Wetteranalyse: Auswirkungen auf den Winter - Polarwirbelsplit oder ein Displacement
Ein Wintertag zum Genießen, doch ändert sich das bereits in den kommenden 24 Stunden, wenn das nächste Tief mit milder Luft nach Deutschland zieht und erst Schneefall und später dann Eisregen, gefrierender Regen und Regen bringt. Entsprechend hoch ist zum Start in die neue Woche das Unwetter- und Gefahrenpotenzial. Die Milderung setzt sich im Wochenverlauf weiter fort und sorgt bis auf die höheren mittleren Lagen für starkes Tauwetter. Und während sich über Deutschland der Winter auf dem Rückzug befindet, verändert sich das Setup innerhalb des Polarwirbels teils dramatisch. Der Grund ist der Ansatz eines Polarwirbelsplits und die Achse des Hochs, welches den Polarwirbel splittet, wird darüber entscheiden, ob der Winter zügig nach Deutschland zurückkehren wird oder nicht.
Die Polarluft ruht im Moment. Verbreitet herrscht Dauerfrost vor und über fast ganz Deutschland konnte sich eine Schneedecke ausbilden (Schneehöhen Deutschland). Die Wolken lösen sich zum Nachmittag auch über dem Süden mehr und mehr auf und bei Temperaturen von -11 bis -1 Grad lässt sich ein frostiger, sonniger und trockener Wintertag genießen.
Wetterwechsel - starkes Tauwetter - in der Übergangsphase erhöhtes Gefahrenpotenzial
Mit der Ruhe ist es zum Start in die neue Woche auch schon wieder vorbei. Ein Tiefdrucksystem drängt sich mit seiner milden Atlantikluft auf und bringt zunächst Schnee, der von Westen jedoch rasch in Schneeregen, Eisregen, gefrierenden Regen und anschließend nur noch als Regen niedergeht. Gerade in der Übergangsphase muss mit erheblicher Glätte und einem erhöhten Gefahrenpotential gerechnet werden (Warnlagenbericht). Die Milderung setzt sich nur langsam nach Osten durch und so ist erst zur Wochenmitte über dem äußersten Osten mit leicht positiven Temperaturen zu rechnen, während über dem Westen die Werte die +10 Grad-Marke überschreiten können. Das starke Tauwetter setzt sich bis zum Wochenende weiter fort, sodass von einer Schneedecke unterhalb etwa 800 bis 1.000 Meter nicht mehr viel übrig bleiben wird. Begleitet wird das Tauwetter von vielen Wolken, zeitweiligem Niederschlag und einem phasenweise auffrischenden Wind aus Südwest.

Massive Schwächung des Polarwirbels
Wer bei uns schon eine Weile zu Gast ist, der weiß, dass die Vorhersage-Modelle in den vergangenen Tagen immer wieder den Ansatz eines Polarwirbelsplits berechnet haben. Getriggert wird dieser vom Kontinentalhoch aus, welches man bereits auf den obenstehenden Wetterkarten in der Kurzfristprognose bis zum Ende der kommenden Woche gut erkennen kann. Entscheidend für den Hochwinter wird sein, ob sich das Hoch mit seinem Kern in Richtung Skandinavien verlagert und sich von dort aus nach Grönland und den Aleuten ausdehnt oder ob das Hoch über Russland verbleibt. Die Auswirkungen können im Hinblick auf den Winter nicht unterschiedlicher sein.
Displacement des Polarwirbels
Geht es nach der aktuellen Wettervorhersage des europäischen Wettermodells, so verweilt das Hochdruckzentrum zwischen Osteuropa und dem westlichen Russland und versucht von dort aus mit einer Querverbindung zum Aleutenhoch den Polarwirbel zu schwächen. Das gelingt jedoch nur zum Teil und hat zur Folge, dass sich der Cluster des Polarwirbels fast vollständig über Kanada und Grönland zurückzieht. Das ist aus Sicht der Freunde des Winterwetters
eine suboptimale Entwicklung.
