Das Artensterben vor der Haustüre

  • C. Bertram
Das Artensterben vor der Haustüre - Blaumeise © Myriam Zilles
Das Artensterben vor der Haustüre - Blaumeise © Myriam Zilles

Bei dem Wort Artensterben denkt man unweigerlich an den ausgehungerten Eisbären, der aufgrund von der Klimaerwärmung nicht mehr genug Meereis zur Jagd findet oder Orang-Utans, deren Bäume im Urwald abgeholzt werden und somit der einzig mögliche Lebensraum aktiv zerstört wird. Weit weg für uns und somit kann man leider auch gar nichts dagegen tun.

600 Millionen Individuen

Leider kann jetzt auch jeder Europäer und somit auch Sie und ich das Artensterben ganz direkt feststellen. Bei uns wird es leider immer leiser. Hunderte Millionen Vögel sind bereits verschwunden. Seit 1980 sind es in der EU um die rund 600 Millionen Individuen! Das hat eine Studie von Diona Burns vom RSPB Centre for Conservations Science und ihrem Team ergeben.

Besonders daran ist, dass es nun um Vögel geht, die von der Anzahl so häufig vorkamen, dass man sich praktisch keine Gedanken um sie gemacht hat. So wie z.B. Hausspatzen, Stare oder Feldlerchen. Der Hausspatz ist sogar am meisten betroffen. In 40 Jahren ist sein Bestand um 250 Millionen zurückgegangen und somit um die Hälfte! Bei Staren ist der Verlust 75 Millionen und bei Feldlerchen 68 Millionen Tiere. Die Studie hat keine Ursachenforschung betrieben, stellt jedoch fest, dass die Tiere unter der veränderten Landwirtschaft leiden. Beim Hausspatz kommt im städtischen noch Nistplatz- und Nahrungsmangel und Krankheiten dazu. Langstreckenzieher leiden doppelt unter der Lebensraumzerstörung; zusätzlich kommt noch die illegale Jagd, bei der Millionen Vögel getötet werden.

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Wichtig zu verstehen ist, dass der Verlust häufig vorkommender Arten unsere Ökosysteme und ihre Funktion beeinträchtigt. Das geht dann so weit, dass irgendwann auch die Ökosystemleistungen, von denen die Menschheit abhängig ist, nicht mehr funktioniert.

Die Studie hat auch herausgefunden, dass der Bestand von Vogelarten, die aktiv unter Schutz gestellt wurden, sich deutlich erholen konnten. Das sind z.B. Mönchsgrasmücken, Zilpzalpe, Amseln und Zaunkönige. Auch Greifvogelarten, die vor illegaler Jagd und bestimmten Pestiziden geschützt wurden, konnten den Bestand wieder aufbauen. Aktiver Schutz und konsequente Maßnahmen zeigen Erfolge. Weitere Informationen: Abundance decline in the avifauna of the European Union reveals cross-continental similarities in biodiversity change

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +9,21 +0,92 -0,09 806 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

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