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Sturmtief trifft auf Polarluft - Hinweis auf drohende Unwetter- und Gefahrenlage

| M. Hoffmann

Zwischen Donnerstagabend, dem 8. Januar, und einschließlich Montag, dem 12. Januar, steht Deutschland eine ausgeprägte Unwetter- und Gefahrenlage bevor. In diesem Zeitraum trifft von Westen her ein dynamisches Tiefdrucksystem auf eine bereits etablierte polare Luftmasse. Diese Konstellation birgt ein erhebliches Risiko für winterliche Extremwetterereignisse, deren Auswirkungen weit über gewöhnliches Winterwetter hinausgehen können. Nach aktueller Warnlage ist dabei mit einer bundesweit erhöhten Gefährdung zu rechnen, die je nach Region sehr unterschiedliche, teils rasch wechselnde Ausprägungen annehmen kann.

Ein Sturmtief erreicht Deutschland und trifft mit seiner maritim angewärmten Luftmasse auf polare. Die Folge: eine erhöhte Unwetter- und Gefahrenlage
Ein Sturmtief erreicht Deutschland und trifft mit seiner maritim angewärmten Luftmasse auf polare. Die Folge: eine erhöhte Unwetter- und Gefahrenlage

Donnerstagabend bis Freitag: Beginn einer kritischen Wetterphase

Bereits ab Donnerstagabend intensiviert sich der Niederschlag von Westen her deutlich. In Verbindung mit stark böigem bis stürmischem Wind breitet er sich rasch nach Nordosten aus. Besonders kritisch ist dabei die Übergangsphase, in der Schnee, gefrierender Regen, Eisregen und Regen eng beieinander auftreten können. Auf gefrorenem Untergrund droht verbreitet extreme Glätte. Straßen, Gehwege und selbst Hauptverkehrsachsen können innerhalb kurzer Zeit spiegelglatt werden. Die Warnlage weist in dieser Phase insbesondere auf ein erhöhtes Unfall- und Ausfallrisiko im Straßen- und Schienenverkehr hin.

In Regionen mit gleichzeitig starkem Wind und Schneefall besteht zudem die Gefahr eines Schneesturms. Verwehungen können Straßen unpassierbar machen, Bahnverbindungen lahmlegen und den Winterdienst massiv erschweren. Auch erste Probleme für die Strom- und Kommunikationsinfrastruktur sind in dieser Phase nicht auszuschließen, insbesondere dort, wo Wind, Eis und Schnee zusammenwirken.

Wochenende: Rückkehr des Vollwinters mit hohen Belastungen

Am Samstag verschärft sich die Lage weiter. Mit dem Übergreifen deutlich kälterer Luft kommt es nach Süden ausgreifen verbreitet zu kräftigem, teils anhaltendem Schneefall. Besonders in der Mitte und im Süden Deutschlands sind hohe Neuschneemengen möglich. Das Gewicht des nassen Schnees kann zu Schneebruch führen: Äste und Bäume können unter der Last zusammenbrechen und gefährden Straßen und Freileitungen.

In höheren Lagen und offenen Regionen verstärken sich die Verwehungen durch anhaltend kräftigen Wind. Verkehrsbehinderungen, gesperrte Straßen und Ausfälle im öffentlichen Nahverkehr sind möglich. Auch abgelegene Ortschaften könnten zeitweise nur eingeschränkt erreichbar sein, Rettungs- und Versorgungswege können erschwert werden.

Sonntagabend bis Montag: Grenzwetterlage mit erhöhtem Risiko

Zum Ende des betrachteten Zeitraums bleibt die Wetterlage angespannt. Erneut setzt von Westen Niederschlag ein, der auf kalte Luft trifft. Dadurch steigt das Risiko für gefrierenden Regen und Eisregen nochmals deutlich an. Besonders problematisch ist diese Phase für den Berufsverkehr am Montagmorgen, da sich gefährliche Glatteisflächen binnen kurzer Zeit ausbilden können. Laut Warnlage ist hier mit einer erneuten Zuspitzung der Gefährdung zu rechnen.

Gleichzeitig können wechselnde Niederschlagsarten und Temperaturschwankungen die Stabilität der Schneedecke beeinträchtigen. In Kombination mit Tau- und Frostphasen erhöht sich in manchen Regionen die Belastung für Dächer, Bäume und technische Anlagen, was lokal auch länger anhaltende Beeinträchtigungen nach sich ziehen kann.

Hohe Aufmerksamkeit erforderlich

Der Zeitraum vom 8. bis 12. Januar bringt eine ungewöhnlich komplexe und gefährliche Wetterlage mit sich. Schneestürme, Schneebruch, Verwehungen, massive Glätte, Sturm- und Eislast sowie mögliche Infrastrukturprobleme sind reale Risiken. Die Warnlage unterstreicht die Notwendigkeit erhöhter Vorsicht. Es ist ratsam, Reisen auf das Notwendige zu beschränken, Warnungen der Behörden konsequent zu beachten und sich auf kurzfristige Einschränkungen im Alltag einzustellen. Diese Wetterphase erfordert erhöhte Aufmerksamkeit.

Weitere Informationen:

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)