Wetter Frühling 2020

Wetter Frühling und Sommer 2020 aktuelle Wetterprognose vom 16.02.2020 - Folgt der Erhaltungsneigung vom Winter im Sommer das Ausgleichsverhalten nach?

  • M. Hoffmann

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Droht nach dem zu warmen Winter ein erneuter Dürresommer? Die Vorhersage-Modelle und Langfristprognosen sind sich darüber nicht einig, doch der zeichnet sich ein klarer Trend ab.

Eine stabile Wetterphase ist nicht in Sicht
Eine stabile Wetterphase ist nicht in Sicht

Ein bemerkenswerter Tag geht mit dem 16. Februar vorüber. Ganz unten konnten über dem Südwesten bei Müllheim +21,5 Grad erreicht werden. Damit fehlten +0,7 Grad zum Rekord von +22,2 Grad. Nichtsdestotrotz zählen Werte von über +20 Grad zu einem frühsommerlichen warmen Tag. Der ideale Zeitpunkt, sich einmal Gedanken über den nun kommenden Frühling und Sommer 2020 zu machen.

Endet der Winter, bevor er überhaupt begonnen hat?

Mit dem Ausruf des Frühlings sollte aber noch gewartet werden, denn allzu oft halten sich mit einem instabiler werdenden Polarwirbel die Kaltluftausstöße aus nördlichen Richtungen bis Mitte März. Ende März kommt es dann nochmals zu Kaltluftausbrüchen, bei denen die Schneefallgrenze gerne bis auf die tieferen Lagen absinken kann.

Ob aber eine spätwinterliche - und damit nasskalte - Wetterphase Einzug halten kann, müsste sich auf dem Atlantik etwas verändern. Zumindest das Hoch müsste sich nach Norden aufstellen, doch diese Versuche sind - für den Moment - allenfalls als zaghaft zu bewerten. Wahrscheinlicher ist mit Wind, Regen und Werten um die +7 Grad ein Jahreszeit-typischer Start in den meteorologischen Frühling.

Bis zum Start in den Frühling: Kaum Veränderungen der Großwetterlage
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Bis zum Start in den Frühling - Kaum Veränderungen der Großwetterlage
© www.meteociel.fr

Wie wird das Wetter im Frühling?

Das Wetter hält sich grundsätzlich nicht an Statistiken oder vergangene Großwetterlagen. Das wäre zu einfach. Was sich aber nach einem milden Winter häufiger abzeichnete, war ein milder bis zu warmer März und April, während der Mai zu nass und zu kühl ausfiel. Das kann als Anhaltspunkt genommen werden. Gerade ein kühlere Mai war die Auffälligkeit der letzten Jahre.

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Die Erhaltungsneigung und das Ausgleichsverhalten

Warum das so sein kann, liegt im Ausgleichsverhalten und der Erhaltungsneigung begründet. Nach der lang anhaltenden meridionalen (Nord-Süd, Süd-Nord-Strömung) vom Frühling und Sommer 2018 und 2019 konnte schon im Sommer erahnt werden, dass das Strömungsmuster im Dezember wohl auf West (zonal) kippt und dann auch erst einmal so bleiben wird. Träte das ein, so wäre nach unserer These der Winter frühzeitig zu den Akten zu legen.

Sehr zum Leidwesen der Freunde des Winterwetters war das dann auch so der Fall. Gab es im Winter 2018/19 noch ein Major-Warming und ein QBO-Ost - was die Sache noch spannender machte - so war im Winter 2019/2020 nichts davon zu erwarten und so glichen sich die Vorhersage von Tag zu Tag und winterliche Ansätze wurden schnell wieder in das Modellnirvana geschickt.

Was bedeutet das für den Sommer 2020?

Folgt man diesem - sehr einfachen -Schema, so sollte sich im April/Mai eine neuerlich meridionale Großwetterlage einstellen können. Meridional bedeutet in diesem Fall eine hohe Wellenbewegung, die über Deutschland, Österreich und der Schweiz sowohl zu sehr warmen, heißen und trockenen Wetterlagen, als auch zu kühlen und nassen Abschnitten führen kann. Ganz ähnlich also, wie das im Sommer 2019 der Fall war.

