Wetteranalyse: Die vollständig gestörte Zirkulation und der eisige Winter im Februar
Es ist wieder Sonntag und Zeit für eine ausführliche Wetteranalyse. Über Skandinavien baut sich das Blockadehoch auf, welches sich bereits vor 14 Tagen in der Clusteranalyse abzeichnete (78 Prozent Blockade nördliche Breiten). Dieses Blockadehoch schwächt den Polarwirbel zusätzlich und dreht nebenbei die Grundströmung über Deutschland auf Ost, sodass unter bestimmten Voraussetzungen eisig kalte Luftmassen aus Sibirien nach Deutschland geführt werden können. Tiefdruckgebiete stören jedoch diesen Prozess und so kann es über Deutschland auch zu einer Grenzwetterlage (Wackelwinter) kommen. Verstärkt sich das Blockadehoch und geht eine Querverbindung zum Aleutenhoch ein, kommt bis Februar der klirrend kalte Hochwinter nach Deutschland. Bricht das Hoch hingegen zusammen, kann ein Warmstart in den Februar gelingen. Viele Fragen, viele Möglichkeiten - beginnen wir mit der Analyse.
Das Hoch hat mittlerweile über Skandinavien Stellung bezogen und dreht den schwachen Wind auf östliche Richtungen. Nach und nach gelangen kühlere Festlandsluftmassen nach Deutschland, was die Temperaturen über den östlichen und nördlichen Landesteilen bis Mitte der Woche auf -4 bis +0 Grad und bis zum Ende der Woche auf -8 bis -2 Grad zurückgehen lassen kann.
Grenzwetterlage über Deutschland
Dem Hoch aber gelingt es nicht, seinen südlichen Gradienten so weit nach Süden auszudehnen, dass die Frontalzone vollständig blockiert wird. So bildet sich zum Ende der Woche eine Tiefdruckzone auf dem Atlantik aus, deren Ausläufer Frankreich erreichen und über dem Süden von Deutschland mit einer milderen Vorderseitenanströmung beeinflussen. Die Temperaturen pendeln sich auf -3 bis +4 Grad ein, wobei die höheren Werte über dem Südwesten, sowie über den westlich gelegenen Ballungsgebieten zu erwarten sind. Die Grenzwetterlage verläuft entlang eines breiten Streifens zwischen Münster und München und ermöglicht zum Ende der Woche schwache Niederschlagssignale über dem Westen und Südwesten.

Der Winter bis Februar
Doch trotz der Grenzwetterlage wird es der Frontalzone nicht gelingen, sich weiter über Mitteleuropa festzusetzen. Warum das so ist, erklärt sich in der Rotation des Hochdrucksystems im Uhrzeigersinn, was die Fronten auf dem Atlantik an Ort und Stelle festhält. Zudem dehnt sich das Hoch nach der Wetterprognose beider Vorhersage-Modelle bis zum 26. Januar weiter nach Westen aus und positioniert sich im Kern zwischen Grönland, Island, dem europäischen Nordmeer und Skandinavien. Darin herrscht in den Prognose-Modellen nach einem längeren Hin und Her mittlerweile Einigkeit und auch der Mittelwert aller Kontrollläufe bildet das mehrheitlich so ab.
Azorenhoch greift in das Wettergeschehen ein
Eine weitere Gemeinsamkeit beider Vorhersage-Modelle liegt in der Prognose des Azorenhochs, welches vom 26. bis 29. Januar nach Norden aufstrebt und eine Verbindung zum Blockadehoch über Grönland und Island eingeht. Was folgt ist eine vollständige Blockade der Frontalzone und ein zunehmend meridional verlaufendes Strömungsmuster.
Winterwetter mit Schnee über Deutschland
Das Blockadehoch ist jedoch nur ein Übergang, denn im Zeitraum vom 30. Januar bis 3. Februar verlagert sich das Blockadehoch in Richtung Nordeuropa und etabliert Anfang Februar über Skandinavien einen autark agierenden Hochdruckkern. Die Großwetterlage erhält sich somit selbst und man spricht von einer Erhaltungsneigung.
Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen am südlichen Hochdruckgradienten und so werden erneut kalte Luftmassen sibirischen Ursprungs angezapft
. Der Unterschied zur aktuellen Grenzwetterlage liegt jedoch darin, dass die Frontalzone keine warme Atlantikluft mehr nach Mitteleuropa führen kann, da das Azorenhoch weiterhin die Tiefdruckgebiete auf dem Atlantik blockiert.
Klirrend kalte Nächte und mäßiger bis strenger Dauerfrost
Die Temperaturen erreichen am 28. Januar -4 bis +1 Grad und gehen bis zum 3. Februar auf Höchstwerte von -10 bis -1 Grad zurück. In den Nächten sind Tiefstwerte -18 bis -6 Grad möglich, wobei über den östlichen Regionen über Schnee die Temperaturen auf bis -24 Grad absinken können.
Wie viel Schnee ist zu erwarten?
Sibirische Kälte bringt zwar eisige Temperaturen, aber meist wenig Schnee nach Deutschland. Der Grund liegt in der Herkunft der Luftmassen: Kontinentale Kaltluft ist sehr trocken, da sie über weite Landflächen kaum Feuchte aufnimmt. Unter Hochdruckeinfluss dominiert Subsidenz (absinkende Luftmassen), die Luft stabilisiert sich, Wolkenbildung bleibt gering. Es ist dann eisig, aber oft sonnig oder hochnebelartig - klassischer Kahlfrost.
Für nennenswerten Schneefall braucht es eine andere Konstellation: kalte Luft in Bodennähe kombiniert mit feuchter Luftzufuhr. Ideal sind Tiefdruckgebiete, die milde, feuchte Atlantikluft gegen vorhandene Kaltluft führen, oder Nord- bis Nordwestlagen, bei denen Luft über Nord- oder Ostsee Feuchte aufnimmt. Erst das Zusammenspiel aus Kälte, Hebung und Feuchte sorgt für nennenswerte Schneemengen.
Das ist dieses Mal aber nur bedingt der Fall - zumindest die Schneeprognose des amerikanischen Wettermodells berücksichtigt in der Umbauphase vom 26. bis 29. Januar zeitweiligen Schneefall, sodass sich bis Februar eine Winterlandschaft über Deutschland einstellen kann. Geht es nach dem europäischen Wettermodells, wird es über weite Teile von Deutschland Kahlfrost geben können.
Zusammenfassung Wetterprognose der Vorhersagemodelle
- Aufbau einer Blockade über Nordeuropa
- Blockadehoch verlagert sich in Richtung Grönland, dann auf den Atlantik wieder zurück nach Skandinavien
- Erhaltungsneigung der Blockade bis Februar
- Die Folge: eine vollständig gestörte Zirkulation
- Erst die Grenzwetterlage, dann die Zufuhr kalter Luftmassen sibirischen Ursprungs
- Klirrende Kälte möglich, gemäßigte Wintertemperaturen wahrscheinlich
- Schneefall und winterliche Wetterverhältnisse können sich in der Umbauphase ergeben

Betrachtung der Randfaktoren - Klare Signale für den Hochwinter im Februar?
Einmal angenommen, das Blockadehoch verlagert sich in Richtung Grönland und Island und würde die Frontalzone auf dem Atlantik weit in Richtung der Azoren drücken, so hätte das einen stark negativen NAO-Index zur Folge. Anders formuliert wäre ein negativer NAO-Index ein klares Signal und ein Unterstützer der aktuellen Prognosen der Vorhersage-Modelle.
So ist es aber nicht. Wie bereits in der vergangenen Wetteranalyse bleibt der NAO-Index - welcher das Verhältnis zwischen Azorenhoch und Islandtief beschreibt - neutral. Es gibt zwar deutlich positive und negative Ausschläge, was weiterhin ein deutlicher Hinweis auf die bevorstehenden Unsicherheiten der kommenden Wetterentwicklung ist, doch bleibt der Mittelwert neutral und ist im Trend allenfalls leicht negativ.
