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Wie wird das Wetter im Sommer? Der Sommertrend der Langfristmodelle

| M. Hoffmann
Wie wird das Wetter im Sommer 2024?

Wie wird das Wetter im Sommer 2024 - gibt es erste Hinweise, welche Großwetterlage zu erwarten ist, was sagt die Statistik über die Sommer der letzten 30 Sommer aus und was weiß die Langfristprognose der Vorhersage-Modelle über den Sommer zu berichten?

Sommerwetter. Nach der ersten hochsommerlichen Wetterphase im Mai bekam der Sommer einen Dämpfer verpasst und sorgte mit kräftigem Niederschlag für eine Abkühlung. Dennoch: das Wetter im Mai war bislang im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 um +3,0 Grad extrem zu warm (91/20: +2,0 Grad) und daran wird sich nur noch unwesentlich etwas verändern.

Was passiert nach den Unwettern?

An dieser Stelle möchten wir nicht noch einmal näher auf das extreme Unwetter eingehen. Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich im Wetterbericht Juni weiter informieren. Die Großwetterlage ist jedoch bemerkenswert und besticht durch ein schwachgradientige Struktur mit eingelagerten Störungen, welche mit einem quasistationärem Verhalten die Unwetter provozieren.

Was vom Wetter im Sommer zu erwarten ist

Hitze, Dürre, Wüstentage, oder doch ein durchwachsener und nur mäßig warmer Sommer - Welches Wetter ist im Sommer 2024 zu erwarten? Gleich vorweg - sollte sich am schwachgradientigen Aufbau der Großwetterlage nichts ändern und die atlantische Frontalzone weiterhin keine große Rolle spielen, so wird das ein wechselhafter Sommer werden. Dennoch - mit einem entscheidenden Impuls, kann aus der schwachgradientigen Wetterlage eine stabile Hochdruckzone über Mitteleuropa hervorgehen, was die Wetterlage in eine andere - extreme - Richtung drehen lässt und neben Hitze und Wüstentagen auch eine Dürre zur Folge haben kann. Was alles möglich ist, zeigt sich im Sommertrend der Langfristprognosen und zeigen zugleich auf, welches Sommerwetter aus Sicht der Statistik am wahrscheinlichsten ist.

Die Sommer werden wärmer

Zunächst schauen wir uns die Sommer der letzten 30 Jahre im Vergleich zum Klimamittelwert von 1961 und 1990 an. Davon waren 30 zu warm (≥ 0). Auf andere Art formuliert, waren die Sommer in Zeiten der Klimaerhitzung in 100 Prozent der Fälle zu warm. Das ist überragend signifikant. Ein Ausreißer wäre eine absolute Überraschung.

Das Wetter hält sich zwar nicht an Statistiken, doch ist das keine Wetter-, sondern eine Klimastatistik und die ist eindeutig. Das Wetter im Sommer 2024 wird mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit im Vergleich zum Klimamittelwert von 1961 und 1990 zu warm ausfallen können.

Anzahl der zu warmen, normalen oder zu kalten Sommer der letzten 30 Jahre
Sommer Anzahl Prozent
Zu warm 30 100 Prozent

Sommer werden trockener?

Was ist vom Niederschlag zu erwarten - wie haben sich die Sommer der letzten 30 Jahre geschlagen?

Die Niederschlagsbilanz muss differenzierter betrachtet werden, da - anders als bei den Temperaturen - die regionalen Unterschiede extrem ausfallen können. Bspw. hatte der Sommer 2020 sein Niederschlagssoll zu 95 Prozent erfüllen können. Das lag aber an einem zu nassen Norden und Südosten. Der Westen, Südwesten und Nordosten waren über vielen Regionen teils erheblich zu trocken und die Dürre aus 2018, 2019 setzte sich im Jahr 2020 und 2022 fort. Im letzten Sommer war der Juni extrem zu trocken, bevor im Juli und August eine zu nasse Witterung das Blatt noch einmal wenden konnte.

Insofern ist die Niederschlagsstatistik als Trend zu bewerten. Grundsätzlich waren in den vergangenen 30 Jahren 13 Sommer normal (Niederschlagsabweichung 95 bis 105 Prozent), 10 zu nass und 7 zu trocken. Prozentual ausgedrückt waren rund 44 Prozent normal, 33 Prozent zu nass und 23 Prozent zu trocken.

Anzahl der zu nassen, normalen oder zu trocken Sommer der letzten 30 Jahre
Sommer Anzahl Prozent
Normal 13 44 Prozent
Zu nass 10 33 Prozent
Zu trocken 7 23 Prozent

Der Niederschlagstrend im Sommer

Betrachtet man den Trend der Niederschläge, so ist die Entwicklung eindeutig. In den vergangenen 10 Jahren waren die Sommer in jeweils 40 Prozent der Fälle zu trocken und zu nass und in 20 Prozent normal. Da hat es eine Verschiebung stattgefunden. Die normalen Anteile sind zusammengeschrumpft und sind nur in einem kleinen Teil in die zu nassen und überwiegend in den zu trockenen Anteil verschoben worden. Mit anderen Worten ist in den vergangenen 10 Jahren die Wahrscheinlichkeit von einem trockenen Sommer deutlich angestiegen.