Eine meridionale Großwetterlage kann sehr warm, aber auch kühl ausfallen
Die Meridionale Großwetterlage kann sehr warm, aber auch kühl ausfallen
© www.meteociel.fr

Wie Wahrscheinlich ist die Fortführung des Musters?

Das wird sich zeigen müssen. Momentan ist es nichts weiter als eine These, aufgrund vergangener Eigenschaften und Mustern. Sollte es aber tatsächlich eintreten, so wären sowohl ein zu warmer Frühling, als auch ein zu warmer Sommer 2020 zu erwarten. Warum? Kühle Strömungsmuster sind im Sommer seltener. Häufiger positioniert sich das Hoch entweder über Mitteleuropa, dem östlichen Europa, oder über Skandinavien und alle drei Varianten sind prädestiniert für einen zu trockenen und zu warmen Wettercharakter.

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Die Wetterprognose Frühling und Sommer nach den Langfristmodellen

Langfristprognosen der Vorhersage-Modelle sind mit einer gewissen Skepsis zu genießen und geben lediglich einen Ausblick auf die - errechnete - Wahrscheinlichkeit von zu warm/zu kühl oder zu nass und zu trocken. Ändert sich das Schema, ändert sich auch die Berechnungen der Langfristmodelle - da ist also nichts in Stein gemeißelt und sollte immer Gesamtkontext betrachtet werden.

Der Frühling 2020 nach dem Deutschen Wetterdienst

Das Langzeitmodell des Deutschen Wetterdienstes berechnet den Frühling mit einer Abweichung von +0,2 bis +1 Grad zu warm und in der Niederschlagswahrscheinlichkeit normal mit der Tendenz etwas zu nass ausfallen zu können.

Wettertrend der NASA zum Frühling und Sommer

Der Frühling soll nach der Langfristprognose der NASA um +0,5 bis +2 Grad zu warm ausfallen können. Die Niederschlagsprognose ist eher unauffällig und im Trend zu nass.

Für den Sommer 2020 berechnet die NASA eine Abweichung der Temperaturen von +0,25 bis +1 Grad im leicht zu warmen Bereich. Nach dieser Prognose wäre nicht mit einem Hitzesommer zu rechnen. Das spiegelt sich auch in der Niederschlagsprognose wieder - zu nass soll der Sommer ausfallen können.

Wetterprognose Frühling und Sommer des europäischen Vorhersage-Modells

Auch nach dieser Langfristprognose zeichnet sich ein mit +0,5 bis +1,5 Grad zu milder bis zu warmer Verlauf des Frühlings ab. Die Niederschlagsprognose ist durchwachsen. Im März noch zu trocken, so wandelt sich das mit einer leicht positiven Tendenz zum April und Mai.

Die ersten beiden Sommermonate Juni und Juli sollen im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert mit +0,5 bis +1,5 Grad ebenfalls zu warm ausfallen. In der Niederschlagsprognose ist ein zu trockener Juni und ein leicht zu nasser Juli zu erwarten.

Wettertrend Frühling und Sommer nach dem CFSv2 Modell

Der März soll deutlich zu warm, der April zu warm und der Mai leicht zu warm ausfallen. In der Niederschlagsprognose wird der März und April deutlich zu trocken berechnet, während der Mai normal ausfallen kann. Unter dem Strich ein zu warmer und zu trockener Frühling 2020.

Für den Sommer zeichnet sich mit einem zu warmen Juni, Juli und August ein einheitliches Schema ab. Die Niederschlagsentwicklung ist aber keineswegs als deutlich zu trocken zu bewerten.

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
März 2020 +2 bis +3 Grad Trend: zu trocken
April 2020 +0,5 bis +2 Grad Trend: zu trocken
Mai 2020 +0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Juni 2020 +1 bis +2 Grad Trend: normal, etwas zu nass
Juli 2020 +1 bis +2 Grad Trend: normal
August 2020 +0,5 bis +2 Grad Trend: etwas zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2020
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2020

Auf den Punkt gebracht: Die Weichen für den Frühling und Sommer können früh gestellt werden

Die Langfristmodelle machen Hoffnung auf einen abwechslungsreichen Wettercharakter, der im Trend zwar etwas zu trocken ausfallen kann, aber dennoch seine Nassphasen hat. Ein Dürresommer wäre - nach den Langfristmodellen - nicht zu erwarten.