Ein neutraler NAO-Index steht für einen Zustand, in dem weder die klassische Westdrift noch blockierende Hochdrucklagen klar dominieren. Für das Wetter über Deutschland bedeutet das vor allem Variabilität. Die Frontalzone ist schwach ausgeprägt oder stark mäandrierend, Tiefdruckgebiete ziehen langsamer und oft unorganisiert durch, bzw. erreichen Deutschland auch gar nicht mehr. Im Winter sind sowohl kurze Frost- und Schneephasen als auch wärmere Abschnitte möglich, ohne dass sich ein klares Strömungsmuster etabliert. Extreme dominieren seltener, dafür bleibt das Wetter schwer vorhersagbar und dynamisch. Somit kein klarer Signalgeber.
Der Zustand des Polarwirbels
Der AO-Index (Arktische Oszillation) ist ein ebenfalls wichtiger Signalgeber für das Wetter über Deutschland, weil er beschreibt, wie stark der Luftdruckgegensatz zwischen der Arktis und den mittleren Breiten (auch Mitteleuropa) ausgeprägt ist. Er sagt damit etwas über die Stabilität des Polarwirbels in der Troposphäre und über den Zustand und den Verlauf der Polarfront aus.
Aktuell wird der AO-Index bis in den Februar hinein negativ bis stark negativ berechnet. Somit ist der Luftdruck über der Arktis erhöht, während er in den mittleren Breiten niedriger ausfällt. Der Polarwirbel ist geschwächt, die Polarfront wird stark wellig und hat ein meridional ausgeprägtes Verlaufsmuster.
Für Deutschland bedeutet das eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass kalte Luftmassen aus Norden oder Osten nach Mitteleuropa ausgreifen können. Frost, winterliche Phasen und markante Kaltluftdurchbrüche werden wahrscheinlicher, auch außerhalb des Hochwinters (Spätwinter im Februar).
Stellt sich die Frage, was das in Konstellation mit einem neutralen NAO-Index bedeutet? Kombiniert man einen negativen AO- mit einem neutralen NAO-Index, fehlt eine klare atlantische Steuerungskomponente. Die Westwetterlage (Frontalzone) ist nicht vollständig blockiert, aber deutlich geschwächt. Das Ergebnis sind hochvariable Wetterlagen: kurze Kältephasen wechseln sich mit milderen Abschnitten ab, Schnee ist möglich, aber oft von kurzer Dauer - Grenzwetterlage und Luftmassengrenzen treten häufiger in Erscheinung. Entscheidend ist dann weniger der Atlantik, sondern die genaue Lage von Hoch- und Tiefdruckgebieten über Europa.
Zusammenfassung Analyse Zustand des Polarwirbels
- AO-Index aktuell negativ und bleibt das auch bis in den Februar hinein
- Der Polarwirbel bleibt in seiner Gesamtstruktur geschwächt
- Frost, winterliche Phasen und markante Kaltluftdurchbrüche werden wahrscheinlicher
- Beim NAO-Index gibt es deutlich positive, als auch negative Varianten
- Der Mittelwert ist jedoch neutral und im Trend allenfalls leicht negativ
- Keine klaren Signale - weder die klassische Westdrift noch blockierende Hochdrucklagen sind dominierend
- Die Kombination aus neutralem NAO- und negativem AO-Index: Grenzwetterlage und Luftmassengrenzen treten häufiger in Erscheinung

Zwischenfazit: Der Winter auf dem Vormarsch
Die Zeichen sind - trotz der Unsicherheiten - unmissverständlich. Der Winter macht sich mit Frostluft aus Sibirien im Verlauf der kommenden Woche auf den Weg nach Deutschland und wird in Kombination mit einer vollständig gestörten Zirkulation und einem Blockadehoch über den nördlichen Breiten eine winterliche Wetterentwicklung bis Februar wahrscheinlicher machen, als ein frühzeitiges Abkippen der Großwetterlage in den Frühling.