Die Folgen für das Deutschlandwetter
Sollten sich das Kontinentalhoch und der Cluster des Polarwirbels exakt so positionieren können, so liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz zwischen den Fronten. Da sich der Wirbel gegen und das Hoch im Uhrzeigersinn drehen, stellt sich über Mitteleuropa eine schwachgradientige Südanströmung der Luftmassen ein.
Die Temperaturen pendeln sich vom 16. bis 23. Januar auf +3 bis +6 Grad ein. Mit Sonnenschein können bis +10 Grad erreicht werden und bei Dauernebel auch Dauerfrost. Niederschlag ist möglich, doch findet das Blocking der Frontalzone über Deutschland statt. So ist über den östlichen Landesteilen bis zum 25. Januar nur mit wenig bis gar keinem Niederschlag zu rechnen, während Ausläufer der Frontalzone immer wieder den Westen streifen und dort nennenswerten Niederschlag bringen können. In Summe aber eine Wetterentwicklung, welche mit dem Winter wenig gemeinsam hat.

Polarwirbelsplit mit Blocking Nordeuropa
Während die Europäer das Displacement des Polarwirbels (Verschiebung) berechnen, simulieren die Amerikaner heute erneut ein Polarwirbelsplit, der sich zwischen Skandinavien und den Aleuten vollziehen kann. Das hat zwar nicht unmittelbar Winterwetter zur Folge, doch verbessert das die Grundlagen gegenüber einem Displacement erheblich.
So verlagert sich das Kontinentalhoch bis zum 18. Januar weiter in Richtung Skandinavien und positioniert sich zum 21. Januar mit einem autark agierenden Hochdruckkern über Nordeuropa. Und jetzt kommt der entscheidende Unterschied - durch die Verlagerung des Hochdrucksystems nach Skandinavien gelingt es dem Azorenhoch einen Keil nach Nordeuropa aufsteigen zu lassen. Das blockiert die Aktivität der Frontalzone und die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik haben keine Chance mehr, Mitteleuropa zu erreichen.
Das Hoch dehnt sich bis zum 26. Januar immer weiter in Richtung Grönland aus und baut von dort aus eine Querverbindung zum Aleutenhoch auf. Es handelt sich um eine vollständig gestörte Zirkulation, welche nicht nur eine massive Störung des Polarwirbels, sondern einen Split - direkt durch den Nordpol - zur Folge hat.
Die Folgen für das Wetter über Deutschland
Ob sich jedoch mit dem Polarwirbelsplit über Deutschland erneut mit Schnee und Frost winterliche Wetterverhältnisse einstellen können, hängt von der Achse des Hochdrucksystems ab. Nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells liegt das Hochdruckzentrum bis zum 27. Januar über Skandinavien und hat über Deutschland eine Anströmung kalter und trockener Festlandsluft zur Folge.
Die zu erwartenden Niederschlagsmengen sind zwar gering, doch kehrt der Frost mit -4 bis +0 Grad zum 18. Januar über Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Sachsen zurück, während es über dem Rest von Deutschland mit +0 bis +5 Grad nasskalt bleiben kann. An dieser Temperaturverteilung ändert sich bis zum 26. Januar nur wenig. Der leichte Niederschlag kann teils als Schnee, teils aber auch als Schneeregen und nach Westen auch als Regen niedergehen.
Damit der Winter vollständig durchbrechen kann, bedarf es eines Kaltlufttropfens, der von Osten her das Hoch an seinen südlichen Gradienten unterwandert. So wie es die Amerikaner berechnen, stellt sich lediglich eine gradientenschwache Wetterlage mit östlicher Anströmung ein.
