Wetternews - aktuelle Meldungen rund um das Wetter

Oktober 2016: weltweit erneut zu warm - Januar bis Oktober: Rekordwärme

  • M. Hoffmann
Der Oktober 2016 war in Deutschland - gemessen am langjährigen Mittelwert - mit einer Abweichung von -0,4 Grad leicht zu kühl. Global betrachtet ergab sich aber ein ganz anderes Bild. Die globale Durchschnittstemperatur der Land- und Meeresflächen lag im Oktober bei 9,3 Grad und war damit um +0,73 Grad wärmer als der langjährige Klimamittelwert. Somit rangiert der Oktober 2016 an 16. Stelle der bislang zu warmen Oktober und ist zeitgleich der "kälteste" seit 2002 und liegt an 122. Stelle der kältesten Oktobermonate.

Nimmt man Meeres- und Landtemperaturen zusammen, so ergibt sich daraus der dritt-wärmste Oktober seit 137 Jahren (Quelle: . So verwundert es nicht, dass die globale Ausdehnung der Meereisflächen noch nie so gering wie aktuell waren. Anstatt diese anwachsen, gehen diese sogar noch zurück (s. Meereisausdehnung der Arktis auf Tiefstand | Globales Meereis schrumpft dramatisch).

Betrachtet man die Temperaturanomalie von Januar bis heute, so liegt die Abweichung der Landtemperaturen bei +2,66 Grad und zusammen mit den Meerestemperaturen bei +1,75 Grad. Beide Werte sind aber eindeutig: das Jahr 2016 war global betrachtet bisher das wärmste Jahr seit 137 Jahren und dem Beginn der Aufzeichnungen. Weitere Informationen können Sie auf den Seiten der NOAA nachlesen.

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Meereisausdehnung der Arktis auf Tiefstand

  • M. Hoffmann
Ein Randfaktor für den möglichen Verlauf des Winters ist die Meereisausdehnung der arktischen See. Betrachtet man die aktuelle Ausdehnung im Jahr 2016, so liegt diese gegenüber dem Mittelwert von 1981-2010 deutlich unter dem Durchschnittswert. Sie liegt sogar unterhalb des Spektrums entlang des Durchschnittswert und auch unterhalb der schwachen Ausdehnungsjahre von 2007, 2012 und 2015. Mit andren Worten ist die Meereisausdehnung so gering/schwach wie seit langem nicht mehr und erreicht sogar einen historischen Tiefstand. Normalerweise beträgt Mitte November die Meereisausdehnung etwa 11 Millionen Quadratkilometern - aktuell liegt diese bei 8,74 Mio. Quadratkilometer.

Woran liegt das? Der Polarwirbel gilt seit Wochen als "gestört". Verläuft also in seinem Drift nicht von West nach Ost, sondern weist entlang seiner Polarfront Wellenbewegungen auf, was einen stabilen Polarwirbel derzeit nicht möglich macht.

Was hat das für Folgen? Ein intaktes Eisfeld hat - vereinfacht ausgedrückt - einen stärkeren, bzw. stabileren Polarwirbel zur Folge. Daraus lässt sich aber nicht gleichbedeutend ein zu kalter Winter über Deutschland ableiten, denn ein intakter Polarwirbel bedeutet, dass der Jetstream entlang der Polarfront entsprechend stark ausgeprägt ist und über Mitteleuropa von West nach Ost verläuft und somit eine höhere Wahrscheinlichkeit für Westwetterlagen bedeutet (starke nordatlantische Oszillation). Nun sorgt die geringere Ausdehnung des Meereises aber möglicherweise noch für eine Verstärkung des Effektes des gestörten Polarwirbels, was wiederum Trogwetterlagen oder zumindest meridionale Großwetterlagen (Nord-Süd, Süd-Nord) wahrscheinlicher macht und somit als unterstützender Faktor für einen normalen bis zu kalten Verlauf des Winters in Deutschland, Österreich und der Schweiz gewertet werden kann.