Bewertet man die Wahrscheinlichkeiten, so hat der Winter über dem Norden und Osten bis auf die tieferen Lagen herab vom 23. bis 27. Januar eine Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent. Für den Süden und Westen liegt die Wahrscheinlichkeit bei rund 38 Prozent.
Für den Zeitraum vom 28. Januar bis 3. Februar liegt die Wahrscheinlichkeit für den Winter bis ganz runter über dem Westen und Süden bei rund 47 Prozent und über dem Norden und Osten bei 62 Prozent.
Bewertet man hochwinterliche Wetterlagen mit klirrender Kälte im Februar, so haben diese im Moment eine Eintreffwahrscheinlichkeit von 28 Prozent. Das gesunde Maß an Skepsis
ist im Hinblick auf hochwinterliche Kälte weiterhin angebracht.
Heute Abend steigen wir tiefer in die Wetteranalyse ein und schauen uns die Cluster-Analyse, den Zustand des Polarwirbels, den QBO-Ost, das mögliche Major-Warming in Stratosphärenhöhe und dessen Auswirkungen auf die Gesamtstruktur des Polarwirbels, die mit Spannung erwartete Gegenüberstellung der KI-Prognosen sowie die aktuellen Prognosen der Vorhersage-Modelle an. Bis dahin wünschen wir Ihnen einen wunderbaren Sonntag.
Nächste Aktualisierung
- 20:15 Uhr: Aktualisierung der Wetteranalyse an dieser Stelle
Update der Wetterprognose von 20:10 Uhr
Beginnen möchten wir das abendliche Update mit der Cluster-Analyse. Die Cluster-Analyse begleitet uns schon den ganzen Winter über und ist immer dann hilfreich, wenn man die groben Muster der kommenden Wetterlagen bestimmen möchte. In der Wetteranalyse vor 14 Tagen hat sich bspw. für den jetzigen Zeitraum eine Wahrscheinlichkeit von 78 Prozent für eine blockierende Wetterlage über den nördlichen Breiten ergeben, die sich jetzt auch so einstellt.
Die Clusteranalyse mit einem 100 Prozent Ergebnis
Da staunt der Laie und der Experte wundert sich - die heutige Clusteranalyse hat ein 100 Prozent Ergebnis für einen negativen NAO-Index. Das hat es in dieser Form bei unsicheren Wetterentwicklungen so noch nicht gegeben, beschreibt aber ganz gut, was vor sich geht und hatten es in der Analyse von heute Mittag bereits ausführlicher erklärt. Denn geht es nach der Wetterprognose der Vorhersage-Modelle, so müsste der NAO-Index deutlich negativ sein und das wird er wohl in den kommenden Tagen auch werden.
Bewertet man die Auswirkungen eines 100 Prozent negativen NAO-Index, so zeigt sich für den Winter bis Februar ein klar verändertes Zirkulationsmuster. Die Westdrift ist nachhaltig blockiert, Hochdruck etabliert sich bevorzugt in hohen Breiten, während Tiefdruckgebiete nach Süden ausweichen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz steigt damit die Wahrscheinlichkeit für Frost deutlich - abhängig von Region und Höhenlage. Schneefall wird ebenfalls wahrscheinlicher, insbesondere bei Nord- und Nordostlagen. Entscheidend bleibt die genaue Lage der Tiefdruckzentren - kalt ist wahrscheinlich, schneereich möglich, aber nicht garantiert. Das lässt sich nur in Betrachtung des NAO-Index nicht ableiten.