Zusammenfassung Wetterprognose der Vorhersagemodelle
- Milderung mit starkem Tauwetter in der kommenden Woche
- Nachfolgend Schwächung des Polarwirbels
- Displacement: kaum Chancen für den Winter
- Polarwirbelsplit: verbessert die Grundlagen für Winterwetter

Betrachtung der Randfaktoren - Unsichere Wetterlage
Die Vorhersage-Modelle präsentieren zwei unterschiedliche Varianten und zieht man die aktuelle Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells von heute Mittag noch hinzu, so sind es sogar drei. Der Split wird heute Mittag zwar weiterhin simuliert, doch gelingt es dem Hoch über Skandinavien eine Achse in Richtung der Mittelmeerregion aufzubauen, was Deutschland, die Schweiz und Österreich voll in den Einflussbereich einer gradientenschwachen Wetterlage bringt. Sonne, Wolken und Nebel werden sich bei unwinterlichen Temperaturen von +6 bis +12 Grad abwechseln können.
Was sich aber daraus ableiten lässt, ist die einheitliche Schwächung des Polarwirbels, welcher mal mehr und mal weniger winterliche Einflüsse auf das Wetter haben kann.
Dass der Polarwirbel Probleme mit der Stabilität bekommt, bestätigt der AO-Index. Dieser ist aktuell negativ, erreicht Mitte Januar für einen Moment einen neutralen Status und sinkt darüber hinaus in den dann doch deutlich negativen Bereich ab.
Das Entwicklungsspektrum ist jedoch deutlich erhöht. Erreicht nur eine geringe Anzahl an Varianten leicht positive Werte, so sinkt eine Vielzahl an Varianten in den deutlich negativen Bereich ab und strebt in Richtung des maximal möglichen Tiefstwerts an. Eine massive Störung des Polarwirbels ist somit nicht mehr auszuschließen.
Für ein Displacement - wie es die Europäer heute berechnen, müsste der NAO-Index (Verhältnis zwischen Islandtief und Azorenhoch) in die deutlich positive Richtung kippen. Tut er aber nur bedingt und bewegt sich im Zeitraum vom 11. bis 26. Januar mit seinem Mittelwert im neutralen bis leicht positiven Bereich. Der Cluster des Polarwirbels zwischen Kanada und Grönland ist somit gesetzt. Fraglich ist noch, wie weit er sich nach Osten ausdehnen kann.
Zusammenfassung Analyse Zustand des Polarwirbels
- AO-Index mit stark negativen Trend
- Schwächung des Polarwirbels wahrscheinlich
- NAO-Index mit neutralem bis leicht positivem Trend
- Cluster des Polarwirbels zwischen Kanada und Grönland sehr wahrscheinlich
- Beide Randfaktoren haben eine große Spreizung - keine stabile Regimekopplung
- Ein nachhaltiger Durchbruch einer stabilen Westwetterlage ist prinzipiell möglich
- Eine vollständig bis absolut gestörte Zirkulation ist jedoch wahrscheinlicher

Zwischenfazit: Der Winter auf dem Rückzug
So ist es - der Winter befindet sich zunächst einmal auf dem Rückzug. Doch wird in der zweiten Januarhälfte das Setup innerhalb des Polarwirbels massiv und nachhaltig verändert, dessen Auswirkungen im Moment noch schwer abzuschätzen sind.
Bewertet man die Wahrscheinlichkeiten, so ist vom 13. bis 21. Januar mit Temperaturen in 1.400 Meter Höhe von +5 bis -1 Grad nicht mit dem Flachlandwinter oder winterlichen Wetterentwicklungen über den mittleren Lagen zu rechnen. Erst darüber hinaus sinkt das Temperaturniveau in der Höhe mit -2 bis -4 Grad auf einen Bereich ab, was den Winter ab den mittleren Lagen (400 bis 800 Meter) wieder optional werden lässt. Somit festigt sich heute der Wettertrend der vergangenen Tage zu einer nasskalten Wetterlage.