Winterreifen - wann montieren?

  • M. Hoffmann
Wir sind in den letzten Tagen des Öfteren gefragt worden, wann und ob man Winterreifen montieren soll. Diese Entscheidung können wir Ihnen leider nicht abnehmen, durchaus aber ein paar Informationen liefern. So gibt es eine Regen, dass im Zeitraum von O(ktober) bis O(stern) Winterreifen montiert sein sollten. Das können wir nur unterstreichen, da gesetzlich auch eine Winterreifenpflicht gilt und man im Schadensfall generell besser unterwegs ist, wenn man Winterreifen montiert hat.

Überholt ist aber zwischenzeitlich die These, dass Sommerreifen bei Temperaturen unter +7 Grad den Bremsweg verlängern. Eher das Gegenteil ist der Fall. So können Sommerreifen bei nassen oder trockenen Fahrbahnen auch noch bei Temperaturen von knapp über +0 Grad eine bessere Bremswirkung erzielen, als Winterreifen. Allerdings gilt das nicht mehr, sobald Schnee, Eis oder überfrierende Nässe vorherrscht, dann ist der Bremsweg von Winterreifen deutlich kürzer. Zudem kann es gut sein, dass die Temperaturanzeige im Auto +4 Grad anzeigt, auf der Straße selbst aber bodennahe Kaltluft für Überfrierungen sorgen kann - im Schadensfall dann viel Spaß mit der Versicherung, falls Sie mit Sommerreifen unterwegs waren.

Es empfiehlt sich also allgemein ein frühzeitiger Wechsel, denn nicht selten sind die Werkstätten mit einem nahenden Wintereinbruch dann überlastet, was viele bei Schnee und Eis mit Sommerreifen auf die Straßen zwingt und zu den bekannten Unfällen und Staus auf den Straßen führen kann. Insofern können wir den Ratschlag, den Wechsel von Sommer- auf Winterreifen Mitte Oktober, nur unterstreichen.

GCFS: Neues Langfristmodell für Jahreszeitenprognose vorgestellt

  • M. Hoffmann
Der Deutsche Wetterdienst hat in Zusammenarbeit mit dem CEN (Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit) der Universität Hamburg und dem MPI-M Max Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) ein neues Langfristmodell, bzw. Jahreszeitenmodell vorgestellt Namens German Climate Forecast System (GCFS).

Dieses Langfristmodell berechnet bei seiner Wetterprognose über mehrere Monate hinweg sehr viele Entwicklungseinflüsse auf das Wetter mit ein. Dies sind z.B. die untere Schicht der Atmosphäre (die Troposphäre, bis in maximal 16 Kilometer Höhe), höhere Luftschichten, sowie der Boden, der Ozean und das Meereis werden in der Simulation mit berücksichtigt.

Wie genau ist dieses Langfristmodell? Das wird sich zeigen müssen und wir werden das Langfristmodell in den kommenden Wochen sicherlich des Öfteren mit erwähnen. Allerdings stehen alle Langfristmodelle zunächst im experimentellen Umfeld, so dass eine detaillierte Wetterprognose über mehrere Wochen und Monate hinweg auch in naher Zukunft unmöglich bleiben wird. Was aber möglich ist, ist eine Trendwahrscheinlichkeit vorherzusagen. Hierzu werden eine Vielzahl an historischen und aktuellen Vorhersagen gerechnet, die zu jedem Prognosestart mit leicht variierenden Bedingungen gestartet werden. Daraus entstehen sog. Ensembles, welche neben den breiten Entwicklungsspektrum eine Ableitung des Wettertrends ermöglichen. Wer die neue Jahreszeitenprognose des DWD einmal ausprobieren möchte, kann dies auf unserer Seite Langfristmodell gerne einmal ausprobieren.

Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +6,07 +3,38 +2,6 237 l/m² - normal


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