Hinsichtlich der Temperaturen zeichnet sich aber ein sowohl zu warmer Frühling als auch Sommer ab, was auch nicht weiter verwundert. Waren die letzten 23. Sommer gegenüber dem vieljährigen Mittelwert allesamt zu warm (Abweichung > 0 ).

Wie ist unsere Einschätzung?

Für eine detaillierte Wetterprognose ist es noch viel zu früh und ist so auch nicht machbar. Einzig was man tun kann, ist aus den Gegebenheiten Rückschlüsse zu ziehen und sich daraus eine eigene Meinung bilden. Ein zu kalter Sommer ist längst überfällig, wobei ein normaler Sommer schon von vielen als zu kalt bewertet werden würde. In der Zusammenfassung aber hat eine meridionale Großwetterlage wohl auch in diesem Sommer wieder eine gute Chance sich durchzusetzen. Zu dominant war die Westwindzirkulation im Winter, die möglicherweise schon im März in die meridionale Richtung kippen kann. Man wird sehen!

Im Verlauf der Woche gibt es dann tägliche Berichterstattungen zum Wetter im Frühling und Sommer 2020.

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Wetter Sommer 2020

  • M. Hoffmann

Wie wird der Sommer 2020? Mit entscheidend wird sein, wie sich das Wetter in der zweiten Winterhälfte und im Frühjahr entwickeln wird. Das wird auch darüber entscheiden, ob ein dritter Dürresommer in Folge zu erwarten ist.

Nicht nur das Wetter hat im Sommer so einiges zu bieten
Nicht nur das Wetter hat im Sommer so einiges zu bieten

Der Winter stottert vor sich hin und ist bisweilen viel zu warm und zu trocken ausgefallen. Aber der Winter ist ja noch nicht zu Ende und da kann im Februar noch den einen oder anderen Kaltluftvorstoß bringen.

Aber bereits zur meteorologischen Winterhalbzeit ist klar, dass der Winter 2019/20 zu warm ausfallen wird. Zu hoch ist der Überschuss. Warum wir aber jetzt schon über den Sommer 2020 berichten? Nach vielfachen Wunsch unserer Leser lassen wir den Frühling ausfallen und nehmen ihn auch in diesem Jahr gleich mit in die Rubrik Sommer auf, was über die Frühlingsmonate hinweg entsprechend gekennzeichnet wird (ähnlich wie im Herbst und Winter). Und da der meteorologische Frühling am 1. März beginnt, ist es also höchste Zeit um einen ersten Blick auf das Wetter im Frühling und Sommer zu werfen.

Die Dürresituation ist noch nicht bereinigt

Zwar brachten die Herbstmonate - endlich - wieder ausreichend Niederschläge, doch reichte das nicht aus, um die Dürre in den tieferen Bodenschichten auszugleichen. Vor allem in den östlichen Bundesländern ist da ein erhebliches Defizit zu erkennen. Der Dezember - und vor allem der Januar - sind/werden zu trocken ausfallen. Schneefall gab es nicht in ausreichender Art und Weise, so dass ein Puffer in den Frühling in Form von Schmelzwasser vorhanden ist. Sollte nun der Februar ebenfalls zu trocken ausfallen, sind die Bedingungen für eine erneute Dürresaison, bzw. ein Niederschlagsdefizit günstig.

Weiterlesen: Wetter Sommer 2020

Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2019 +3,9 +3,5 +2,9 30 l/m² - zu trocken
März 2019 +6,6 +3,1 +2,3 75 l/m² - zu nass
April 2019 +9,6 +2,2 +1,3 30 l/m² - zu trocken
Mai 2019 +10,9 -1,2 -2,1 80 l/m² - zu nass
Juni 2019 +19,8 +4,4 +4,0 55 l/m² - zu trocken
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +3,3 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken


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