Zusammenfassung der Cluster-Analyse
- Beeindruckende 100 Prozent berechnen einen negativen NAO-Index
- Blockadehochs über den nördlichen Breiten bleiben bis in den Februar hinein mit hoher Wahrscheinlichkeit erhalten
- Das begünstigt über Deutschland mit Dauerfrost winterliche Temperaturen
- Ob Schnee eine Rolle spielen wird, hängt noch von der Positionierung der Wettersysteme ab
Der QBO-Ost, ein Major-Warming und die möglichen Auswirkungen auf das Wetter über Deutschland
Passend dazu die Hintergrundmodulation des QBO-Ost, welcher den Polarwirbel seit Beginn des Winters im November schwächt und ein starkes Aleutenhoch prvoziert. Die Schwächung hält im Moment an und verstärkt sich in den kommenden Tagen mit dem Blockadehoch weiter. Ob es zu einem Polarwirbelsplit kommt, bleibt noch abzuwarten. Zwar hat die Wahrscheinlichkeit für ein Split in den vergangenen Tagen abgenommen, doch bleibt die Möglichkeit hierfür bestehen.
Major-Warming in Stratosphärenhöhe
Der Polarwirbel ist kein einheitliches Gebilde, sondern besteht aus mehreren dynamisch unterschiedlichen Schichten. In der Troposphäre steuert er über den Jetstream direkt das Wetter. Darüber folgt die untere Stratosphäre, die als Übergangszone fungiert und schließlich die mittlere bis obere Stratosphäre, in der der eigentliche, thermisch kalte und meist sehr stabile Polarwirbel sitzt. Zwischen Troposphäre und Stratosphäre besteht normalerweise eine Kopplungssperre: Strömungen und Störungen werden nicht automatisch nach oben oder unten weitergereicht. Mehr dazu: Der Polarwirbel als Wetterorakel - Stratosphärische Strömungen sind keine Wettervorhersage.
Kommt es zu einem Major-Warming in der Stratosphäre, wird diese Sperre geschwächt. Der stratosphärische Polarwirbel wird massiv gestört, die Winde drehen von West-Ost auf Ost-West und die veränderte Zirkulation kann zeitverzögert (7 bis 14 Tage) in die Troposphäre durchgreifen. Genau hier setzt die 100-Prozent-Clusteranalyse eines negativen NAO-Index an: Blockierende Hochdrucklagen in hohen Breiten werden wahrscheinlicher und der Westdrift (Frontalzone) bricht zusammen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz bedeutet das eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit für Frost, winterliche Luftmassen und Schneefall - nicht punktuell, sondern als neues großräumiges Winterregime.
Geht es nach der aktuellen Prognose, so wird erneut der Ansatz eines Major-Warmings in Stratosphärenhöhe berechnet. In den nachfolgenden Wetterkarten erkennt man sehr gut die Störung des sonst so stabilen Stratosphärenwirbels. Das wird also richtig spannend - nicht nur für die Freunde des Winterwetters
, da ein frühzeitiges Major-Warming häufiger ein früheres Final-Warming zur Folge hat, was Auswirkungen bis in den Mai hinein haben kann.
Zusammenfassung Analyse: Quasi-biennial Oscillation (QBO)
- QBO-Ost ist aktiv und wird zwischen Januar und Februar weiter ein Major-Warming in Stratosphärenhöhe begünstigen
- Anzeichen sind ein strukturell geschwächter Polarwirbel und das Hoch über den Aleuten
- Ansatz zu einem Major-Warming
- Dazu passt die 100 Prozent negative NAO-Index Clusteranalyse
- Deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit für Frost, winterliche Luftmassen und Schneefall - nicht punktuell, sondern als neues großräumiges Winterregime

Verifikation KI- zu numerischem Modell
Vor zehn Wochen haben wir die erste Verifikation der KI-Modelle im Vergleich zu den numerischen Vorhersage-Modellen durchgeführt und bei den Europäern ein gutes und bei den Amerikanern ein sehr gutes Ergebnis feststellen können.
Vor zwei Wochen dann die nächste Analyse, welche wir heute mit den aktuellen Prognosen verifizieren möchten. Erstmals seit Versuchsbeginn
hatten die KI-Modelle grundlegend unterschiedliche Varianten berechnet. Eines der Modelle wird somit grundlegend falsch liegen.