Das Problem: ein zu nasser Sommer hat überwiegend positive Effekte auf die Natur und Vegetation und bei einigen Menschen auch negative Effekte. Ein trockener und zudem noch heißer Sommer hat überproportional negative Folgen auf die Vegetation und ist der Schaden erst einmal entstanden (2018; 2019; 2020; 2022), so lässt dieser sich nicht so einfach durch ein paar Regengüsse beseitigen. Oder auf andere Art formuliert - ist der Baum erst einmal vertrocknet, kann du ihn gießen, solange du willst - das wird nichts mehr.

Anzahl der zu nassen, normalen oder zu trocken Sommer der letzten 10 Jahre
Sommer Anzahl Prozent
Zu trocken 4 40 Prozent
Zu nass 4 40 Prozent
Normal 2 20 Prozent

Zusammenfassung der Statistik

Die Sommer der letzten 30 Jahre waren in 100 Prozent der Fälle zu warm und überwiegend durchwachsen. Erst in den vergangenen 10 Jahren setzen sich zunehmend trockene Sommer durch. Wer also auf einen zu warmen und durchwachsenen Sommer setzt, hat gute Chancen, am Ende recht zu behalten.

Wie wird der Sommer 2024? Der Sommertrend nach den Langfristmodellen

Langfristprognosen sind mit einem hohen Maß an Skepsis zu bewerten, doch zeigen diese das Potential des Wettertrends auf. Wird bspw. ein Monat in Zeiten des Klimawandels zu kalt simuliert, so lohnt es sich das einmal genauer anzuschauen, warum die Berechnungen auf ein solches Ergebnis kommen.

Das Wetter im Juni

Das Wetter im Juni 2024 soll nach dem CFSv2-Modell mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 zu warm ausfallen können (91:20: +0,0 bis +1,0 Grad). Der Westen und der Südwesten von Deutschland wird mit einer Differenz von +0,5 bis +1,5 Grad tendenziell nur etwas zu warm berechnet. Die Niederschlagsbilanz hat sich im Vergleich zu den vergangenen Wochen verändert und wurde im Trend von leicht zu nass auf etwas zu trocken korrigiert.

Die NASA berechnet das Wetter im Juni mit einer Differenz von +1,5 bis +3,0 Grad deutlich bis erheblich zu warm (91/20: +0,5 bis +2,0 Grad). Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem vieljährigen Sollwert etwas zu nass.

Nach dem Wettertrend der Europäer ist mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad ein zu warmes Juniwetter zu erwarten. In der Regenbilanz ist eine zu trockene Nord- und eine ausgeglichene Südhälfte möglich.

Das Wetter im Juli

Wenig überraschend ist der Wettertrend des CFSv2 Modells für den Juli 2024, der im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 mit einer Temperaturdifferenz von +1 bis +2 Grad und im Trend um bis +3 Grad erheblich zu warm ausfallen soll (91/20: -0,4 bis +1,6 Grad). In der Regenprognose zeichnet sich eine leicht negative Bilanz ab, was den Rückschluss auf einen durchwachsenen, aber am Ende zu trockenen Wettercharakter ermöglicht. Schauer und Gewitter werden demnach eine Rolle spielen können.

Die NASA berechnet das Juliwetter ebenfalls deutlich zu warm, mit einer durchwachsenen Niederschlagsbilanz.

Die Europäer berechnen in ihrer Juliprognose mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad und im Trend von bis +2,5 Grad eine deutlich zu warme Witterung. Die Niederschlagsbilanz ist durchwachsen und zeigt sich über dem Norden und Süden etwas zu nass.

Das Wetter im August

Kommen wir zum letzten Sommermonat, dem August, der nach dem CFSv2 Modell mit einer Differenz von +1,5 bis +2,5 Grad und im Trend von bis +3,0 Grad gegenüber 1961 und 1990 deutlich zu warm prognostiziert wird (91/20: +0,1 bis +1,6 Grad). Die Niederschlagsbilanz fällt durchwachsen aus und ist über dem Norden tendenziell leicht zu nass und über dem Süden etwas zu trocken.

Die NASA berechnet den August mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad zu warm (91/20: -0,4 bis +0,6 Grad). Die Niederschlagsbilanz fällt etwas zu nass aus.

Die Europäer simulieren mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad und im Trend bis +2,5 Grad einen deutlich zu warmen August (91/20: -0,4 bis +1,1 Grad). Die Niederschlagsprognose ist über weiter Teile von Deutschland zu trocken und lediglich über dem Norden als normal zu bewerten.

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert 1961 und 1990
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2024 +1,0 bis +2,0 Grad Trend: etwas zu trocken
Juli 2024 +1 bis +3 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
August 2024 +1,5 bis +2,5 Grad Trend: normal
Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2024
Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2024

Auf den Punkt gebracht: zu warm und durchwachsen

Der Wettertrend für den Sommer hat sich gegenüber den letzten Wochen kaum verändert und passt sich dem Trend an, der nach der Statistik zu erwarten ist. Bis zum Ende des Sommers ist ein eher durchwachsener, aber durchweg zu warmer Wettercharakter zu erwarten, bei dem es auch kühle und regnerische Phasen geben kann. Ein Dürresommer lässt sich nach wie vor aus keinem der Langfristmodelle ableiten.

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