuth Bayern 56,2 14.07.2026 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 54,8 01.07.2026 Attenkam Bayern -
Wert Station Bundesland 152,6 Ettal-Linderhof Bayern 146,8 Sonthofen (Flussmeisterstelle) Bayern 146,4 Jachenau-Tannern Bayern 144,0 Unterjoch Bayern 138,2 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern 135,5 Hindelang, Bad-Gailenberg Bayern 135,5 Marienberg Sachsen 135,4 Waakirchen-Demmelberg Bayern 130,1 Obere Firstalm - Schlierseer Berge Bayern 128,6 Oy-Mittelberg - Grüntensee Bayern -
Wert Station Bundesland 0,0 Alfter-Volmershoven Nordrhein-Westfalen 0,0 Eppenrod Rheinland-Pfalz 0,0 Hellenthal-Udenbreth Nordrhein-Westfalen 0,0 Idstein Hessen 0,0 Kreuztal-Eichen Nordrhein-Westfalen 0,0 Neuss (Kläranlage Ost) Nordrhein-Westfalen 0,0 Ranstadt-Ober-Mockstadt Hessen 0,0 Winden Baden-Württemberg 0,2 Meeder-Ottowind Bayern 0,2 Rosenfeld-Leidringen Baden-Württemberg -
Wert Datum Station Bundesland 170,3 19.07.2026 Greifswald Mecklenburg-Vorpommern 130,3 14.07.2026 Nürnberg Bayern 126,7 16.07.2026 Mühlacker Baden-Württemberg 125,3 15.07.2026 Friedrichshafen Baden-Württemberg 105,1 13.07.2026 Hannover Niedersachsen 104,4 16.07.2026 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 101,9 07.07.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 99,7 17.07.2026 Altmühlsee Bayern 95,8 03.07.2026 Greifswalder Oie Mecklenburg-Vorpommern 95,4 16.07.2026 Lindau (SWN) Bayern -
Wert Station Bundesland 226,0 Perl-Sinz-Renglischberg Saarland 226,0 Tholey Saarland 221,5 Weiskirchen - Saar Saarland 220,8 Perl-Nennig Saarland 219,5 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 216,3 Saarbrücken-Burbach Saarland 216,0 Rheinfelden Baden-Württemberg 215,2 Neunkirchen-Wellesweiler Saarland 215,1 Müllheim Baden-Württemberg 212,8 Pirmasens Rheinland-Pfalz -
Wert Station Bundesland 72,5 Friesoythe-Altenoythe Niedersachsen 115,6 Zugspitze Bayern 117,2 Helgoland Schleswig-Holstein 118,2 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 118,6 Wangerland-Hooksiel Niedersachsen 120,7 UFS TW Ems Hamburg 122,9 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 123,0 Wittmundhafen Niedersachsen 123,5 Dörpen Niedersachsen 124,1 Hamburg-Fuhlsbüttel Hamburg
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Juli 2026 beträgt 19,8 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell 2,9 °C (91/20 1,5 °C). Am 11.07.2026 konnte mit 36,6 °C über Rheinfelden (Baden-Württemberg) die höchste und am 02.07.2026 mit -1,5 °C über Zugspitze (Bayern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 22,5 °C Saarland. Frischer ist der Juli 2026 mit einem Durchschnittswert von 17,9 °C bisweilen über Schleswig-Holstein.
Im Juli 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 31,3 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 39 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 4 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 166,4 Stunden ihren Sollwert von 211,9 Stunden zu 79 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 226,0 Stunden über der Perl-Sinz-Renglischberg (Saarland). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 72,5 Stunden über der Friesoythe-Altenoythe (Niedersachsen).