Beeindruckendes Ergebnis des europäischen Wettermodells
Von Anfang an hatten beide Vorhersage-Modelle gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt. Heute zeigt sich, dass die KI-Prognose des amerikanischen Wettermodells vom 4. Januar für den heutigen 18. Januar komplett daneben lag, während das europäische Wettermodell erneut ein sehr gutes Ergebnis erzielte.
Die Wetterprognose der KI-Modelle bis zum 1. Februar
Umso spannender also die Frage, welche Großwetterlage die KI-Modelle bis Anfang Februar berechnen. Das KI-Modell des europäischen Wettermodells berechnet bis zum 28. Januar eine Blockadewetterlage über den nördlichen Breiten mit einer über Mitteleuropa winterlichen Wetterentwicklung. Anfang Februar verlagert sich die Hochdruckaktivität in Richtung Russland und Osteuropa, was die Frontalzone auf dem Atlantik blockiert und mit einer südlichen Anströmung die Temperaturen vom 28. Januar mit -5 bis +0 Grad bis zum 1. Februar auf -1 bis +4 Grad ansteigen lassen kann. Etwas Schneefall ist möglich, was über weite Teile von Deutschland zu einer Neuschneedecke von 1 bis 5 cm und über dem Nordosten bis 10 cm führen kann.
Ähnlich auch die Prognose des amerikanischen Wettermodells. Das Kontinentalhoch wird Anfang Februar ebenfalls berechnet, jedoch mit dem Unterschied, dass sich das Azorenhoch auf dem Atlantik als Blockade positionieren kann, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine meridional verlaufende Nordströmung zur Folge hat. Winterwetter mit Frost und zeitweiligem Schneefall wäre bis Februar die Folge hieraus.

Fazit: Der Winter kommt mit Frost - kommt er aber auch mit Schnee?
Die Randfaktoren und auch die Clusteranalyse zeigen, dass eine reaktive, länger andauernde und nachhaltig agierende Westwetterlage bis Februar nahezu komplett auszuschließen ist. Der Winter hat mit der Hintergrundmodulation QBO-Ost eine hervorragende Grundlage, welche durch ein mögliches Major-Warming in Stratosphärenhöhe und ein Blockadehoch über den nördlichen Breiten verstärkt wird. Jetzt muss der Winter nur noch kommen.
Die Kontrollläufe sind weiterhin der erhobene Zeigefinger
und stützen eine winterliche Wetterentwicklung über ganz Deutschland bis auf tiefere Lagen herab nicht. Die Chancen für Winterwetter bis ganz runter sind über dem Norden und Osten tendenziell höher als über den südlichen und westlichen Landesteilen.
Die aktuelle Wetterprognose: Vollwinter mit arktischer Kälte und Schnee bis in den Februar hinein
Auch wenn die Kontrollläufe (noch) nicht mitziehen, so sind die abendlichen Wetterprognosen der beiden Vorhersage-Modelle äußerst imposant und ja, sie bilden im Vergleich zu den Kontrollläufen die mit Abstand kältesten Varianten ab. Insofern ist ein gesundes Maß an Skepsis durchaus angebracht.
Polarwirbelsplit und arktische Kälte lassen Deutschland frieren
Die - numerische - Wetterprognose des europäischen Wettermodells berechnet bis Anfang Februar einen Polarwirbelsplit, welcher sich im Bereich zwischen den Azoren und Alaska - und somit westlich von Mitteleuropa - vollzieht. Die Frontalzone wird vollständig blockiert, das Strömungsmuster meridionalisiert und Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen voll in den Einflussbereich eines Arctic Outbreaks.
Die Temperaturen erreichen am 26. Januar -4 bis +2 Grad, am 28. Januar -6 bis +0 Grad und am 2. Februar sind Höchstwerte von -13 bis -4 Grad möglich. Dazu gibt es etwas Schneefall, was bis zum 2. Februar zu einer Neuschneedecke von 0 bis 2 cm über der Westhälfte und 4 bis 8 cm über der Osthälfte führen kann. Nein, Kälte eignet sich einfach nicht für kräftigen Schneefall.