Heute Abend steigen wir tiefer in die Wetteranalyse ein und schauen uns die Cluster-Analyse, den QBO-Ost und dessen Rolle auf den möglichen Polarwirbelsplit, den Zustand des Polarwirbels in Stratosphärenhöhe sowie die aktuellen Prognosen der Vorhersage-Modelle an. Bis dahin wünschen wir Ihnen einen wunderbaren Wintertag.
Nächste Aktualisierung
- 20:15 Uhr: Aktualisierung der Wetteranalyse an dieser Stelle
Update der Wetterprognose von 20:17 Uhr
Beginnen möchten wir das abendliche Update mit der Cluster-Analyse. Die Clusteranalyse hilft, Unsicherheiten ausfindig zu machen, um diese besser einschätzen zu können. Anders als noch am vergangenen Sonntag, wo die Clusterverteilung noch breit gestreut war, gibt es heute ein eindeutiges Ergebnis.
Die Clusteranalyse mit klaren Signalen
Wir erinnern uns kurz an die obenstehende Analyse von heute Nachmittag - der AO-Index ist mit seinem Mittelwert negativ und wird das bis weit in die letzte Januar-Dekade hinein bleiben, was wiederum die anhaltende Schwäche des Polarwirbels widerspiegelt. Das wiederum hat - selbsterklärend - auch Auswirkungen auf die Clusteranalyse.
Da das Ergebnis jedoch eindeutig ist, gibt es nur noch 6 unterschiedliche Variationen. Ganze 83 Prozent entfallen auf eine Großwetterlage mit einem Blocking über Europa/Nordeuropa. Die restlichen 17 Prozent entfallen auf einen negativen NAO-Index mit einem Hoch zwischen Grönland, Island und Skandinavien.
Eine nachhaltig agierende Westwetterlage mit stabiler Tiefdruckrinne auf dem Atlantik ist - zumindest nach der Clusteranalyse - bis zum 26. Januar nahezu auszuschließen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass keine der Cluster einen positiven NAO-Index berücksichtigt.
Zusammenfassung der Cluster-Analyse
- Ganze 83 Prozent berechnen ein Blocking zwischen Europa und Nordeuropa
- 17 Prozent entfallen auf einen negativen NAO-Index mit Blocking zwischen Grönland, Island und Skandinavien
- Der dahinterliegende Mechanismus ist ein geschwächter Polarwirbel, welcher bis zum Beginn der letzten Januardekade auch einen Split erfahren kann
- Die Grundlagen für Winterwetter über Deutschland bleiben erhalten
Der QBO-Ost und seine Rolle bei einem Polarwirbelsplit
Seit dem Spätsommer/Herbst befindet sich der QBO klar in einer Ostphase. Diese QBO-Ost ist kein Ereignis, sondern ein stabiler Hintergrundzustand der tropischen Stratosphäre. Er verändert die Wind- und Temperaturstruktur so, dass planetare Wellen aus der Troposphäre leichter nach oben in die winterliche Polarstratosphäre eindringen können, was statistisch wiederum die Anfälligkeit des Polarwirbels für größere Störungen erhöht.
Der aktuell beobachtete Zustand, bei dem der Polarwirbel in der mittleren und oberen Stratosphäre stabil bleibt, während seine troposphärische Projektion kollabiert, ist dynamisch konsistent und kein Widerspruch. Entscheidend ist die vertikale Trennung der Prozesse. Der eigentliche Wirbelkern in Stratosphärenhöhe zeigt weiterhin einen geschlossenen, kalten und stark beschleunigten Zirkulationsmodus (Kein Major-Warming, keine Windumkehr). Damit bleibt die Kopplung nach unten schwach, ein klassisches Merkmal eines intakten Stratosphärenwirbels.
Gleichzeitig ist in der Troposphäre eine ausgeprägte Wellenamplifikation zu erkennen. Hochdruckgebiete versuchen wiederholt, eine antizyklonale Brücke zwischen Europa, Skandinavien und dem Aleutenhoch auszubilden. Diese Struktur zwingt die zyklonale Vorticity (tiefdruckartige Luftdrehung) zur Bündelung, was zu einer Clusterbildung des Polarwirbels über Kanada/Grönland sowie über Sibirien führt. Der Split ist hier kein Zerfall des Wirbels, sondern eine Reorganisation der troposphärischen Zirkulation.
Der QBO-Ost wirkt in diesem Kontext als Hintergrundmodulator. Er verändert die Brechungsbedingungen für planetare Wellen und begünstigt starke troposphärische Wellenzüge. Entscheidend ist jedoch: Solange der stratosphärische Polarwirbel thermisch kalt und dynamisch kompakt bleibt, können diese Wellen nicht effizient nach oben propagieren. Der Impuls- und Wärmetransport bleibt unterhalb der Kopplungssperre gefangen.
Thermodynamisch dominiert unter den Hochdruckachsen Subsidenz (großräumiges Absinken von Luftmassen) mit adiabatischer Erwärmung und Stabilisierung der Luftsäule. Das erklärt, warum trotz aufgeräumter
Stratosphäre kein Major-Warming entsteht. Paradoxerweise kann diese Situation den Polarwirbel sogar stützen, da ihm der destruktive Wellenimpuls von unten fehlt.
Zusammengefasst handelt es sich nicht um ein Vorstadium eines Major-Warmings in Stratosphärenhöhe, sondern um eine Phase intensiver troposphärischer Dynamik bei gleichzeitig stabiler Stratosphäre. Der QBO-Ost verstärkt die Organisation der Strömung unten, hebelt die Kopplungssperre aber nicht aus.
Sollte die Kopplungssperre aufgehoben werden und es zu einem Major-Warming in Stratosphärenhöhe kommen, so ist die Störung des Polarwirbels nachhaltiger und kann zum frühzeitigen Kollaps oder vollständigen Zusammenbruch (final Warming) führen. Mehr zur Kopplungssperre: Der Polarwirbel als Wetterorakel - Stratosphärische Strömungen sind keine Wettervorhersage.
Zusammenfassung Analyse: Quasi-biennial Oscillation (QBO)
- QBO-Ost ist aktiv und wird zwischen Januar und Februar als Hintergrundprozess weiter modulierend einwirken, ohne selbst ein Ereignis zu sein
- Im Moment nur schwache Signale einer Störung des Stratosphärenwirbels
- Ein troposphärischer Polarwirbelsplit ist mit dem aktuellen QBO-Ost dynamisch kompatibel
- Die Kopplungssperre zwischen Stratosphäre und Troposphäre wird durch den möglichen troposphärischen Polarwirbelsplit nicht aufgehoben

Fazit: Die Milderung kommt - die Frage ist nur, für wie lange
Die Randfaktoren und auch die Clusteranalyse zeigen, dass eine reaktive, länger andauernde und nachhaltig agierende Westwetterlage kaum möglich sein wird. Vielmehr wird sich eine gestörte, vollständig gestörte und mit einem Hoch über Grönland und Island vielleicht auch absolut gestörte Zirkulation einstellen können. Die Grundlagen für Winterwetter sind nach wie vor gut, entscheidend aber ist die Ausgestaltung und die Positionierung des Hochdrucksystems, welches beabsichtigt, den Polarwirbel zu schwächen oder gar zu spalten.
Die Kontrollläufe bleiben im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert im Zeitraum vom 12. bis 20. Januar deutlich zu warm. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Temperaturen in 1.400 Meter in diesem Zeitraum unter die -5 Grad-Marke absinken und so einen Flachlandwinter möglich machen können, liegt aktuell bei rund 10 Prozent. Dass die Werte unter -3 Grad absinken und somit den Winter ab den mittleren Lagen optional machen, liegt bei rund 22 Prozent. Erst darüber hinaus geht das Spektrum der Kontrollläufe weit auseinander und bestätigt die Unsicherheiten, welche mit einem möglichen Displacement des Polarwirbels oder einem Polarwirbelsplit einhergehen. Also ja, die Milderung hält bis zum nächsten Wochenende über weite Teile von Deutschland an.