Winterwetter mit sibirischer Kälte
Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells ist ähnlich strukturiert, jedoch gelingt der Polarwirbelsplit nicht. Stattdessen blockiert das Azorenhoch die Frontalzone zwischen den Azoren, Island und Grönland nahezu vollständig, was das Strömungsmuster meridionalisiert und über Mitteleuropa eine Nordost- bis Ostwetterlage zur Folge hat, welche mithilfe eines Mittelmeertiefs kalte Luftmassen sibirischen Ursprungs nach Deutschland führt. Und dieses Mittelmeertief kann über Süddeutschland für nennenswerten Schneefall sorgen. Sonst ist nicht mit viel Niederschlag zu rechnen.
Die Temperaturen erreichen am 26. Januar -7 bis +0 Grad, am 30. Januar -10 bis -3 Grad und am 2. Februar -7 bis +0 Grad.
Um es auf den Punkt zu bringen: Der Winter kommt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zurück und wird mit mäßigem Dauerfrost das Wetter bis in den Februar hinein dominieren können. Ob das Winterwetter aber auch Schnee oder nur Kahlfrost bringt, bleibt indes noch abzuwarten. In diesem Sinne, Ihnen einen wunderbaren Sonntagabend.

Wetterdaten Februar 2026
Top-10 Extremwerte Februar 2026
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Wert Datum Station Bundesland 14,3 07.02.2026 Tönisvorst Nordrhein-Westfalen 14,2 03.02.2026 Kiefersfelden-Gach Bayern 14,2 03.02.2026 Kohlgrub, Bad (Rosshof) Bayern 14,2 07.02.2026 Weilerswist-Lommersum Nordrhein-Westfalen 14,1 07.02.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 14,1 07.02.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 13,7 07.02.2026 Duisburg-Baerl Nordrhein-Westfalen 13,5 07.02.2026 Ohlsbach Baden-Württemberg 13,3 03.02.2026 Garmisch-Partenkirchen Bayern -0,4 08.02.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -14,0 02.02.2026 Grambow-Schwennenz Mecklenburg-Vorpommern -13,3 02.02.2026 Grünow Brandenburg -13,3 02.02.2026 Ueckermünde Mecklenburg-Vorpommern -13,2 02.02.2026 Feldberg - Mecklenburg Mecklenburg-Vorpommern -13,2 02.02.2026 Trollenhagen Mecklenburg-Vorpommern -12,8 02.02.2026 Anklam Mecklenburg-Vorpommern -12,6 01.02.2026 Zugspitze Bayern -12,6 02.02.2026 Angermünde Brandenburg -12,2 02.02.2026 Tribsees Mecklenburg-Vorpommern -12,1 02.02.2026 Greifswald Mecklenburg-Vorpommern -
Wert Datum Station Bundesland 40,0 05.02.2026 Wismar Mecklenburg-Vorpommern 21,2 06.02.2026 Vöhrenbach-Urach Baden-Württemberg 17,9 03.02.2026 Homburg, Bad (Filterwerk) Hessen 17,2 07.02.2026 Seegebiet Mansfelder Land-Röblingen Sachsen-Anhalt 16,8 03.02.2026 Ebsdorfergrund-Ebsdorf Hessen 16,3 05.02.2026 Zingst, Ostseeheilbad Mecklenburg-Vorpommern 16,3 06.02.2026 Seebach (Nationalpark Schwarzwald) Baden-Württemberg 16,1 06.02.2026 Schönwald Baden-Württemberg 16,0 05.02.2026 Franzburg Mecklenburg-Vorpommern 15,9 06.02.2026 Bernau-Goldbach Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 42,4 Wismar Mecklenburg-Vorpommern 31,9 Holzbach Rheinland-Pfalz 29,1 Vöhrenbach-Urach Baden-Württemberg 28,7 Utzenfeld Baden-Württemberg 28,1 Bernau-Goldbach Baden-Württemberg 27,5 Nohfelden-Gonnesweiler Saarland 27,3 Kell am See Rheinland-Pfalz 26,2 Weiskirchen - Saar Saarland 24,8 Schönwald Baden-Württemberg 24,5 Losheim-Niederlosheim Saarland -