Die aktuelle Wetterprognose der Vorhersage-Modelle: Split-Ansatz
Das europäische Wettermodell lässt das Hoch bis zum 23. Januar mehr von Mitteleuropa aus nach Norden streben, bringt dem Winter jedoch auch nicht viel, da die Achse des Hochdrucksystems bis zum 26. Januar quer über Mitteleuropa verläuft. Ruhiges und über weite Strecken trockenes Hochdruckwetter stellt sich ein, bei dem sich die Temperaturen auf +4 bis +8 Grad einpendeln können. Mit Sonnenschein können bis +12 Grad und bei Dauernebel auch Werte um den Gefrierpunkt schwankend möglich sein.
Eine weitere Variante bringt heute Abend das amerikanische Wettermodell, bei der sich das Kontinentalhoch über Russland passiv verhält und keine Querverbindung zum Aleutenhoch aufbauen kann. Das Aleutenhoch dehnt sich jedoch weit in Richtung Nordpol aus und befeuert so den Wirbel zwischen Kanada und Grönland und da der Hochdruckblock über Europa fehlt, bricht die atlantische Frontalzone vollständig durch (Westwetterlage), was im Zeitraum vom 15. bis 26. Januar Temperaturen von +6 bis +12 Grad und einen windigen und wechselhaften Wettercharakter zur Folge hat. Fraglich, ob diese Variante die kommenden 12 Stunden überdauern wird.

Um es auf den Punkt zu bringen: Eine Milderung ist wahrscheinlich, doch die weitere Entwicklung der Großwetterlage bleibt unsicher. Die Clusteranalyse, der neutrale bis leicht positive NAO-Trend, der negative AO-Index und die gestörte Zirkulation sprechen gegen eine stabile Westwetterlage. Winterliche Optionen sind bis zum 19. Januar wenig wahrscheinlich - darüber hinaus bleibt abzuwarten, wie sich der mögliche Splitansatz entwickeln kann.
Wir wurden heute im Tagesverlauf gefragt, wie denn eine winterliche Wetterlage mit ähnlichem Setup aussehen würde. Wir haben das einmal mit ausgesuchten Kontrollläufen gegenübergestellt und schnell wird klar, dass sich das Hoch im Hinblick auf den Winter westlich oder nordwestlich von Europa positionieren muss. In diesem Sinne, Ihnen einen wunderbaren Sonntagabend.

Wetterdaten Januar 2026
Top-10 Extremwerte Januar 2026
-
Wert Datum Station Bundesland 14,6 13.01.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 13,9 13.01.2026 Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 13,7 13.01.2026 Freiburg Baden-Württemberg 13,7 13.01.2026 Müllheim Baden-Württemberg 13,4 14.01.2026 Emmendingen-Mundingen Baden-Württemberg 13,4 14.01.2026 Müllheim Baden-Württemberg 13,3 13.01.2026 Baden-Baden-Geroldsau Baden-Württemberg 13,3 14.01.2026 Dürkheim, Bad Rheinland-Pfalz 13,3 14.01.2026 Metzingen Baden-Württemberg 4,1 14.01.2026 20098 -