Wert Station Bundesland 0,0 Andechs-Erling Bayern 0,0 Augsburg Bayern 0,0 Barßel-Loher Ostmark Niedersachsen 0,0 Boos Bayern 0,0 Buchloe Bayern 0,0 Burgau Bayern 0,0 Eberfing Bayern 0,0 Egling - Isar-Attenham Bayern 0,0 Eppishausen-Haselbach Bayern 0,0 Mistelgau-Hardt Bayern -
Wert Datum Station Bundesland 118,4 04.02.2026 Greifswald Mecklenburg-Vorpommern 101,5 04.02.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 99,4 03.02.2026 Zugspitze Bayern 91,1 03.02.2026 UFS Deutsche Bucht Hamburg 86,4 03.02.2026 Schönhagen (Ostseebad) Schleswig-Holstein 85,7 04.02.2026 Arkona Mecklenburg-Vorpommern 84,6 03.02.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 84,2 03.02.2026 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 83,5 04.02.2026 List auf Sylt Schleswig-Holstein 82,1 03.02.2026 Fichtelberg Sachsen -
Wert Station Bundesland 51,9 Zugspitze Bayern 42,7 Schneefernerhaus Bayern 41,6 Leutkirch-Herlazhofen Baden-Württemberg 39,9 Sigmarszell-Zeisertsweiler Bayern 39,3 Halblech-Bayerniederhofen Bayern 38,2 Mittenwald-Buckelwiesen Bayern 38,1 Oy-Mittelberg-Petersthal Bayern 38,0 Lippstadt-Bökenförde Nordrhein-Westfalen 37,3 Haltern (Wasserwerk) Nordrhein-Westfalen 37,0 Bochum Nordrhein-Westfalen -
Wert Station Bundesland 0,0 Berlin-Buch Berlin 0,0 Berlin-Kaniswall Berlin 0,0 Berlin-Marzahn Berlin 0,0 Braunschweig Niedersachsen 0,0 Bremervörde Niedersachsen 0,0 Celle Niedersachsen 0,0 Dachwig Thüringen 0,0 Seehausen Sachsen-Anhalt 0,0 Soltau Niedersachsen 0,0 Zinnwald-Georgenfeld Sachsen
Die aktuelle Durchschnittstemperatur im Februar 2026 beträgt -0,1 °C. Die Temperaturanomalie beträgt im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961/90 aktuell -0,4 °C (91/20 -1,6 °C). Am 07.02.2026 konnte mit 14,3 °C über Tönisvorst (Nordrhein-Westfalen) die höchste und am 02.02.2026 mit -14,0 °C über Grambow-Schwennenz (Mecklenburg-Vorpommern) die tiefste Temperatur registriert werden. Das wärmste Bundesland ist mit einer durchschnittlichen Temperatur von 3,4 °C Saarland. Frischer ist der Februar 2026 mit einem Durchschnittswert von -4,1 °C bisweilen über Mecklenburg-Vorpommern.
Im Februar 2026 konnte bis zum heutigen Tag eine Niederschlagssumme von 5,8 l/m² registriert werden. Der Sollwert zum Klimamittelwert von 1961/90 wurde zu 11 % erfüllt. Regentage mit mehr als 1 l/m² Regen gab es an 2 Tagen.
Die Sonnenscheindauer konnte mit rund 9,6 Stunden ihren Sollwert von 72,0 Stunden zu 13 % erfüllen. Den meisten Sonnenschein gab es mit 51,9 Stunden über der Zugspitze (Bayern). Vergleichsweise wenig Sonnenschein gab es mit 0,0 Stunden über der Braunschweig (Niedersachsen).