Wert Datum Station Bundesland -21,7 04.01.2026 Zugspitze Bayern -21,7 06.01.2026 Oberstdorf Bayern -19,8 06.01.2026 Tirschenreuth-Lodermühl Bayern -19,6 12.01.2026 Doberlug-Kirchhain Brandenburg -19,6 12.01.2026 Sohland - Spree Sachsen -19,4 12.01.2026 Hoyerswerda Sachsen -19,3 06.01.2026 Leutkirch-Herlazhofen Baden-Württemberg -19,1 06.01.2026 Deutschneudorf-Brüderwiese Sachsen -18,9 11.01.2026 Wittingen-Vorhop Niedersachsen -18,8 12.01.2026 Baruth Brandenburg -
Wert Datum Station Bundesland 75,0 08.01.2026 Bramsche Niedersachsen 50,0 06.01.2026 Mannebach - Eifel Rheinland-Pfalz 41,5 08.01.2026 Bernau-Goldbach Baden-Württemberg 38,0 08.01.2026 Todtmoos Baden-Württemberg 36,9 08.01.2026 Sankt Blasien-Menzenschwand Baden-Württemberg 36,6 08.01.2026 Vöhrenbach-Urach Baden-Württemberg 36,0 08.01.2026 Görwihl-Burg Baden-Württemberg 34,3 08.01.2026 Dachsberg-Wolpadingen Baden-Württemberg 34,3 09.01.2026 Freudenstadt-Kniebis Baden-Württemberg 32,2 09.01.2026 Börfink-Brunnen Rheinland-Pfalz -
Wert Station Bundesland 109,6 Bramsche Niedersachsen 109,4 Vöhrenbach-Urach Baden-Württemberg 109,3 Freudenstadt-Kniebis Baden-Württemberg 108,1 Bernau-Goldbach Baden-Württemberg 106,1 Braunlage Niedersachsen 97,0 Sankt Blasien-Menzenschwand Baden-Württemberg 90,8 Freudenstadt Baden-Württemberg 90,7 Oberstdorf-Rohrmoos Bayern 87,3 Oberharz am Brocken-Sorge Sachsen-Anhalt 87,1 Todtmoos Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 0,0 Kahla Thüringen 0,0 Steingaden-Lauterbach Bayern 0,1 Berlin-Köllnische Heide Berlin 0,1 Siegenburg Bayern 1,0 Forst-Klein Bademeusel Brandenburg 2,2 Geratal-Gräfenroda Thüringen 3,8 Frankelbach Rheinland-Pfalz 4,2 Beckum-Vellern Nordrhein-Westfalen 5,0 Lauchstädt, Bad Sachsen-Anhalt 5,0 Weissach Baden-Württemberg -
Wert Datum Station Bundesland 146,2 09.01.2026 Feldberg - Schwarzwald Baden-Württemberg 136,4 01.01.2026 Brocken Sachsen-Anhalt 124,2 03.01.2026 Leuchtturm Alte Weser Niedersachsen 121,0 09.01.2026 Zugspitze Bayern 113,0 09.01.2026 UFS Deutsche Bucht Hamburg 112,0 09.01.2026 Weinbiet Rheinland-Pfalz 111,6 02.01.2026 Spiekeroog (SWN) Niedersachsen 109,8 09.01.2026 Leuchtturm Kiel Schleswig-Holstein 109,4 03.01.2026 Fichtelberg Sachsen 108,4 09.01.2026 Helgoland Schleswig-Holstein -
Wert Station Bundesland 61,3 Zugspitze Bayern 51,7 Rheinfelden Baden-Württemberg 51,6 Laupheim Baden-Württemberg 48,8 Kandern-Gupf Baden-Württemberg 48,6 München-Stadt Bayern 48,0 Maisach-Galgen Bayern 48,0 Sipplingen (SWN) Baden-Württemberg 47,1 Waldsee, Bad-Reute Baden-Württemberg 47,0 Altheim, Kreis Biberach Baden-Württemberg 46,8 Pfullendorf Baden-Württemberg -
Wert Station Bundesland 0,0 Boizenburg Mecklenburg-Vorpommern 0,0 Wolfach Baden-Württemberg 1,0 Saarbrücken-Ensheim Saarland 1,2 Tholey Saarland 1,5 Weiskirchen - Saar Saarland 1,8 Neunkirchen-Wellesweiler Saarland 2,0 Perl-Nennig Saarland 2,1 Geldern-Walbeck Nordrhein-Westfalen 2,3 Idar-Oberstein Rheinland-Pfalz 2,5 Saarbrücken-Burbach Saarland

